WK reagiert auf WahldebatteGrazer Baustopp-Debatte: Wirtschaft warnt vor Millionenschaden

Die Baubranche im Großraum Graz sichere 14.000 Arbeitsplätze, der Beitrag zur steirischen Wirtschaftsleistung betrage 1,8 Milliarden Euro. Die WK warnt vor dem Baustopp.

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14.000 Arbeitsplätze werden durch Baudienstleistungen im Großraum Graz gesichert. Der Beitrag zur steirischen Wirtschaftsleistung beläuft sich damit auf 1,8 Milliarden Euro pro Jahr. „Einen generellen Baustopp zu fordern, wäre aus diesem Grund politisch unverantwortlich", reagieren der Steiermark Direktor der Wirtschaftskammer, Karl-Heinz Dernoscheg und der Grazer Regionalstellen-Omann, Paul Spitzer, auf die große Wahlkampf-Debatte der Kleinen Zeitung, die Sie hier nachsehen können:

Kommentare (80)
STEG
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Investition in Beton

rentiert sich sicher in Graz! Geld von Investoren ist zur Genüge vorhanden und dieses wurde und wird 'verbetoniert'.
Aber es wurde am Bedarf vorbei investiert und vergrößert dadurch die Probleme doppelt. Zubetoniert und trotzdem keine erschwinglichen, bedarfsgerechten Wohnungen.

selbstdenker70
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..

Solche Probleme entstehen nur mit Langzeitregierungen wo über die Jahre jeder jeden kennt. Wer nur einen kleinen Einblick in die Struktur der vielen Grazer Bauträger bzw Entwickler und ihren “Freunden“ hat, dem wundert nichs mehr. Aber dieses heiße Eisen greift niemand an, auch nicht die Medien, was ein Armutszeugnis ist. Und so geht es in ganz Österreich zu...

jg4186
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bedenklich

"Wir schaffen Arbeitsplätze - wir betonieren einfach jede Wiese!"
Mit dem Argument Arbeitsplatz geht vieles, wenn nicht alles im Land. Was heißt der Ruf nach Baustopp? Ist dieser für die Wirtschaft bedenklich oder für das Volk, für die Menschen? Oder für beide? Da muss man wohl sehr umsichtig sein, das Argument "Arbeitsplätze" geht nicht (mehr) immer und überall.

ronin1234
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Reaktion

Im Grunde genommen gehts nur um die eigene Kohle.

Hausverstand
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WK als Sprachrohr der Immobilienlobby.

Wir haben eine völlig überhitzte Bukonjunktur, plus eine Verknappung und Explosion bei den Preisen für Baumaterialien. Was unter anderem dazu führt, dass sich Private den Hausbau - oder die Renovierung ihrer Wohnung - kaum mehr leisten können. Ein Baustopp würde helfen, diese völlig überdrehte Situation etwas einzufangen. Die Argumente der WK sind nur von den Interessen des Immobilensektors geleitet, aber das sind so ziemlich die einzigen, die von der jetzigen Situation profitieren. Selbst die Bauwirtschaft möchte dringend eine Abkühlung der jetzigen Konjunktur, weil sie bei den explodierenden Preisen Verluste machen.

Lodengrün
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Das man das diskutieren muss

Ein organisches Wachstum ist gut. Das aber was in Graz vor sich geht ist der gelebte bauliche Wahnsinn. Und Herr Nagl sieht nicht nur dem Treiben zu, er forciert Projekte wie Reininghaus als Beispiel dient. Diese Immobilienentwickler sehen sehr gutes Geld und treiben sich so scheint es sich gegenseitig an. Die Infrastruktur kann da nicht Schritt halten. Dazu kann man vom Verkehr im Zentrum nicht Abschied nehmen. Was wir da „importieren“ wird gar nicht angeschnitten. Für das was Graz stand geht recht zügig die Mur runter.

hortig
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@lodengruen

Und ein zweites darfst du auch nicht vergessen. Die unzähligen Vermögensberater, die keine endfälligen Kredite mit LVs und Tilgubgsträger mehr verkaufen können, verkaufen nun Anlegerwohnungen, die teilweise von dubiosen Bauträgern errichtet werden
Und bei den derzeitigen Grundstückspreisen wäre ja jeder blöd nicht zu verkaufen.

