AnleihenkäufeLäutet EZB das Ende der "Geldspritzen" ein?

Ausnahmsweise tagt der EZB-Rat nicht am Sitz der Zentralbank in Frankfurt, sondern in der lettischen Hauptstadt Riga. Mit der ersten Zinserhöhung rechnen Volkswirte jedoch frühestens ab Mitte 2019.

Geld unter Europaflagge
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Die Erwartungen sind groß: Anleger und Sparer hoffen auf konkrete Hinweise der Europäischen Zentralbank (EZB), wann die Geldflut im Euroraum endet. An diesem Donnerstag (13.45 Uhr) verkündet die Notenbank die Ergebnisse ihrer Beratungen. Ausnahmsweise tagt der EZB-Rat nicht am Sitz der Zentralbank in Frankfurt, sondern, wie fallweise üblich, auswärts - diesmal in der lettischen Hauptstadt Riga.

EZB-Chefvolkswirt Peter Praet hatte vorige Woche eine baldige Entscheidung über die Zukunft des Anleihenkaufprogramms angedeutet. Der EZB-Rat werde bei seiner Sitzung in Riga "prüfen müssen, ob die bisherigen Fortschritte ausreichen, um unsere Anleihenkäufe schrittweise zurückzufahren", hatte Praet gesagt.

Aktuell kauft die EZB pro Monat Staats- und Unternehmensanleihen im Wert von 30 Milliarden Euro. Damit will sie die Konjunktur stützen und die Inflation, die zeitweise bedenklich niedrig war, anheizen. Seit Beginn des Programms im März 2015 hat die Notenbank Wertpapiere im Gesamtwert von gut 2,4 Billionen Euro erworben. Die Käufe laufen nach bisheriger Planung bis mindestens Ende September 2018.

Die Wertpapierkäufe sind vor allem in Deutschland umstritten. Kritiker halten der Notenbank vor, Staatsfinanzierung mit der Notenpresse zu betreiben. Weil das Programm allmählich an Grenzen stößt, gehen Investoren schon länger davon aus, dass die Anleihenkäufe heuer auslaufen werden. "

Mit der ersten Zinserhöhung rechnen Volkswirte indes frühestens ab Mitte 2019. EZB-Präsident Mario Draghi hatte wiederholt betont, der Leitzins werde über das Ende der Anleihenkäufe hinaus auf seinem aktuellen Rekordtief von null Prozent bleiben.

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