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Kunsthandwerk in Dur und Moll

Der Beruf des Musikinstrumentenerzeugers ist so ehrwürdig wie die Kunst, Instrumenten harmonische Melodien zu entlocken. Auch heute sind fähige Handwerker in diesem Metier sehr gefragt.

Stolz auf ihre Lehrlinge und ihre Profession: Christoph Seewald, Andrea Grießl und Innungsmeister Rupert Hofer (v. l.) © Stefan Pajman
 

Andrea Grießl, Christoph Seewald und Rupert Hofer, seines Zeichens Landesinnungsmeister der Kunsthandwerke, brechen ihre Lanze für die Jugend. Alle drei beschäftigen Lehrlinge in ihren Betrieben. Im Musik-Instrumentenhaus Grießl ist das gelebte Tradition, derzeit erlernt Klaus Peter Stelzer hier das Handwerk des Blechblasinstrumentenerzeugers. Der Vorzugsschüler schließt seine Lehre bald ab und seine Chefin hofft, dass der junge Spitzentrompeter dem Betrieb treu bleiben wird. Welche Fertigkeiten sollte ein angehender Lehrling eigentlich mitbringen? Interesse und Freude, handwerkliches Geschick, Teamfähigkeit, Kontaktfreudigkeit und ein positives Auftreten. Ideal ist, wenn sie bzw. er bereits ein Instrument spielt. Das Geschick erkennt man übrigens daran, wie ein Werkzeug in die Hand genommen wird. Das Interesse zeigt sich, so der Innungsmeister, wie bei Hobbymusikern und Begabten bzw. Hochbegabten: Die einen muss man zu ihrem Glück zwingen, die anderen wollen ihr Instrument gar nicht mehr aus der Hand legen.

Peter Stelzer wollte schon immer das Handwerk des Blechblasinstrumentenerzeugers erlernen Foto © KK

Duale Ausbildung. Im ersten Lehrjahr werden alle Musikinstrumentenerzeuger in der Fachschule in Wien gemeinsam unterrichtet, danach erfolgt die Spezialisierung. Rupert Hofer: „Diese duale Ausbildung ist eine ganz reizvolle Geschichte, denn der Lehrling bringt sein in der Schule erworbenes Wissen in die Werkstatt mit und umgekehrt.“ Die Lehrherren werden dazu gebracht, sich intensiv mit ihrer Arbeit auseinanderzusetzen und die Lehrlinge erhalten Einblick in alle Bereiche des Betriebes, vom Einkauf über den Verkauf bis hin zur Reparatur.

Geheimtipp des Landesinnungsmeisters Rupert Hofer:

Internationaler Jugendleis­tungswettbewerb: Jährlich binden angehende Meister der Buchbindekunst einen Buchkern ganz nach ihrem Geschmack. Diese individuellen Kunstwerke sind nun im Grazer Joanneum zu bestaunen.
Termin: Von 2 bis 16. März, wochentags von 9–17 Uhr, Steierm. Landesbibliothek.
Kunsthandwerke Steiermark:
wko.at/stmk/kunsthandwerke


Meisterschaft. Im Geigenbau Atelier Rupert Hofer häufen sich die Anfragen nach einer Lehrstelle. Die Wahl ist diesmal auf Anna ­Riepl­­ gefallen, die einen Abschluss in Kindergartenpädagogik hat. „Wir alle haben kleine Werkstätten, man muss lange Zeit auf engem Raum miteinander auskommen können“, schmunzelt ihr Lehrherr. Er wurde, wie auch Christoph Seewald, in Mittenwald in Bayern ausgebildet. Eine harte Schule, aber auch eine, die zu höchster Meisterschaft befähigt. Hofer ist leidenschaftlicher Sammler, einige seiner Stücke sind bestens dafür geeignet, von den Lehrlingen repariert zu werden. Aber es kommen auch immer wieder Menschen vorbei, die nicht mehr gebrauchsfähige Instrumente abgeben, zum Zerlegen und zum Üben.
Die Pädagogin Anna Riepl arbeitet im Atelier Rupert Hofer Foto © KK

Quereinsteiger. Das Geschäft Gitarrenbau Christoph Seewald gibt es seit nunmehr zwei Jahren. Der junge Chef bildet den minderjährigen Flüchtling Abbas Ebrahimi aus, der unbegleitet nach Österreich gekommen ist. „Ich stelle mich dieser Herausforderung“, erzählt Seewald, „die Lehre ist mir sehr wichtig“. Damit ist für den musikbegeisterten und handwerklich äußerst geschickten Abbas der Weg in eine gesicherte Zukunft geebnet. Das Gitarrespielen hat er sich übrigens autodidaktisch beigebracht. Heimo Streif, der sich mit seinem Klavierhaus im Reich der Tastenvirtuosen einen Namen gemacht hat, ist ebenfalls ein eifriger Förderer junger Handwerkstalente. Am runden Tisch konnte er diesmal leider nicht Platz nehmen, aber ein bisschen Urlaub sei auch einem Meis­ter gegönnt.
Abbas Ebrahimi geht bei Christoph Seewald in die Lehre Foto © KK

Steirisches Kunsthandwerk: Von Tortenfiguren bis zu Glasperlen

Personifizierte (Torten-)Figuren aus ofenhärtender, nicht essbarer Modelliermasse sind die Spezialität der Quereinsteigerin Anna Karp. Begonnen hat ihre Leidenschaft dafür 2013, als sie für eine Kollegin einen Engel modellierte. Ein Jahr später entstand das Label Cake Toppery. Für Karps Kunden werden die Figuren zu Begleitern an besonderen Tagen.

KK

Die Grazerin Anna Karp fertigt unverwechselbare Tortenfiguren nach Maß

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Schmuckstücke aus allen Edelmetallen fertigt, repariert und restauriert die Gold- und Silberschmiede Heller in Graz. Aber auch Gebrauchsgegenständen aus diesen edlen Materialien wie Bestecksets, Platten oder Vasen wird hier wieder zu altem Glanz verholfen. Bei Eva-Maria Heller und ihrem Team findet man außerdem Steirisches und die klassische Grandlbox für kleine Jagdtrophäen.

www.dieheiden-fotos.com #danielaheiden

Die Steiermark ist die neue Wahlheimat der Kärntnerin Eva-M. Heller

www.dieheiden-fotos.com #danielaheiden

Qualitätsarbeit zeichnet das Unternehmen von „Klavierpeter“ Stodulka aus. Seine Liebe zur Musik hat er bereits in jungen Jahren entdeckt, seit 1983 ist Studolka als Klavierstimmer in Graz selbstständig. Für ihn ist jedes Klavier eine aufregende Herausforderung. Egal, ob Universitäten, Konservatorien, Profimusiker oder Privatpersonen, der „Klavierpeter“ freut sich über jeden Auftrag.

KK

Peter Stodulka hat für die Wünsche seiner Kunden stets ein offenes Ohr

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Glasperlen faszinieren seit Jahrhunderten, sind farblich spannend und ergeben tolle Möglichkeiten, malerisch und plastisch zu arbeiten, weiß Michaela Steiner, die eigentlich aus der Keramik kommt. Ihre Perlen fertigt sie aus Rohglasstangen, die in Murano hergestellt werden. Seit 2016 verkauft Steiner ihre Schmuckstücke im „Lendwerk“ in Graz. Auch Kurse über das Glasperlenwickeln werden dort angeboten.

Peter Reiter

Beruf und Berufung zugleich ist für Michaela Steiner die Gestaltung von Glas

KK
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