Börsendebüt in AmsterdamPlus 36 Prozent: Universal Music wird zum Börsenhit

Führender Musikkonzern der Welt ging in Amsterdam triumphal auf den Kapitalmarkt - Aktie 36 Prozent über dem Ausgabepreis - Größter europäischer Börsengang in diesem Jahr.

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Lady Gaga ist wie auch Taylor Swift oder Billie Eilish bei Universal Music unter Vertrag
Lady Gaga ist wie auch Taylor Swift oder Billie Eilish bei Universal Music unter Vertrag © (c) Jordan Strauss/Invision/AP (Jordan Strauss)
 

Der weltgrößte Musikkonzern Universal Music ist mit einem kräftigen Kurssprung an der Börse gestartet. Die Aktie sprang am Dienstag beim Debüt an der Euronext-Börse um mehr als 36 Prozent über den Ausgabepreis. Mit einem Kurs von rund 25 Euro war Universal Music mehr als 45 Milliarden Euro wert. Es ist der größte europäische Börsengang in diesem Jahr.

Die Universal Music Group (UMG) hat eine breite Palette von Künstlern unter Vertrag mit Stars wie Taylor Swift, Lady Gaga, Billie Eilish, Justin Bieber oder den Rolling Stones. In den Krisenjahren der Musikindustrie hatte Universal Music zudem unter anderem vom Aus des britischen Konkurrenten EMI profitiert und seinen Katalog unter anderem durch die Beatles erweitert. Im ersten Halbjahr dieses Jahres steigerte Universal Music den Umsatz um rund elf Prozent auf gut 3,8 Milliarden Euro. Unterm Strich blieb ein Gewinn von 452 Millionen Euro übrig.

Downloads brachten Trendwende

Die Musikbranche war noch vor wenigen Jahren in einer zeitweise hoffnungslos erscheinenden Talfahrt. Mit der Verbreitung von Songs über das Internet sackten die CD-Verkäufe ab. Der Verkauf von Downloads unter anderem über Apples iTunes-Plattform stützte zwar das Geschäft, brachte aber noch keine Wende.

Es war erst der Erfolg von Streaming-Abos, bei denen Dutzende Millionen Songs jederzeit über das Netz verfügbar sind, der die Industrie wieder auf Wachstumskurs brachte. 2020 wuchs der globale Musikmarkt nach Zahlen des Branchenverbands IFPI inzwischen im sechsten Jahr in Folge, und zwar um 7,4 Prozent auf 21,6 Milliarden Dollar. Als weltweite Nummer eins mit vielen Spitzenkünstlern profitiert Universal Music stark von dem Trend.

"Meilenstein in unserer Firmengeschichte"

Bisher gehörte die Universal Music Group zum französischen Medienriesen Vivendi. Große Investoren forderten jedoch schon seit Jahren eine Abspaltung. Sie setzten darauf, dass die beiden Unternehmen getrennt mehr wert sein werden. Die Rechnung ging zum Börsendebüt auf: Obwohl der Vivendi-Kurs nachgab, gab es für die Aktionäre ein deutliches Plus, wenn man den Preis der UMG-Aktie dazurechnet. 60 Prozent der Anteile von Universal Music gingen an Vivendi-Aktionäre, 30 Prozent liegen bei Investoren und 10 Prozent behält Vivendi.

"Der erfolgreiche Börsengang ist ein großes Kompliment für unser Unternehmen und ein Meilenstein in unserer Firmengeschichte", sagte UMG-Europachef Frank Briegmann. Das Unternehmen habe gezeigt, dass die musikalischen Inhalte wertvoll und wertstabil seien.

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