Beschäftigte im Hotel- und Gastgewerbe erhalten ab Mai im Schnitt um 3,7 Prozent mehr Geld. Die Gewerkschaften vida und GPA haben mit der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) einen entsprechenden Kollektivvertragsabschluss unter Dach und Fach gebracht. Der neue Mindestlohn für Hilfskräfte beträgt 1629 Euro und für Fachkräfte in den ersten beiden Berufsjahren 1700 Euro pro Monat, wie die Kammer und die Gewerkschaft am Freitag in einer Aussendung bekannt gaben.

"Die Beschäftigten haben sich diese Einkommenssteigerung nach zwei sehr herausfordernden Jahren voller Existenzängste mehr als verdient", betonten der Vorsitzende des Fachbereichs Tourismus in der Gewerkschaft vida, Berend Tusch, und Andreas Laaber von der Gewerkschaft GPA.

Seit Inkrafttreten des letzten Kollektivvertrags vor drei Jahren betrage die Einkommenssteigerung etwa für einen ausgelernten Koch somit 100 Euro, rechnete Tusch vor. Lehrlinge bekommen ab 1. Mai monatlich 815 Euro im ersten Lehrjahr, 925 Euro im zweiten, 1055 Euro im dritten und 1145 Euro im vierten.

"Konstruktives Gesprächsklima"

Der im Vorjahr vereinbarte Kollektivvertragsabschluss für Arbeiter und Angestellte im Hotel- und Gastgewerbe hatte für die Jahre 2021 und 2022 ab 1. Mai 2022 eine Erhöhung der Mindestlöhne und -gehälter um durchschnittlich 2,35 Prozent vorgesehen. Doch damals war die hohe Inflation noch nicht absehbar – die Jahresrate lag 2021 bei 2,8 Prozent, im März 2022 lag die Monatsrate laut Schnellschätzung der Statistik Austria bei 6,8 Prozent.

"Trotz der extrem schwierigen Zeit für die Branche durch die Pandemie, tragen wir auch Verantwortung für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und haben die bereits beschlossenen Lohn- und Gehaltserhöhungen ab 1.5.2022 nochmals spürbar angehoben", betonten die Chefverhandler der gastgewerblichen Fachverbände in der WKÖ, Susanne Kraus-Winkler und Mario Pulker.

Beide Seiten unterstrichen das konstruktive Gesprächsklima bei den Verhandlungen. "Sowohl die Betriebe als auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mussten bereits in der Pandemie mit vielen Beschränkungen und Einschnitten zurechtkommen. Mit dem erzielten Abschluss, der ohne gute Verhandlungspartner auf beiden Seiten nicht möglich gewesen wäre, können alle Beteiligten optimistisch in die Zukunft blicken. Die Sozialpartnerschaft hat sich bewährt", so Tusch, Laaber, Kraus-Winkler und Pulker in einer gemeinsamen Aussendung.