Nachdem die Staatsanwaltschaft München am Mittwoch BMW-Geschäftsräume in der Konzernzentrale sowie in Steyr in Oberösterreich durchsucht hatte, wollte sich BMW in Steyr am Donnerstag nicht näher zu der Causa äußern. Es handle sich um laufende Ermittlungen. Hintergrund des Falls sind technische Schwierigkeiten mit einem Kühlsystem für die Abgasrückführung (AGR), die in Südkorea 2018 zu Dutzenden Autobränden geführt haben sollen.

Auch in Europa hatte es in Zusammenhang mit den AGR-Problemen Rückrufe gegeben: Aus dem Kühler austretendes Glykol könne in Kombination mit Ruß-Ablagerungen sowie unter den üblicherweise hohen Temperaturen im AGR-Modul zu glühenden Partikeln führen. In sehr seltenen Fällen komme es dabei zu Anschmelzungen im Ansaugkrümmer, die im Extremfall einen Brand auslösen können, erklärte BMW damals. Vorsichtshalber wurden daher weltweit 1,6 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten beordert.

Die Staatsanwaltschaft in Seoul habe kürzlich Anklage gegen BMW Korea und Mitarbeiter dort wegen des Verdachts erhoben, technische Mängel verschwiegen und Rückrufe zu spät gestartet zu haben, sagte ein BMW-Sprecher in München. Die Ermittlungen der koreanischen Behörden gegen die BMW AG seien aber im Mai eingestellt worden.

Gegenüber der ORF-Fernsehnachrichtensendung ZIB 2 hatte die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft Mittwochabend bestätigt, die Hausdurchsuchung im Auftrag der Staatsanwaltschaft München durchgeführt zu haben. Diese wiederum war aufgrund eines Rechtshilfeersuchens der südkoreanischen Behörden aus dem Jahr 2020 aktiv geworden.