Flexible Arbeitszeiten, Arbeiten zu Hause, kein Startkapital erforderlich und keine Lagerfläche notwendig  - das sind einige der Vorteile, die Personen, die im Direktvertrieb tätig sind, nennen. Österreichweit gibt es laut aktuellem Branchenreport 20.000 Direktberater und Direktberaterinnen. "In Kärnten haben rund 1800 einen Gewerbeschein", sagt Werner Haber, Mitglied des Ausschusses des Direktvertriebs in der Wirtschaftskammer Kärnten und Beauftragter für die Öffentlichkeitsarbeit. Bekannte Marken sind Amway, Tupperware, Duftkerzen-Produzent Partylite und die Kosmetiklinie Ringana.

Wie Haber, der selbst Amway-Produkte wie Nahrungsmittelergänzungsmittel, Wasserfilter und Kosmetikartikel vertreibt, erklärt, erfolgt der Einstieg in den Direktvertrieb meist nebenberuflich. Und der Großteil, nämlich 95 Prozent, wie die aktuelle Befragung für den Branchenreport zeigt, bleibt dabei. Nur fünf Prozent arbeiten mehr als 30 Stunden pro Woche im Direktvertrieb und erfüllen damit die Voraussetzungen für eine hauptberufliche Tätigkeit. Etwa die Hälfte investiert unter zehn Stunden pro Woche in den Direktvertrieb und verdient entsprechend wenig, nämlich nicht mehr als 500 Euro damit. Doch es gibt auch deutlich höhere Einnahmen. Etwa acht Prozent verdient mehr als 4000 Euro brutto im Monat, vier Prozent mehr als 6000 Euro und zwei Prozent über 10.000 Euro.

Für den Direktvertrieb begeistern sich Menschen aus den unterschiedlichsten Bildungsschichten. 31 Prozent haben eine Lehre absolviert, 27 Prozent haben eine Höhere Schule und 18 Prozent sogar ein Studium an einer Universität oder Fachhochschule abgeschlossen.

Trotzdem hadert der Direktvertrieb immer wieder mit Imageproblemen. "Wir kämpfen immer wieder gegen den Vergleich mit illegalen Pyramidensystemen an", sagt Haber. Das Potenzial des Direktvertriebs sei in Kärnten noch lange nicht ausgeschöpft, meint der Funktionär. In Asien und Osteuropa habe sich der Direktvertrieb in den vergangenen Jahren extrem gut entwickelt. Er rechnet damit, dass die aktuellen Teuerungen für viele einen Einstieg in den Direktvertrieb attraktiv machen, was bereits spürbar sei.

Vor Kurzem trafen sich die Direktberaterinnen und Direktberater zum Netzwerken und Austausch beim Tag der Kärntner Direktvertriebs im Congress Center Pörtschach.