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Handelskriege belastenStimmung der Verbraucher auf Tiefststand

Das geht aus dem neuen Konsumbarometer des Handelsverband hervor, das - nach einigen Monaten interner Rechnung - nun erstmals veröffentlicht wurde.

Stimmung der Verbraucher auf Tiefststand
Stimmung der Verbraucher auf Tiefststand © APA/AFP/DANIEL LEAL-OLIVAS
 

Die Stimmung der heimischen Verbraucher ist im August auf den tiefsten Stand seit Frühjahr gesunken. Das geht aus dem neuen Konsumbarometer des Handelsverband hervor, das - nach einigen Monaten interner Rechnung - nun erstmals veröffentlicht wurde.

Wichtigster Grund für den Rückgang der Verbraucherstimmung auf 98,65 Punkte, nach 100,0 Zählern beim Start im März, ist die pessimistische Konjunkturerwartung der Befragten, sagte Verbandsgeschäftsführer Rainer Will im APA-Gespräch.

Denn die Konjunkturerwartung lag mit 89,78 um mehr als zehn Punkte unter dem März-Wert und über zwei Zähler unter dem Juli-Niveau. "Damit dürften die Verbraucher die eingetrübten Konjunkturprognosen der heimischen Forschungsinstitute teilen."

Dabei spielen wohl auch externe Faktoren wie der US-Protektionismus und der Brexit eine Rolle. An sich sei der Einfluss der Politik auf die Wirtschaft sehr gering, das sei mit diesen beiden Themen aber "erstmals seit Jahren" anders, so Verbands-Vizepräsident Harald Gutschi: "Der US-Präsident führt einen Konflikt gegen China, den man nicht gewinnen kann. Ich hoffe, dass wir noch heuer ein Ende des Handelskrieges zwischen den USA und China sehen." Die Chancen dafür seien gar nicht so schlecht, denn Donald Trump werde wohl Entspannung suchen müssen, um wiedergewählt zu werden.

Deutlich zurückgegangen ist zuletzt auch die Anschaffungsneigung der heimischen Konsumenten, ebenfalls eine Teilkomponente für das Barometer. Gegenüber dem Vormonat lag die "Ausgabenfreudigkeit" mit 98,45 Punkten um 5,23 Zähler tiefer.

"Wenn die Menschen auf ihre Ausgaben schauen, dann schadet das dem Handel extrem", meinte Gutschi dazu. Zudem mehren sich aus Verbandssicht die Anzeichen, dass die Konjunkturschwäche bald den Arbeitsmarkt erreichen könnte. Die Zeit des kräftigen Wirtschaftswachstums dürfte tatsächlich vorbei sein, meinte Will. Das dritte Quartal werde zeigen, ob die jüngste Konjunktureintrübung nur eine kurzfristige, von den Handelskonflikten und dem Brexit hervorgerufene Schwächephase ist, oder ob sich eine ernsthaftere Wirtschaftskrise ankündigt. Die Eurozonen-Stimmung (Vier-Jahres-Tief) spreche für Letzteres. Dennoch sei der heimische Privatkonsum weitgehend stabil - sodass der Handel die Industrie-Rückgänge kompensieren könne.

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