500 Millionen EuroKika/Leiner gerettet: Investor Benko kauft Möbelhandelskette

Investor Rene Benko übernimmt Kika und Leiner. Damit können knapp 5000 Mitarbeiter vorerst durchschnaufen.

Rene Benko
Rene Benko © APA/HANS KLAUS TECHT
 

Die rund 5.000 Beschäftigten der angeschlagenen Möbelkette Kika/Leiner können aufatmen. Die Signa Gruppe des Tiroler Immobilieninvestors Rene Benko kauft Kika/Leiner um kolportierte 500 Millionen Euro. Der österreichische Möbelhändler ist durch den Bilanzskandal der deutsch-südafrikanischen Konzernmutter Steinhoff in den letzten Monaten immer tiefer in die Krise gerissen worden.

Nachdem der Kreditversicherer Euler Hermes Warenlieferungen an Kika/Leiner nicht mehr abzusichern bereit war und die Urlaubsgelder Ende Juni fällig werden, war die Möbelkette seit zehn Tagen auf der Suche nach einem finanziellen Ausweg.

Verhandlungen bis in den Abend

Donnerstagmittag gab es erste Medienberichte, dass Signa bei der österreichischen Möbelkette einsteigt. Am Donnerstagabend kam dann die offizielle Bestätigung: Die Kika/Leiner-Konzernmutter Steinhoff Europe hat das Angebot der Signa-Gruppe zum Kauf des Möbelhändlers angenommen. In den nächsten Tagen würden "alle Verträge abgestimmt und fixiert", teilte Kika/Leiner-Geschäftsführer Gunnar George in einer Aussendung mit. Eine Aussendung von Steinhoff und der Signa Gruppe zum Kauf gab es vorerst nicht.

Das Firmenimperium von Rene Benko

Rene Benko hat sein Vermögen in der Signa-Gruppe organisiert. Diese ist in zwei Sparten aufgeteilt.

Signa Real Estate: Hier arbeiten rund 250 Mitarbeiter in der Verwaltung des Immobilienportfolios der Gruppe, das mit rund 12 Milliarden Euro beziffert wird. Signa konzentriert sich vor allem auf lukrative Innenstadt-Immobilien und Luxus-Hotels.

Signa Retail: Hier sind die Handelsunternehmen der Signa-Gruppe mit rund 20.000 Beschäftigten organisiert. Kern der Gruppe sind das Berliner Nobelkaufhaus KADEWE und die Karstadt-Kaufhäuser. Dazu kommen rund 100 Webshops in 17 Ländern. Jahresumsatz der Gruppe: Rund vier Milliarden Euro. Hier wird sich nun auch Kika/Leiner einordnen.

Laut Unternehmensangaben sind die Arbeitsplätze in den 46 Kika/Leiner-Filialen in Österreich gesichert. "Die kapitalstarke Signa hat mit der erfolgreichen Sanierung von Karstadt die langfristige Sicherung von Arbeitsplätze bewiesen und wird den Restrukturierungsprozess, den wir Anfang des Jahres begonnen haben, als Garant weiter unterstützen", so George.

Fünf Jahre Steinhoff

Die Kika/Leiner-Eigentümerfamilie Koch verkaufte im Jahr 2013 die Möbelkette laut damaligen Medienberichten um mehr als 500 Millionen Euro an Steinhoff. Der Konzern hat nach eigenen Angaben rund 130.000 Mitarbeiter in mehr als 30 Ländern. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte Kika/Leiner nach eigenen Angaben eine schwarze Null, der Umsatz in Österreich lag bei etwa 800 Millionen Euro. Im osteuropäischen Raum wurden Erlöse in Höhe von 200 Millionen Euro verbucht.

Vergangenen Dezember räumte Steinhoff, die Nummer zwei im weltweiten Möbelhandel hinter Ikea, Unregelmäßigkeiten in den Bilanzen ein, die Aktien des Unternehmens gingen auf Talfahrt und stürzten um mehr als 90 Prozent in die Tiefe. Steinhoff saß zu diesem Zeitpunkt auf einem Schuldenberg von 10,7 Mrd. Euro und ringt seither ums finanzielle Überleben.

Auch von anderen Anteilen trennte sich Steinhoff bereits, um sich finanziell etwas Luft zu verschaffen. Der oberösterreichische Möbelhändler XXXLutz übernimmt von Steinhoff die Anteile an der deutschen Möbelkette Poco, teilten die Unternehmen Ende April mit. Die XXXLutz-Gruppe wird damit um 123 Einrichtungshäusern in Deutschland mit fast 8.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 1,6 Mrd. Euro wachsen.

 

 

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Alister
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Selbstlose Retter?

Ist natürlich besser als die Alternativen, da gebe ich sofort Recht und geordneter Übergang ist sicher besser als Chaos aber über kurz oder lang werden die Mitarbeiter trotzdem abgebaut werden. ;) Aber da haben die wenigstens Zeit sich darauf einzustellen, daher wie gesagt: Besser als die Alternativen, nur eben nicht optimal.

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calcit
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Gute Immobilien in guter...

...Lage. Lassen sich sicher gut verwerten. Möbelhäuser gibt es eh genug.

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selbstdenker70
6
15
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...

...und 70%, oder mehr, der Waren kommen von der Steinhof Gruppe weil sie ein Gigant am Möbelsektor ist. Irgendwie beißt sich die Katze in den Schwanz. Aber Lauda, Gusenbauer und Co kann's nur recht sein. Ein paar Filetstücke in guten Lagen werden schon dabei sein...

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