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Klänge aus dem Mittelalter

In Karl Riedels Werkstatt in Admont fühlt man sich in längst vergangene Zeiten zurück versetzt. Dort entstehen historische Instrumente wie Leiern oder Fiedeln - nicht nur für den Barden von heute.

Den wenigsten bekannt: Mozart, Haydn und Vivaldi komponierten auch Stücke für die Drehleier © Hiebl
 

Wer bereits ein mittelalterliches Fest besucht hat und dort eine authentische Spielmannsgruppe hören konnte, dem sind bestimmt auch deren ungewöhnliche Instrumente aufgefallen. Schwegelpfeiffen, Gamben und Leiern zählen heute zu den Exoten. Gefertigt werden diese aber teilweise noch heute, wie vom Drehleierbauer Karl Riedel, der in Admont seine mittelalterlichen Instrumente herstellt und verkauft.

Wie aber wird man Drehleierbauer? Immerhin handelt es sich dabei um keinen alltäglichen Beruf. In Karl Riedels Fall über eine Lehre zum Geigenbauer. „Ursprünglich habe ich Bautechnik studiert und eine Schreinerlehre absolviert." Nachdem Riedel bei unterschiedlichen Geigenbauern deren Handwerkskunst erlernt und seine Meisterprüfung abgeschlossen hatte, machte er sich 1984 selbstständig. „Ich baue aber keine Geigen in der herkömmlichen Form, sondern habe mich spezialisiert auf historische Musikinstrumente", ergänzt Riedel mit einem Zwinkern.

Foto © Hiebl
Das Repertoire, das der Drehleierbauer dabei anbietet, ist ein sehr umfangreiches. „Bei mir findet man die verschiedensten Instrumente von Drehleiern, Fiedeln und Gamben über Blasinstrumente, bis zu Schalmeien." Es ist also kaum verwunderlich, dass Riedels Kunden von Japan bis Amerika aus allen Ecken der Welt kommen. „Diese erfahren von mir durch meine Website, oder durch die verschiedenen Messen und Feste, auf denen ich ausstelle. Demnächst bin ich bei der Music Austria in Ried vom 11. bis zum 14. Oktober."

Das besondere Zuckerl: Kauft man bei Riedel eines seiner Instrumente, wird man in diesem auch gleich in grundlegenden Spieltechniken unterwiesen. Das Talent, all seine selbstgebauten Instrumente auch zu beherrschen, hat er von seinen Eltern. „Mein Vater hat komponiert, meine Mutter Klavier gespielt." Dem Drehleierbauer lag so die Musik schon immer sehr am Herzen. Früh begann er autodidaktisch Instrumente zu erlernen, wie die Gitarre. „Diese Begabung hatte ich schon immer, dass ich ein Instrument in die Hand genommen habe und damit Musik machen konnte."

 

In Karl Riedels Werkstatt findet man historische Streich- und Blasinstrumente, sowie verschiedene Drehleiern Foto © Hiebl

Wer sich gerne noch intensiver mit seinem Instrument auseinander setzen möchte hat auch die Gelegenheit, dieses gemeinsam mit Karl Riedel selbst fertig zu bauen. Der Korpus ist dabei bereits vorgefertigt, die Feinarbeiten wie das Schleifen und Ölen sowie den gesamten Aufbau der Tasten und Tangenten führt jedoch der zukünftige Besitzer unter Riedels Anleitung durch. „Bei der Drehleier etwa ist es wichtig zu wissen, wie man mit Watte, Kolophonium und Seitendruck das Instrument überhaupt gut spielbar macht. In meinen Baukursen können Kunden ihr Instrument von Grund auf kennenlernen." Während des Kurses erlernt man auch die ersten Spielzüge, die erlauben, das Instrument zu bedienen. „Bis jetzt hat es noch jeder geschafft, in der einen Woche, die der Kurs dauert, sein Instrument fertig zu bauen. Und dieses ist danach auch spielbar, das garantiere ich."

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