Angefangen hat alles eigentlich als Hobby. Während ihres Jus-Studiums fertigte Mascha Lina Borodin für sich selbst handgenähte Ohrringe. "Bald wollten Freundinnen und auch Personen, die ich gar nicht kannte, die Ohrringe kaufen", erzählt die Designerin. Als schließlich die ersten Geschäfte die Schmuckstücke ins Sortiment aufnehmen wollte, sei klar gewesen, dass sie einen Gewerbeschein braucht.

Um sich auf die Schmuckfertigung zu konzentrieren, legte die junge Frau vorerst für ein Jahr ihr Jus-Studium auf Eis. Innerhalb dieser Zeitspanne baute sie einen Online-Shop auf und etliche Boutiquen verkauften ihre Ohrringe. Bald war für die Autodidaktin klar, dass sie die Juristerei, bei der sie ihre Kreativität nicht voll ausleben konnte, zugunsten ihres Unternehmens an den Nagel hängen würde.

In vier Wiener Manufakturen werden die Ohrringe gefertigt
© Maschalina

Gefertigt werden die Schmuckstücke des 2012 gegründete Labels in vier Wiener Manufakturen, in denen 25 Personen, die es aufgrund mentaler Herausforderungen am Arbeitsmarkt schwer haben, tätig sind. Dafür hat die Unternehmerin unter anderem in Zusammenarbeit mit Ergotherapeuten Tutorials erarbeitet.  Pro Jahr werden aus Süßwasserperlen, Edelsteinen, Swarovski Glas und Edelmetallen rund 5000 Schmuckstücke hergestellt. Heuer könnte diese Marke sogar um 1000 bis 2000 Stück überschritten werden. Eine Produktion in Österreich aufzubauen, sei eine besondere Herausforderung gewesen, sagt Borodin, die sich unter anderem mit einem kostenlosen Reparaturservice für Nachhaltigkeit einsetzt. Doch sie sei nicht bereit gewesen, von einer fairen, regionalen Produktion abzurücken.

Gestärkt aus der Krise

Lockdowns und Covid-Krise haben auch bei Maschalina, das sich unter anderem finanziell für das Linzer Frauenhaus und das Flüchtlingswerk UNHCR engagiert, Spuren hinterlassen. "Bis zur Pandemie haben wir ungefähr zu je 30 Prozent unserer Schmuckstücke online, in Boutiquen und bei unseren Veranstaltungen verkauft", berichtet Borodin. Doch da Veranstaltungen wie das Oktoberfest abgesagt wurden, brach auch die Nachfrage ein. Doch sie nahm die Herausforderung an und stellte sich neu auf. Mittlerweile werden 70 Prozent der Schmuckstücke online verkauft. Das Potenzial des Online-Shops sei noch nicht ausgeschöpft, meint die Unternehmerin, die erstmals in der zehnjährigen Firmengeschichte erwägt, für diesen Bereich einen Partner ins Boot zu holen.