"Es gibt immer was zu tun" - Nicht nur Baumärkte werben mit diesem Slogan. In der Arbeitswelt hat sich die Parole als „lebenslanges Lernen“ verkleidet und als Fahrplan für eine gedeihliche berufliche Karriere etabliert. Entsprechend groß und bunt ist die Palette an Aus-, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Auch Fachhochschulen und Universitäten bieten unter dem Sammelbegriff der „akademischen Weiterbildung“ entsprechende Angebote an. Es umfasst sowohl studiengangförmige Angebote (weiterbildende Bachelor- und Masterstudiengänge) als auch kürzere Lehrgänge und Einzelkurse.

An der Grazer Karl-Franzens-Universität wurde dafür 2006 mit „Uni for Life“ eine eigene Andockstelle geschaffen. Die 100 Prozent-Tochtergesellschaft der Universität versteht sich in ihrem Selbstverständnis als „Bildungspartnerin“ für Uni-Absolventen und Uni-Absolventinnen, aber auch Weiterbildungsinteressierte ohne akademischen Ausbildungshintergrund.

Die Eingangstore sind bewusst offen gehalten: Ob man ein abgeschlossenes Studium oder abseits einer akademischen Ausbildung gesammelte Berufserfahrung mitbringt – für fast jeden findet sich eine passende Weiterbildungsmöglichkeit. „Wir wollen Menschen ansprechen, die die Universität wieder oder erstmals in ihr Leben holen wollen“, unterstreicht „Uni for Life“-Geschäftsführer Stephan Witzel.

Vielfalt der Teilnehmer

Gerade die biografische Vielfalt der Teilnehmer sei eine besondere Qualität und biete für alle Beteiligten Vorteile, so Witzel. Was sie jedenfalls eint, sind Wille, Mut und „eine überdurchschnittliche Motivation“ (Witzel), beruflich den nächsten Schritt auf ihrer Karriereleiter machen zu wollen. Auch bei den Lehrenden wird auf einen Mix aus Universitätspersonal und Vertretern aus der Wirtschaft geachtet. Die Palette reicht von Wissenschaftlern der Uni über Vorstandsvorsitzenden von Unternehmen bis zu freiberuflichen Trainern. Knapp 900 Personen umfasst der Pool an Vortragenden.
Deren Expertise wird in einem Angebot von 70 Lehrgängen und Kursen gebündelt. Inhaltlich wird die gesamte Bandbreite der sechs Fakultäten der Universität abgedeckt: Recht, Wirtschaft, Bildung und Soziales, Sprache und Kommunikation, Gesundheit und Naturwissenschaft sowie Weltanschauung und Gesellschaft übertiteln sich die Fachbereiche. „Es sind viele Schnittstellenbereiche dabei, die verschiedene Kompetenzfelder der Uni vereinen“, sagt Witzel. Zudem nütze und biete man den direkten Kontakt zu Unternehmen: „Wir sind ein Brückenkopf der Uni zur Wirtschaft“, fasst Witzel Aufgabe und Anspruch zusammen.

Dafür werden von den Programm-Verantwortlichen für die einzelnen Fachbereiche pro Jahr knapp über 2000 Beratungsgespräche mit Interessierten durchgeführt. Als eine der wenigen Weiterbildungsinstitutionen konnte bei „Uni for Life“ während der pandemiebedingten Kontakteinschränkungen ein massiver Anstieg bei der Nachfrage nach dem Kursangebot verbucht werden.

Online- und Präsenzunterricht

Ab dem ersten Lockdown-Tag wurde vollständig auf Online-Unterricht umgestellt. „Wir hatten schon davor strategisch auf Digitalisierung gesetzt, das hat sich bezahlt gemacht“, ist Witzel stolz. Mittlerweile hat man auf ein berufsbegleitendes Hybrid-System aus Online- und Präsenzveranstaltungen am Abend und an Wochenenden umgestellt, „weil es ja auch um den persönlichen Kontakt und das direkte Vernetzen geht“. Zudem bietet man Spezialvarianten in Form von Onlinekursen, die „on demand“ von den Teilnehmern mit freier Zeiteinteilung absolviert werden können, beziehungsweise Kooperationen mit externen Partnern an. Dabei kommen Vortragende beispielsweise nach Tirol, Oberösterreich und Kroatien, die Teilnehmer ersparen sich so das Pendeln nach Graz. „Sie bekommen aber einen Abschluss der Uni Graz“, wirbt Witzel. Am Mittwoch und Donnerstag kommender Woche (27./28. April) kann man sich im Rahmen von online abgehaltenen „Info Days“ über das Kurs- und Lehrgangsangebot informieren.