Die Industrie im Euroraum hat ihre Produktion im September überraschend kräftig hochgefahren. Die Betriebe stellten 0,9 Prozent mehr her als im Vormonat, wie das Statistikamt Eurostat am Montag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit plus 0,3 Prozent gerechnet, nachdem es im August einen Anstieg von revidiert 2,0 Prozent gegeben hatte.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat legte der Ausstoß im September um 4,9 Prozent zu und damit deutlich stärker als mit 2,8 Prozent erwartet.

Weltwirtschaft schwach

In der Eurozone stieg die Produktion von Investitionsgütern von August auf September um 1,5 Prozent und von Verbrauchswaren um 3,6 Prozent. Der Ausstoß von Vorleistungsprodukten sank hingegen um 0,9 Prozent und von Energie um 1,1 Prozent. Die im Zuge des Ukrainekrieges stark gestiegenen Preise für Energie und Rohstoffe machen vielen Industriebetrieben das Leben schwer. Aber auch die seit Ausbruch der Coronapandemie zu verzeichnenden Störungen der Lieferketten belasten immer noch.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) geht wegen des anhaltenden Gegenwinds von einer schwächelnden globalen Konjunktur aus. "Das Wachstum der Weltwirtschaft wird sich auf gut 2,25 Prozent im kommenden Jahr belaufen – nach drei Prozent im laufenden Jahr", heißt es im Globalen Wachstumsausblick 2023 des BDI. "Das ist ein enorm schlechter Wert." Es drohe das drittschlechteste Ergebnis für die Welt in den vergangenen 32 Jahren.