Von einem Wachstum „der kleinen, aber stetigen und gesunden Schritte“, spricht Michael Bartenstein. 2019 hat er das Start-up „aer“ gegründet, das auf ökologisch abbaubare und nachfüllbare Reinigungsmittel spezialisiert ist. Gemeinsam mit Tobias Lehner mischt er damit im gigantischen – von riesigen Konzernen dominierten – Markt für Haushaltsreiniger mit. Doch „aer“ mit Sitz in Lannach bietet keine fix-fertigen Flüssigreiniger an, sondern kleine Pulversäckchen aus Papier, die ganz simpel mit Leitungswasser vermischt werden. Produkte zum Selbermixen, inklusive eigens kreierter, wiederbefüllbarer Verpackung. Das erspart unnötigen Plastikmüll. Wichtiger Vertriebskanal sei der Webshop, im Business-to-Business-Geschäft gebe es u. a. im Bereich von kleineren Concept-Stores, die auf Nachhaltigkeit setzen, Abnehmer, quer verteilt im EU-Raum. „Es kommen aber auch Bestellungen aus den USA“, sagt Bartenstein.

"Wir produzieren in Österreich"

Die Ursprungsidee der Wiederbefüllung wurde nun auf weitere Produktgruppen ausgeweitet. Die Palette reicht nun von Geschirrspülmittel, verschiedenen Waschmitteln, WC-Reiniger bis zu Körperpflegeprodukten wie Seife für Körper und Gesicht.
„Wir produzieren in Österreich, alles ist vegan und kein Produkt enthält harte Chemikalien“, sagt Bartenstein. „Wir sind stolz darauf, dass wir die gesamte Entwicklung und Laborarbeit selbst übernehmen und so auch ständig Kundenfeedback, zum Beispiel im Bereich der Duftstoffe und von neuen pflanzlichen Inhaltsstoffen, einarbeiten können.“
Bisher konnte man durch das Konzept der Wiederbefüllbarkeit „mehr als 50.000 Einwegplastikflaschen eliminieren, die Umsätze nähern sich dem sechsstelligen Bereich“, so Bartenstein. „Wir sind ein gänzlich eigenfinanziertes Start-up, wichtiger als die Wachstumsgeschwindigkeit ist uns Unabhängigkeit und eine gesunde Entwicklung.“ Perspektivisch schließe man den Einstieg eines Investors zwar nicht aus, „wir hören uns das an, aber es muss nicht um jeden Preis sein“.