Erstmals seit der Finanzkrise 2008 gibt es laut OeNB in Österreich einen herben Wohlstandsverlust. Die meisten brauchen dafür keine Expertenmeinung, denn sie spüren die Teuerungen schmerzhaft beim Lebensmitteleinkauf, Tanken und Heizen. Das Gefühl, sich trotz Arbeit nichts oder deutlich weniger leisten zu können, macht Angst. Geschürt wird sie von der Sorge, was noch kommt.

Bei Strom kann man nur bedingt sparen. Natürlich kann man Licht und Elektrogeräte ausschalten und auf Effizienz achten. Aber eine gewisse Strommenge braucht jeder. Dass ausgerechnet in der Krise Energieversorger wie die Kelag Rekordgewinne einfahren, ist für Menschen, die sich nicht mehr die Butter aufs Brot leisten können, eine bittere Pille.

Der Oberste Gerichtshof hat im Sommer festgestellt, dass die Kelag unzulässige Preisanpassungsklauseln verwendet hat. Trotzdem war die Kelag nicht zur Rückzahlung bereit. Erst nach Druck des Vereins für Konsumenteninformation und der Öffentlichkeit lenkte sie ein. Ähnlich verhält sich die Kelag bei der Grundsicherung. Diese Haltung mag dazu beitragen, dass die Kelag wirtschaftlich gut dasteht. Doch das gute Geschäft kostet sie viel – das Vertrauen so mancher Kunden.