hortig
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@lodengruen

So einfach kannst Du es dir nicht machen. Nagl ist sicher nicht bei jeder Bauverhandlung, Widmungsverhandlung dabei. Und es sind im Prinzip ja nicht die großen Projekte wie Reininghaus oder Smart City. Es sind die vielen Neubauten, wo Einfamilienhäuser weggerissen werden und auf den Grund Häuser mindestens 6 bis 8 wohneinheiten entstehen, in der Ragnitz, Waltendorf, Eggenberg, eigentlich in jedem Bezirk. In maria Trost hat man Teile eines Berges weggesprengt um bauen zu können. Da geht's nicht um Nagl, sondern um die Baubehörde und ihre Leiter und vorallem um die unzähligen Bauträger die Gesetzeslücken ausnutzen um so brutal bauen zu können..

checker43
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@hortig

Der Chef einer Firma ist auch nicht bei jeder Besprechung dabei. Die von ihm eingestellten Leute und die von diesen wiederum geführten Leute wissen aber ganz genau, was von ihnen verlangt wird.

LaoQui
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Es sind 12,5 Wohnunge pro EFH-Grundstück!

Das ist aktuell aus den runf 15.000 in Vorbereitung stehenden Wohnbauten! Die können aber eh nicht mehr wirklich gestoppt werden, bestenfalls verschoben. Graz ist dann eh schon fast zugeschüttet.

Lodengrün
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Mein guter @hortig

Du gehst ins Detail und hast da eine Kiste aufgemacht die ich so gar noch nicht betrachtet habe. Ich danke für den Hinweis. Ich erinnere mich nur wie euphorisch Nagl bei Reininghaus war. Da hob er sichtlich ab. Es ist nicht lange her da fuhr ich mit einem Freund daran vorbei. „Eine Stadt in der Stadt“ sagte er. Das trifft den Punkt. Brauchen wir das samt einer armseligen Straßenbahnanbindung? Da ich doch selten in Graz bin nehme ich diese Bauwut vielleicht eher wahr als Du. Aufgewachsen in Geidorf fuhren wir vom Café Rosenhain mit noch mit Schi und Rodel runter bis zum Blindeninstitut. Ich weiß kitschige romantische Rückschau und doch… . Schade das sich unsere Wege so nicht finden. Aber getrost. Wenn ich mir das Baugeschehen so in Zürich ansehe dann ist das was wir haben Kindergeburtstag.

hortig
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@lodengruen

Wegen der verbauung der kleinen Gründe und des wahnsinnigen verkehrsaufkommen hab ich meine Traumlage am Lustbuehl verkauft und bin aufs Land gezogen

Lodengrün
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Land lieber @hortig

ist doch gut for us elderly people. 😁 Der Energie der Städte entkommen. Sie zermürbt einen auf die lange Distanz. Wenn jemand wie ich Jahre in Großstädte wie Paris und Tokio gelebt hat für den kann die Stille wie man sie in der Oststeiermark findet schon beängstigend werden. Und dort würde ich gerne wohnen. Das Bauen tue ich mir aber nicht mehr an. Waltendorf. So lange ich mich erinnern kann staute der Verkehr in der Plüddemanngasse.

hortig
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@lodengruen

Vorschlag, wenn du das nächste mal in Graz bist und Zeit hast, dann zeig ich dir wie es in waltendorf und St. Peter, stellvertretend für alle Bezirke aussieht, und dann gemma zum Philipp auf einen guten Kaffee

Vielgut1000
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Arbeitsplätze sind für Nagl wichtig..

Arg wäre es wenn wor jemanden hätten der nicht darum kämpfen würde.

Hausverstand
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Arbeitsplätze für wen?

Auf Grazer Baustellen gibt es schon seit Jahren kaum mehr Einheimische. Interessant, dass sich WK und Nagl für Bauarbeiter aus Kroatien, Slowenien, Rumänien etc. ins Zeug legen. Oder geht es in Wahrheit nicht doch nur um die Gewinne der veranlagenden Investoren?

checker43
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Arbeitsplätze

sind ein vorgeschobenes Argument.

homerjsimpson
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Vielleicht wäre es ja Aufgabe der Wirtschaftskammer...

