Neuer Hörakustiker Bloom hört sich jetzt auch den Kärntner Markt an

Der Markt für Hörakustik wächst in Österreich rasant. Neben den Großen der Branche wie Hansaton, Hartlauer oder Neuroth hat sich in den vergangenen zwei Jahren mit bloom auch eine kleinere Kette angesiedelt, die jetzt nach Kärnten kommt.

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Der Markt für Hörgeräte wächst © Kleine Zeitung / Weichselbraun
 

Es fällt schwer, einzelnen Gesprächen zu folgen? Man "überhört" zum Ärger seiner Umwelt so einige Dinge oder muss am Telefon immer wieder nachfragen, wenn man etwas nicht versteht? Probleme mit dem Hören haben aber nicht nur ältere Menschen, obwohl ein Großteil der Kunden von bloom der älteren Generation angehört. Der Hörakustik-Spezialist aus Dänemark wird ab 28. Oktober auch in Kärnten für ein besseres Gehör sorgen. In der Burggasse in Klagenfurt eröffnet hier die erste Filiale.

Das weltweit agierende Unternehmen, welches seine Zentrale in Österreich in Hallein in Salzburg hat, wird seit Mitte August von einem Kärntner geleitet. Gert Bleier - er war zuvor bei Saturn und Hartlauer tätig - hat die Aufgabe, das Unternehmen in Österreich zu etablieren und das Filialnetz, das aktuell 20 Geschäfte mit 60 Mitarbeitern umfasst, noch weiter auszubauen. Kärnten, Tirol und Vorarlberg waren bisher überhaupt weiße Flecken auf der Österreichkarte. "Bloom hat beim Start vor zwei Jahren zwei kleinere Ketten übernommen, die in diesen drei Bundesländern aber nicht vertreten waren", erklärt Bleier.

Interview GF Bloom Hoerakustik Klagenfurt Oktober 2021
Der Klagenfurter Gert Bleier ist der neue Geschäftsführer des Hörakustikspezialisten Bloom in Österreich Foto © Markus Traussnig

Den Anfang macht jetzt Kärnten, aber auch in Tirol soll schon bald ein bloom-Hörakustik-Geschäft zu finden sein. Generell so Bleier, sei die Expansion in ganz Österreich geplant. "Ich bin kein Verwalter. Ich bin gekommen, um etwas zu bewegen", sagt der Firmenchef. Ziel ist es, entweder bestehende Standorte zu übernehmen, zum Beispiel von Hörakustikern, die Nachfolgeprobleme haben, oder aber komplett neue aufzubauen. Vorstellbar sei auch, irgendwann mit der Marke im Hintergrund ein Franchise-System zu etablieren - nach dem Vorbild von McDonalds. "Wir werden sehen, wie schnell die Reise vor sich geht. Auch ein Shop-in-Shop-Konzept zum Beispiel in Kooperation mit einem Optiker wäre denkbar. Und am liebste wäre es mir, wenn jeder unserer Fachgeschäftsleiter das Geschäft so betrachtet, als wäre sein eigenes."

Neue Generation von Hörgeräten

Vorteil von bloom sei es, so Bleier, dass Hörgeräte nicht nur vertrieben sondern innerhalb des Konzerns von den Firmen Signia und Widex auch hergestellt werden. "Das heißt, alles was der Verkauf sagt, fließt in die Entwicklung ein", so Bleier. Und was Technologie anbelangt, hat die Branche in den vergangenen Jahren einen großen Schritt gemacht. Nicht nur die so gut wie nicht sichtbaren Im-Ohr-Geräte sind Hochtechnologie in Miniaturform, auch die Hinter-dem-Ohr-Geräte, oder die, die wie Earpods getragen werden. Und trotzdem, so Bleier, sei das Hauptproblem, dass es nach wie vor ein Stigma rund um das Thema Hörgeräte gibt. "Ich höre schlecht und damit bin ich automatisch alt ist der Gedanke." Mit der neuen Generation von Hörgeräten steige aber die Bereitschaft, sich frühzeitig mit der Problematik auseinanderzusetzen.

Bernhard Metzger wird den Standort in Klagenfurt leiten Foto © Kleine Zeitung / Weichselbraun

Ein großes Thema wie in allen Branchen ist das der Fachkräfte. Auch im Hörakustik-Bereich ist man ständig auf der Suche. Perfekt sei hier die Lehre nach der Matura als Ausbildungsweg. "Für unsere Kunden sollten die Mitarbeiter nicht ganz so jung sein, denn es geht hier sehr viel auch um das Thema Vertrauen. Ein Hörakustiker begleitet Kunden ja oft über viele Jahre und Jahrzehnte", erklärt Bleier. Der Großteil von ihnen kommt über Zuweisung und die Verrechnung erfolgt direkt über die jeweilige Krankenkasse. Hat man bereits ein Gerät, können in der Folge auch Fernanpassungen vorgenommen werden - ein Vorteil der fortschreitenden Digitalisierung.

Dass der Markt für Hörgeräte auch in Österreich jährlich wächst zeigt die Statistik. 2019 wurden laut Statista in Österreich 89.200 Stück abgesetzt, für 2021 wird ein Absatz von 97.500 Hörgeräten prognostiziert.

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