KV-Löhne für Lkw-Fahrer Fachkräftemangel lässt Löhne um knapp 5 Prozent steigen

Für die rund 50.000 Lkw-Fahrer in Österreich gibt es eine Lohnerhöhung. Die Sozialpartner haben sich auf einen KV-Abschluss von 4,96 Prozent geeinigt, der nicht nur für 2022 sondern auch für 2023 und 2024 gilt.

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Um Lkw-Fahrer zu halten bzw. zu gewinnen ist der KV-Abschluss mit 4,96 Prozent hoch ausgefallen - und das für drei Jahre © am - stock.adobe.com
 

Der Fachkräftemangel in der Transportbranche lässt die Löhne für die rund 50.000 Lkw-Fahrer in Österreich kräftig steigen. Die KV-Löhne im Güterbeförderungsgewerbe werden ab 1. Jänner 2022 um 4,96 Prozent erhöht, teilten WKÖ und die Gewerkschaft vida in einer gemeinsamen Aussendung am Donnerstag mit. Auch für 2023 und 2024 gibt es eine Einigung. In beiden Jahren soll es jeweils eine KV-Erhöhung geben, bei der auf die jeweilige Jahresinflation 0,5 Prozent aufgeschlagen wird.

"Wir haben somit einen 3-Jahres-Abschluss erzielt, was für die langfristige Planung unserer Unternehmen essenziell wichtig ist", kommentierte der Obmann des WKÖ-Fachverbands Güterbeförderung, Günther Reder, den Kollektivvertrags-Abschluss. Wenn man die Inflationsprognose für 2023 und 2024 heranziehe, würden die KV-Löhne in den kommenden drei Jahren um insgesamt 11 Prozent angehoben", rechnete der Bundessekretär des Fachbereichs Straße in der Gewerkschaft vida, Karl Delfs, vor.

Hoher Abschluss soll helfen, Mitarbeiter zu finden

Der Lkw-Fahrermangel beschäftigt die Logistikbranche schon seit längerem, die Coronapandemie hat die Lage noch einmal verschärft. Der hohe Abschluss soll helfen, Mitarbeiter zu halten und auch neue zu finden, so Reder und Delfs. Außerdem wolle man mit dem KV-Abschluss "ein bewusstes und starkes Signal für die Beschäftigten setzen und ihnen für ihren Einsatz während der Corona-Zeit danken".

Die Sozialpartner einigen sich auch auf Änderungen im Rahmenrecht. Mit der nun vereinbarten Durchrechnung der wöchentlichen Normalarbeitszeit sowie der Verlängerung der täglichen Normalarbeitszeit gibt es eine Flexibilisierung der Arbeitszeit. Damit seien neue Schichtmodelle möglich und der Beruf werde attraktiver, weil sich neue Möglichkeiten zur besseren Vereinbarkeit von Beruf, Freizeit und Familie bieten, so die Sozialpartner. "Wir hoffen, damit das Potenzial bei Umsteigewilligen besser nützen und auch vermehrt junge Leute ansprechen zu können, um sie für den Beruf des Lkw-Lenkers zu gewinnen", sagte WKÖ-Vertreter Reder.

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