Familie oder Karriere? So hieß es früher. Spätestens seit Corona haben Unternehmen die Bedeutung von Familienfreundlichkeit erkannt: für ein gutes Betriebsklima, zur Anwerbung von Fachkräften, zur Steigerung der Arbeitszufriedenheit.

Familienfreundlichkeit wird zur Unternehmensstrategie, die in Österreich staatlich ausgezeichnet wird. Unter den neu Zertifizierten ist diesmal auch das Elektronik-Unternehmen cms aus Klagenfurt, das für internationale Businesskunden produziert: unter anderem Bedienelemente für VW, BMW oder Jaguar, Messsysteme für die Industrie, Veterinär-Impfgeräte oder Elektronik für die Dentaltechnik. Exportquote: 74 Prozent.

182 Mitarbeiter beschäftigt cms allein am Standort Klagenfurt, der nächstes Jahr 20-Jahr-Jubiläum begeht. Ein Einschnitt, der Geschäftsführer Michael Velmeden und sein Team dazu bewogen hat, sich noch intensiver mit den inneren Werten der schon bisher familiären Firmenkultur auseinanderzusetzen, die auch im Leitbild thematisiert wird, das da lautet: „We care for the people and the business.“ Also: Wir kümmern uns um Menschen und ums Geschäft. In dieser Reihenfolge.

cms-Chef Michael Velmeden: "Den Arbeitsplatz attraktiv gestalten"
© Hude

„Corona hat gezeigt, wie wichtig der Umgang miteinander und die Wertschätzung füreinander sind. Und nach Corona hat sich auch bei uns herausgestellt, wie stark wir im Wettbewerb um Mitarbeiter sind. Das Entgelt ist bei weitem nicht alles“, sagt Velmeden. cms baut derzeit sogar an all Standorten Personal auf, muss nach Lieferkettenproblemen und Komponentenengpässen die hohen Auftragseingänge abarbeiten - bei gleichzeitig steigenden Fracht- und Energiekosten.

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cms-Team vor dem Produktionsstandort in Klagenfurt: Fokus auf innere Werte
© Joachim Zotter/cms

Die in Worten gegossene Einsicht: Erfolg hängt von Menschen ab. Velmeden: „Die Zertifizierung ist der Start. Jetzt begeben wir uns mit dem Thema auf eine Reise.“ Die Möglichkeit für Homeoffice und Gleitzeit Catherine Waldmann, Human Resources-Managerin bei cms, hat eine Projektgruppe bestehend aus sich selbst, Erik Bos, Alexandra Habernik, Ulrike Pollinger, Jutta Singer, Michael Steiner und Lukas Wernig gebildet und nennt einige Vorhaben: „Wir wollen Dienstjubiläen anerkennen. Wir verankern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in unserer Firmenstruktur. Und wir organisieren Fort- und Weiterbildungsprogramme zum Thema Gesundheit.“ Zudem wird das cms-Intranet um die Rubrik Familie & Beruf erweitert und Veranstaltungen für die Mitarbeiter und deren Familien organisiert.

So hat ein unerschrockenes cms-Team im Juli beim Extrem-Hindernislauf Spartan in St. Pölten teilgenommen. Der Lauf startet mit „Aroo! Aroo! Aroo!“, dem angeblichen Schlachtruf der antiken Spartaner. Am 16. Dezember findet bei ein Tag für die Kinder von cms-Mitarbeitern statt, mit Zirkus und Krapfen, aber auch mit Fertigungsrundgang.

cms fährt im Drei-Schicht-Betrieb, die Automatisierung ist hoch. Velmeden: „Da ist es also wesentlich, den Arbeitsplatz attraktiv zu gestalten und sich gegenseitig zu unterstützen und zu entlasten. Es geht darum, die beiden Welten miteinander zu verbinden.“