Zahlen aus 2019Mehrwertsteuer: Betrug kostet EU-Staaten 134 Milliarden Euro

Durch den Vergleich der Steuerdaten kann überprüft werden, wie stark der Mehrwertssteuerbetrug in der EU ist. Alleine 2019 wurden 134 Milliarden Euro unterschlagen.

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Symbolbild © M. Schuppich - Fotolia
 

Den EU-Staaten sind 2019 rund 134 Milliarden Euro an Einnahmen aus der Mehrwertsteuer entgangen. Das geht aus einem Bericht der Europäischen Kommission am Donnerstag hervor. "Die Mehrwertsteuerlücke stellt nach wie vor ein großes Problem dar - vor allem angesichts des enormen Investitionsbedarfs, dem unsere Mitgliedstaaten in den nächsten Jahren nachkommen müssen", sagte Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni.

Die Verluste entstanden den Angaben nach durch Betrug, Hinterziehung oder Umgehung der Mehrwertsteuer, aber auch durch Insolvenzen oder Verwaltungsfehler.

Größte Lücke in Italien

Deutschland entgingen rund 23,4 Milliarden Euro an Mehrwertsteuer - in absoluten Zahlen das Land mit der zweitgrößten Lücke, nach Italien mit 30,1 Milliarden Euro. Gentiloni forderte die EU-Staaten dazu auf, mehr gegen den Mehrwertsteuerbetrug zu unternehmen. "Es handelt sich hierbei um eine schwere Straftat, die sich direkt auf den Geldbeutel der Verbraucherinnen und Verbraucher auswirkt, unsere Sozialsysteme untergräbt und die Staatskassen erheblich schädigt", so Gentiloni.

Insgesamt habe sich die Mehrwehrsteuerlücke im Vergleich zu 2018 um rund 7,0 Milliarden Euro verringert, schrieb die Kommission.

Kommentare (2)
deCamps
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Dazu kann ich mit 2 Unternehmen schon im EG Raum seit den 60er Jahren bis 2013 unterwegs sagen.

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Kein Geheimnis, nichts Neues noch aufregendes. Was mich tatsächlich dabei ärgert, man tut als wüsste man größtenteils davon nichts oder erst seit 10 Jahren und tut als könnte nichts dagegen getan werden.
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Mit hervorragenden und tatsächlich versierten und praxisbezogenen EDV Personal könnte man mindestens seit 20 Jahren 70-80% aus allen Mitgliedsländern das mobile und ansässige Wirtschaftsgefüge dementsprechend finanztechnisch erfassen, registrieren und Maßnahmen einleiten. Ja, wenn halt eine tatsächliche Gemeinsamkeit der EU-Gemeinschaft gegeben wäre.
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Allein der Papierschwindel vom Export und Import, Investitionsaufwände usw. hier gibt es tatsächlich keine Warenbewegungen. Niemand kontrolliert ob es diese Warenbewegungen gibt und dann fließen Mehrwertsteuerguthaben etc. und dann gibt es Insolvenzen, bei der die Ansprüche der Finanz nicht mehr zum Tragen kommen.
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Durch den freien Grenzverkehr innerhalb der EU sind diese Betrügereien Tor und Tür nahezu endlos wie die Zahlen zeigen geöffnet. Warum die Italiener an der Spitze liegen, muss nicht im Detail erörtert werden, dass der Großteil dieser Milliarden den Mitgliedsländern im Wirtschaftsbudget fehlen, keine Frage.

deCamps
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Allein durch das U34 Verfahren gibt es zehntausendfachen Steuerbetrug.

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Wenn nach zollrechtlichen Vorschriften weder eine elektronische noch eine schriftliche Zollanmeldung erforderlich sind (z.Bp. bei einem Ausfuhrwert >>>>> von bis zu 1.000 EUR <<<<<), kann der Ausfuhrnachweis durch eine >>>>> vom Unternehmer ausgestellte <<<<<< und mit der zollamtlichen Ausgangsbestätigung versehene Ausfuhrbescheinigung erbracht werden (z.Bp. U34).
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Im Versendungsfall ist der Ausfuhrnachweis in erster Linie durch Versendungsbelege (Frachtbrief, Postaufgabeschein, Konnossement, udgl.) und deren Doppelstücke zu erbringen.