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Mandl fordert: "Die ersten zwei Krankenstandstage selbst bezahlen"

Die Kärntner Wirtschaftskammer fordert strengere Kontrollen und Strafen bei Krankenstandsmissbrauch. Präsident Jürgen Mandl: "Viele Krankenstände sind für die Unternehmen ein Ärgernis."

Jürgen Mandl © Fritz-Press
 

„Wir schlagen schon seit Jahren vor, dass die ersten beiden Tage des Krankenstands vom Dienstnehmer selbst getragen werden sollten", sagt der Kärnnter Wirtschaftskammer-Präsident Jürgen Mandl. Jetzt erneuert er diese Forderung: "Da würden sich viele Krankenstandtage ganz von selbst erledigen.“

Auch die lange Entgeltfortzahlung bei Freizeitunfällen ist der Wirtschaft ein Dorn im Auge. „Warum soll der Betrieb 42 Tage lang das volle Entgelt weiterzahlen, weil sich ein Mitarbeiter in seiner Freizeit beim Klettern, Motorrad fahren oder Drachenfliegen verletzt hat?“, so Mandl, der die Einführung von verpflichtenden privaten Unfallversicherungen vorschlägt.

Abgesehen von vereinzelten Negativbeispielen würden Kärntens Betriebe viel Verständnis für ihre Mitarbeiter zeigen, große Geduld auch bei Fehlverhalten aufbringen und sich eine etwaige Kündigung sehr gut überlegen, so Mandl in einer Aussendung. Und weiter: „Natürlich kommt es bei rund 185.000 privatwirtschaftlich Beschäftigten in Kärnten hie und da zu Komplikationen. Daran sind aber ganz sicher nicht nur ein paar Unternehmer schuld. Die schwarzen Schafe grasen bei den Arbeitgebern und den Arbeitnehmern genauso.“

Die Rechtslage, die nach wie vor wirtschaftlich angespannte Situation und der nach wie vor zu häufige Krankenstandsmissbrauch machen vielen Betrieben zu schaffen. „Wird ein Urlaub nicht gewährt oder ist ein Dienstnehmer mit seiner zugewiesenen Arbeit nicht zufrieden, werden immer wieder kuriose Krankenstandsfälle an uns herangetragen“, erklärt die Arbeitsrechtsexpertin der Wirtschaftskammer, Katharina Kircher. Einmal sei eine Dienstnehmerin von einem Arzt sogar nach 26 Tagen rückwirkend für nur einen Tag krankgeschrieben worden, um ihr Fernbleiben im Nachhinein zu rechtfertigen. Und als fünf Arbeiter mit ihrem Partieführer nicht einverstanden waren, legten sie die Arbeit nieder und ließen sich vom selben Arzt für die gleiche Dauer krankschreiben.

Die Kammer verlangt daher von den Ärzten eine korrekte medizinische und berufskundige Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit des Mitarbeiters, bei Verstößen soll es auch entsprechende Sanktionen für die Mediziner ebenso wie die Beschäftigten geben.

Kommentare (11)

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nua0a0mensch
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Sparen bei den Kleinen

Alles was es an Sozialleistungen gibt, ist solchen Leuten ein Dorn im Auge. das Futtersackerl sollen wir brav anfüllen aber abbekommen sollen wir davon nix.

Wie immer werden einige dubiose Fälle als Standartargument angeführt, warum jetzt der Arbeitnehmer selber "peckn" soll. Wissen Sie eigentlich wieviele Menschen KRANK zur Arbeit gehen aus Angst entlassen zu werden? Ist das gesund? Ist Ihnen doch egal wenn Folgeschäden auftreten - wichtig ist nur das man schepft. Am besten bis zum Umfallen dann entfällt auch gleich die Pension. Na Bravo! Schaffen sie das Kontrolleurtum wieder ein, dann hat es sich mit "Blaumachen".

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cehly
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das ist wieder typisch WK...immer nur halbe sachen

