Creditreform-Umfrage Die Stimmung unter den heimischen KMU hat sich verbessert

Heimische Klein- und Mittelbetriebe haben stärkere Umsatzerwartungen und eine höhere Investitionsbereitschaft als noch vor einem Jahr. Der neueste Lockdown habe daran bisher wenig geändert.

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Die Auftragslage in den heimischen Klein- und Mittelbetrieben, vor allem auch im Handwerk, ist gut © Fuchs Jürgen
 

Die Stimmung unter den heimischen Klein- und Mittelunternehmen (KMU) hat sich stark verbessert. Das geht aus einer Befragung von knapp 1500 Unternehmen durch die Creditreform im Oktober und November hervor, deren Ergebnis am Dienstag veröffentlicht wurde. Der neueste Lockdown habe an der besseren Stimmung nichts geändert, schließlich laufen die staatlichen Hilfsprogramme weiter und viele KMU hätten aus bisherigen Lockdowns gelernt, so Creditreform-Chef Gerhard Weinhofer.

Freilich gebe es bestimmte Branchen wie beispielsweise den (Städte-)Tourismus, wo die Lage keine gute sei, so Weinhofer. Bedeutend sei auch ein nicht zu langer aktueller Lockdown. Insgesamt haben sich die Umsatzerwartungen der Umfrage zufolge jedenfalls deutlich gesteigert. Zudem wollen 43 Prozent der Firmen investieren und 23 Prozent Personal aufstocken.

Die mittelständischen Betriebe seien in den vergangenen sechs Monaten dank der gelockerten Corona-Schutzmaßnahmen durchgestartet. Der Geschäftslageindex des Gläubigerschutzverbandes schraubte sich um 21 Zähler nach oben und erzielte ein Ergebnis von plus 23,1 Punkten. Im Herbst 2020 waren es nur plus 2,1 Punkte gewesen.

Verbesserter Konjunkturverlauf

Einen verbesserten Konjunkturverlauf verzeichneten im Vergleichszeitraum alle vier Hauptwirtschaftsbereiche - verarbeitendes Gewerbe, Bau, Handel und Dienstleistungen. Besonders groß war die Erleichterung in der Dienstleistungsbranche, die stark unter den Corona-Einschränkungen zu leiden hatte: Betrug der Geschäftslageindex hier vor einem Jahr nur minus 7,7 Punkte, so waren es heuer im Herbst bereits 19,5 Punkte.

Die gute Auftragslage ließ die Kassen bei den österreichischen Mittelständlern ordentlich klingeln, schreibt die Creditreform. 40,1 Prozent der Befragten gaben Umsatzsteigerungen an, nur 14,1 Prozent Umsatzeinbußen. Im Herbst 2020 musste dagegen fast jeder zweite Betrieb Umsatzrückgänge verkraften (45,4 Prozent). Der Saldo aus gestiegenen und gesunkenen Umsätzen katapultierte sich von minus 18,9 auf heuer plus 26,2 Prozentpunkte und markiert damit den Höchstwert im Zehnjahresvergleich.

Fraglich, ob Aufwärtstrend Bestand hat

Diese positive Entwicklung zeige sich auch in der Breite - in allen vier Hauptwirtschaftsbereichen ging die Umsatzkurve steil nach oben. Angesichts der schwierigen Situation im ersten Coronajahr atmeten die mittelständischen Unternehmen zuletzt auf. Es ist aber fraglich, ob dieser Aufwärtstrend künftig Bestand hat, gibt der Verband zu bedenken. "Corona ist nicht überwunden und es besteht weiterhin das Risiko, dass die Pandemie die Konjunktur nach unten drückt. Der aktuell vierte Lockdown hatte bisher weniger negative Auswirkungen als befürchtet."

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