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ListerienNiederländische Firma ruft weitere Wurstwaren zurück

Verkeimte Wurstwaren sollen bereits ursächlich für mehrere Todesfälle sein. Ein deutsches Unternehmen, das auch nach Österreich lieferte, ist insolvent, ein anderes ruft in den Niederlanden nun 300.000 Kilogramm Fleisch zurück.

Wurstwarenbetrieb Offerman in den Niederlanden. Es geht um alle seit September verpackten Wurstwaren. © APA/AFP/ANP/ROBIN UTRECHT
 

Am Freitag musste der deutsche Wursthersteller Wilke Insolvenz anmelden, kurz nachdem zwei Menschen durch keimbelastete Wurst des Unternehmens gestorben waren.

Nun wurde ein zweiter Fall von Listerien in Produkten einer niederländischen Firma bekannt. Betroffen ist laut "Spiegel" der Wurstwarenbetrieb Offerman. Das Unternehmen hat nun nach eigener Darstellung die gesamte Produktion einer betroffenen Fabrik aus dem Handel genommen. Es gehe um alle seit September verschnittenen und verpackten Wurstwaren aus dem Betrieb in Aalsmeer.

Die Produktion wurde bereits am Donnerstag stillgelegt, nachdem die Keime entdeckt worden waren.

Die Gesundheitsbehörden hatten zuvor festgestellt, dass in den vergangenen zwei Jahren drei Menschen durch Listerien in Wurstwaren dieser Firma gestorben waren. Eine Frau hatte eine Fehlgeburt erlitten. Daraufhin waren die Kontrollen verschärft worden.

Lieferungen in die Steiermark

Das hessische Wurstwaren-Unternehmen Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren in Twistetal-Berndorf bleibt zunächst weiter zu. In Wilke-Produkten waren mehrfach Listerien nachgewiesen worden.

In Österreich wurden zwei Unternehmen von der deutschen Firma beliefert. Es ging zunächst nur um ein paar Salami-Packungen.

Es sind zwei Handelsfirmen in zwei Bundesländern. Die zwei belieferte Handelsfirmen in Österreich sind in der Steiermark und Niederösterreich beheimatet. Derzeit ist nicht belegt, dass Produkte, die nach Österreich geliefert wurden, mit Listerien kontaminiert sind.

Der Händler in der Steiermark hat in den vergangenen Tagen sieben Packungen Salami von der deutschen Firma bezogen. Keines dieser Produkte wurde verkauft, alle sieben Packungen wurden bereits nach Deutschland retourgesendet. Alle Abnehmer des Händlers in Niederösterreich wurden bereits informiert. Betroffene Produkte werden vernichtet bzw. zurückgesendet.

Die Keime können für Personen mit schwachem Immunsystem lebensgefährlich sein. Auch bei Schwangerschaft kann es zu Problemen kommen.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums werden nun insgesamt 300.000 Kilogramm Fleisch zurückgerufen. "Dies ist ein ernster Vorfall, bei dem nun hart durchgegriffen wird", sagt Gesundheitsminister Bruno Bruins. Zunächst hatte die Firma am Donnerstag nur einen Teil der Produkte zurückgerufen. Nun geht es um alle rund 250 Produkte.

Bisher gibt es keinerlei Hinweise auf einen Zusammenhang zu dem Listerien-Fall in Deutschland. Dabei wird der Tod von zwei älteren Menschen in Südhessen mit den Keimen in Verbindung gebracht.

Laut Erkenntnissen des Robert Koch-Instituts bestünde ein ursächlicher Zusammenhang zwischen den deutschen Todesfällen und dem Verzehr von Wurstprodukten. Zudem könnten 37 weitere Krankheitsfälle auf Wurstwaren der Firma Wilke zurückgehen. Auch die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt in dem Fall. Für Wilke-Produkte läuft derzeit ein weltweiter Rückruf.

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