Lieber Jürgen Mandl, ich halte das prinzipiell für eine hervoragende idee, obgleich ich feststellen muss, dass mir dieser lösungsansatz viel zu wenig weit geht ich schlage daher folgende zusätzlich massnahmen vor: 1, der freitag - wenn arbeitstag - sollte eigentlich gar nicht mehr bezahlt werden, da ja alle arbeitgeber - für die am freitag wochenarbeitsende ist, ja mit den gedanken schon im wochenende sind und daher gar nicht mehr richtig bei der sache. 2. die ersten und die letzten 10 minuten der tagesarbeitszeit sind in zukunft ebenfalls nicht mehr lohnpflichtig, da die mitarbeiter in der früh noch nicht "bei der sache" sind und kurz vor arbeitsende ebenfalls nicht. 3. bei amtswegen während der arbeitszeit sollte ebenfalls eine halbe stunde abgezogen werden, da ja der dienstnehmer mit sicherheit gar nicht mehr "gedanklich" bei dere arbeit ist. dasselbe gilt natürlich auch für arztbesuche und ähnlichem. 4. vor urlaubsantritt sind die beiden tage davor ebenfalls nicht lohnpflichtig. da sind die mitarbeiter einfach schon "geistig" im urlaub" 5. sollte jemand trotz krankheit beim dienst erscheinen und andere womöglich anstecken ist selbstverständlich fristlos zu kündigen und auf einen eventuellen produktionsausfall zu klagen (was hat er sich auch der zwei unbezahlten krankenstandtage ersparen wollen, der saboteur.)..so jetzt gefällts mir schon besser...*zynoff*

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cehly
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korrektur

es sollte natürlich heissen: da ja alle ARBEITNEHMER - für die am freitag wochenarbeitsende ist, ja mit den gedanken schon im wochenende sind "

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f7cadf1f4af02bb7992384fe68c7dddc
4
21
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Musterbeispiel schwarzer Wirtschaftpolitik

Als ob Krankenstände, Urlaube und sonstige Abwesenheiten nicht in den Produktionskosten eingepreist wären, und wer zahlt diese letztlich?
Wieder wir Konsumenten!
Solchen von Gier nach mehr Gewinnen getriebenen Menschen ist einfach nicht zu helfen.

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AIRAM123
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Naja...

... man sollte sich halt wirklich gut überlegen, was man wählt

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Schwupdiwup
2
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Wenn...

...ein Mitarbeiter krank ist, dann soll dieser gefälligst zu Hause bleiben und nicht erst lange herum überlegen, ob man den Krankenstand selber zahlen muss!
Das Arbeitnehmer oft krank zum Dienst erscheinen und dabei den Rest der Belegschaft anstecken, kann man jetzt bereits viel zu häufig beobachten, weil sich viele auf Grund des großen Leistungsdrucks heutzutage um ihre Stelle sorgen.
Dem Chef "auf der Nase herumtanzende" Dienstnehmer werden in der Regel ohnehin nicht alt in einem Betrieb.

Dass Herr Mandl nun sämtliche Dienstnehmer unter Generalverdacht stellt und somit als unehrlich darstellt, ist in meinen Augen politisch ein Skandal! Praktisch ist es darüber hinaus auch noch kurzsichtig bzw. fahrlässig (Ansteckungsgefahr, medizinische Langzeitfolgen).
Ich behaupte es geht bei dieser Aktion einzig und allein darum, die Kosten auf die Hakler abzuwälzen.

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Momi60
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Trotzdem...

Jeder erschwindelte Krankenstandstag ist Betrug!

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nua0a0mensch
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Nicht jeder schwindelt

Sie tun so als wäre jeder Krankenstand erschwindelt. Ja natürlich was ist für sie ein Schnupfen oder was ist Grippe. Es gibt sicher für "Blaumacher" einen anderen Lösungsansatz statt gleich wieder Strafsanktionen für alle Arbeitnehmer einzuführen. Zum Beispiel genauer kontrollieren wer wie oft wegen was Krankenstand geht und diese Personen wenn auffällig einer Kontrolluntersuchung zuzuführen. Dies wird leider erst wenn überhaupt selten getan.

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Schwupdiwup
3
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jeder,...

...der krank in die Arbeit geht, weil er sich den Verlust von zwei bezahlten Arbeitstagen finanziell nicht leisten kann, ist auf Grund der Ansteckungsgefahr ein Sicherheitsrisiko für die restlichen Mitarbeiter

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helmutmayr
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Als Unternehmer

muss ich mich für meine Kammervertreter wirklich genieren. Herr Mandl, mit Ihrer Aussage unterstellen Sie allen Arbeitnehmern Betrug ! Es gibt sicherlich da und dort kuriose Fälle. Jeder Arbeitgeber hat die Möglichgkeit ab dem 1. Tag eine ärztliche Bestätigung anzufordern. Gegen Ihre allgemeine Unterstellung wehre ich mich im Namen meiner Mitarbeiter !!!!!!!

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undhetz
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wirkliche ideen und themen haben ...

die madenimspecksitzer leider nicht ... schade, dann kommt man halt mit derart abstrusen dingen daher ...

die wirtschaftskammer und der wirtschaftsbund sind institutionen von gestern - nur leider sehr kostspielig ...

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