Die deutsche Metallergewerkschaft IG Metall zieht mit einer Forderung nach 8 Prozent mehr Geld in die Tarifverhandlungen für die deutsche Metall- und Elektroindustrie. Das hat der Gewerkschaftsvorstand am Montag in Berlin beschlossen. Der Vorsitzende Jörg Hofmann begründete die höchste Forderung seit 2008 mit der guten Ertragslage der Unternehmen und der hohen Inflation.

Die Beschäftigten brauchten Entlastungen, auch mit Blick auf ihre 2023 nochmals steigenden Rechnungen, erklärte er laut einer Mitteilung. Steigende Einkommen und stabiler Konsum nützten auch der Konjunktur, meinte Hofmann.

Tarif für rund 3,9 Millionen Beschäftigte

Die Tarife der Metall- und Elektroindustrie gelten für rund 3,9 Millionen Beschäftigte in wichtigen Kernbranchen der deutschen Industrie wie Fahrzeug- und Maschinenbau. Zuvor hatten sich bereits die regionalen Tarifkommissionen für die nun beschlossene Höhe ausgesprochen. Auch bei den Verhandlungen zum Haustarifvertrag beim größten deutschen Autobauer VW fordert die Gewerkschaft acht Prozent.

"Verantwortungslos"

Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall hat der IG Metall bereits vorgeworfen, die wirtschaftliche Lage der Branche verantwortungslos schönzureden. Die Betriebe müssten starke Kostensteigerungen verkraften, die sie nur zum Teil weitergeben könnten.

Die regionalen Entgelttarifverträge für die Branche laufen bundesweit zum 30. September aus. Warnstreiks sind nach dem 28. Oktober möglich. In Baden-Württemberg sowie in Berlin-Brandenburg-Sachsen haben die Tarifpartner den 14. September als ersten Verhandlungstermin festgelegt. In aller Regel wird im Laufe der Verhandlungen ein Pilotbezirk vereinbart, dessen Abschluss dann die übrigen Regionen übernehmen.