...beizutragen, dass nicht der Großteil der Wirtschaftsleistung in den Großraum Graz "absiedelt" und Menschen auch woanders leben und arbeiten können? Nur mal so ein Gedanke..... Weils so schön in Graz ist kommen die Leute nicht alle hier her (und mehr verbaut und mit dem Auto verstunken wird, desto weniger schön wird es).
Aber außer zubetonieren und Auto fördern fällt der WK leider wenig ein. Schade., aber nicht neu.

neuernickname
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Ist ja südlich von Graz nicht anders

Wo noch eine Wiese frei herumläuft, wird sie eingefangen und zubetoniert.

Das geht so nicht weiter.

stadtkater
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Den Millionenschaden

hätten wohl die Bauherren und Immoinvestoren;)! Und für die Arbeitsplätze von meist Nichtösterreichern sollen wir unsere restlichen Grünflächen zubetonieren lassen?

X22
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Tja die Frage wie man die 14.000 Stellen sieht ist eines Sache die genauer angesehen gehört

Meine persönlichen Erfahrungen, gut 2/3 der Leute die auf Baustellen arbeiten, sind Staatsbürger anderer Nationen, wieviel tatsächlich ihren Wohnsitz in Österreich haben könnte ich nicht sagen, jedoch fällt auch die Anzahl der geparkten Autos mit nicht österreichischen Kennzeichen im Bereich von Baustellen auf. Die zweite Erfahrung kommt aus den Gesprächen mit Bauleitern und Verantwortlichen

Josef Georg
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Bald vorbei,

denn Wahlkampf ist immer eine Konzentration von Unvernunft.

stern000
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Extreme

Wir brauchen keinen“Baustopp“ aber was viele Grazer Bürger bemerken: es wird zu viel, zu hoch, mit zuwenig Abständen etc. In Einheitsmuster gebaut- besser wären mehr Sanierungen von Altbauten aber die werden ja aus Profitgründen lieber abgerissen!
Berücksichtigung des räumlichen Leitbildes!
All das ignoriert die Stadtplanung seit Jahren!

stprei
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Kubatur

Vielfach geht es eher um die unzeitgemäßen Wohnungsschnitte (80qm mit nur einem Schlafzimmer etc.), fehlende Balkone und Außenflächen, unsagbar schlechte Energiewerte, fehlende Barrierefreiheit oder strukturelle Probleme in der Bausubstanz.

Dass die Bauträger zur Kostenreduktion auf Nutzflächenmaximierung gehen ist normal. Es gibt aber auch Ausnahmen und viele sehr schöne Projekte.

Was man zugestehen muss: der Größenanspruch bei Wohnungen hat sich stark verändert. Früher gab's einfach kein eigenes Kinderzimmer für jedes Kind, keine 16qm Bad, keine offene Wohnküche mit 30qm+.

58qm 1 Zimmer ohne Balkon mit Bad und Klo gemeinsam ohne Fenster mietet oder kauft heute halt keiner mehr.

gberghofer
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Und immer wieder wird mit Arbeitsplätzen argumentiert

Wenn die Bauten fertig sind, ist es aus mit den zusätzlichen Arbeitsplätzen. . Als Nachbarn habe ich bald einen Monsterbau mit 690 Wohnungen. Für die Infrastruktur darf dann, wieder die Stadt aufkommen. In meiner unmittelbaren gibt es dann 1.000 Wohnungen. Wir müssen unsere Parkplätze abriegeln ansonsten würden wir mit Anrainern zugeparkt. Es gibt zwar eine Tiefgarage ab die reicht bei weitem nicht aus. Der Bau wird als gute Anlagemöglichkeit verkauft. Ich bin mir sicher dass ein großer Teil leer stehen wird bzw. nur kurzfristig vermietet werden. Eine geschlossene Wohnungsgemeinschaft kann nur schwer gebildet werden. Mahnendes Beispiel ist die "Green City. Laut meiner Tochter liegen bei sehr vielen Wohnungen keine Fußabstreifer was auf einen Leerstand schließen lässt. Die Stadt wird zubetoniert. Vielen Dank an Schwarz-Blau.

Hausverstand
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Arbeitsplätze für wen?

Ein Großteil der Leute, die heute am Bau arbeiten, kommt aus den benachbarten EU-Ländern. Ich sehe schon seit längerem kaum mehr Österreicher auf Baustellen. Bei uns soll also alles zugebaut werden, um die Arbeitsplätze von Kroaten, Slowenen, Ungarn, Rumänen etc. zu sichern? Die WK vertritt deren Interessen - kannst net erfinden!

 
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