KonsumentenschutzKein Liebesglück im Internet

Kriminelle nehmen Kontakt mit Menschen auf, die im Internet nach der großen Liebe suchen. Konsumentenschützer warnen: "Überweisen Sie kein Geld!"

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Die vermeintliche Internet-Liebe entpuppt sich als Betrug
Die vermeintliche Internet-Liebe entpuppt sich als Betrug © (c) master1305 - Fotolia
 

Die Konsumentenschützer von "Watchlist Internet" warnen vor dem Liebestrick, den Kriminelle derzeit wieder verstärkt anwenden. Die Masche funktioniert so: Kriminelle nehmen Kontakt mit Partnersuchenden auf. Diesen erklären sie, dass sie im Ausland seien. Es beginnt eine Romanze über das Internet. Nach einiger Zeit wollen die Verbrecher ihrem Gegenüber Geld für eine gemeinsame Zukunft überweisen. Dafür benötigen sie vorab eine finanzielle Unterstützung. Wer diese leistet, verliert Geld.

Vorschussbetrug

Beim sogenannten Scamming (dt. Vorschussbetrug) nehmen Kriminelle Kontakt mit Opfern auf. Sie behaupten beispielsweise, dass diese bei einer Lotterie gewonnen haben, ein günstiges Schnäppchen erwerben können oder die große Liebe seien. Nach einiger Zeit fordern die Verbrecher/innen Geld von ihrem Gegenüber. Dafür führen sie bei einer vermeintlichen Gewinnzusage notwendige Kosten für einen Anwalt oder bei einer Internetromanze den Preis für ein Flugticket an. Zahlt das Opfer, verlangen die Kriminellen weitere Geldüberweisungen. Das wiederholt sich solange, bis das Opfer erkennt, dass es an Kriminelle geraten ist. Ab diesem Zeitpunkt brechen die Verbrecher/innen jeden Kontakt ab und tauchen unter.

Falsches Liebesglück aus dem Internet

Eine Form des Vorschussbetrugs ist der sogenannte Romance-Scam. Bei diesem geben sich Kriminelle als Ärzte, Soldaten oder Geschäftsführer aus. Sie kontaktieren Damen über Soziale Netzwerke oder Datingplattformen und beginnen eine Online-Romanze.

Ein Beispiel aus der Praxis

Eine Watchlist Internet-Leserin berichtet: „Ich habe den Herrn über Facebook kennengelernt. Vorsichtige und nette Anfrage von ihm, ob ich mit ihm korrespondiere. Er stellte sich als Arzt vor, der zurzeit ca. 18 Monaten in Afghanistan arbeitet. Seine Frau ist vor 5 Jahren an Leukämie gestorben, die 11-jährige Tochter lebt in einem Internat in Aberdeen, die Eltern sind bei einem Autounfall ums Leben gekommen, seine Großeltern (...) nach Amerika ausgewandert.“
Und weiter: „sagte er mir, er habe noch 4 Monate zur Pension, nach 2 Monaten wollte er mir sein erspartes Gehalt und Dokumente schicken. Das Paket liegt in Kabul beim Zoll und soll von einem Kurierdienst abgeholt werden, zur Weiterleitung an mich.“

Die Kriminellen äußern zahlreiche Liebesschwüre und behaupten, dass sie die Partnerin besuchen wollen. Nach einiger Zeit schreibt die kriminelle Bekanntschaft, dass sie ihrem Gegenüber Geld überweisen wolle. Die Kriminellen verlangen von ihren Opfern die Bekanntgabe persönlicher Daten, damit sie Ihrem Gegenüber das Geld senden können. Nach einiger Zeit erklärt der vermeintliche Partner aber, dass es Probleme bei dem Bargeldtransfer gäbe. Aus diesem Grund soll das Opfer eine Überweisung ins Ausland tätigen, damit der Kurier diesen erfolgreich durchführen kann.

Überhöhte Überweisung

Als Alternative wird oft auch gefordert, dass das Opfer seine Bankdaten bekannt geben soll. Daraufhin erhält es gefälschte E-Mails, die eine angeblich überhöhten Geldüberweisung belegen. Den Differenzbetrag soll das Opfer an einen bekanntgegebenen Empfänger senden. Kommt dieses den Zahlungsaufforderungen nach, verliert es Geld, denn es gelangt direkt an Kriminelle. Die Verbrecher wiederholen ihre Zahlungsaufforderungen und nennen dafür zahlreiche unterschiedliche Gründe. Das geschieht solange, wie das Opfer zahlt. Eine Gegenleistung dafür gibt es nicht.

Watchlist Internet empfiehlt:

Beantworten Sie keine Kontaktanfragen von unbekannten Personen, denn in diesem Fall könnten Sie Opfer eines sogenannten Romance-Scams werden. Verlangen Unbekannte von Ihnen Geld, brechen Sie jeden Kontakt mit diesen ab!

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