Auch Billa & Co. legen zuDiskonter als Pandemieverlierer, Spar bleibt Marktführer

Spar baut seine Marktführerschaft aus, Rewe (Billa, Bipa, Merkur) bleibt in Österreich auf Platz zwei. Lidl und Hofer verloren laut Daten des Marktforschers Nielsen indes an Anteilen.

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Spar bleibt in Österreich Nummer eins im Lebensmittelhandel
Spar bleibt in Österreich Nummer eins im Lebensmittelhandel © Pajman
 

Im ersten Halbjahr 2021 konnte der Lebensmittelhändler Spar (Spar, Eurospar, Interspar) seine Marktführerschaft weiter ausbauen, das berichtete das Wirtschaftsmagazin "trend" am Donnerstag vorab und berief sich dabei auf Daten des Marktforschers Nielsen. Die Diskonter waren demnach die großen Verlierer der Pandemie, auch aufgrund der Kundenbeschränkungen je Quadratmeter. Der deutsche Handelskonzern Rewe (Adeg, Billa, Bipa, Merkur und Penny) blieb Marktzweiter.

Von Jänner bis Juni 2021 hat Spar seinen Marktanteil um einen Prozentpunkt auf 35,6 Prozent aufgestockt, Rewe schaffte es mit 34,1 Prozent erneut auf den zweiten Platz. Die Diskonter Hofer und Lidl, die in den Nielsen-Zahlen traditionell gemeinsam ausgewiesen werden, waren die großen Verlierer der Pandemie: Sie haben erneut Terrain verloren und kommen nur noch auf einen Anteil von 23,5 Prozent.

Spar will "One-Stop-Shop" sein

Im Vorkrisenjahr 2019 lag die Marktmacht der Diskonter noch bei 26 Prozent, doch die coronabedingten Kundenbeschränkungen je Quadratmeter machten Hofer und Lidl, mit ihren kleineren aber normalerweise hochfrequentierten Filialen, offenbar mehr zu schaffen als ihren Mitbewerbern, wie "trend" berichtete.

"In Österreich ist es den Vollsortimentern und ganz besonders Spar gelungen, tolle Preise und große Vielfalt unter ein Dach zu bringen. Eine zusätzliche Fahrt zum Diskonter braucht es daher nicht", erklärte Spar-Chef Fritz Poppmeier laut "trend". Spar wartete auch zu Lockdownzeiten mit Rabattaktionen, Billigwerbung und Non-Food-Sortiment auf und festigte damit seine Position als "One-Stop-Shop", hieß es im "trend".

Regionale Produkte sollen in den Fokus rücken

Der Hauptkonkurrent Rewe war indes beschäftigt damit, seine Konzernstruktur umzubauen, aus Merkur wurde Billa Plus. Nun versucht man, laut "trend", verlorenen Boden wieder gut zu machen, etwa mit einer neuen "Is' heimisch"-Kennzeichnung für regionale Produkte. Auch Rewe setzt auf Rabatte: "Es gab in der Billa-Geschichte noch nie so eine große Preissenkung wie in diesem Jahr", erklärte Rewe-International-Vorstand Marcel Haraszti am Dienstag auf einer Pressekonferenz.

Diese Strategie hatte immerhin ein Plus beim Marktanteil von 0,8 Prozentpunkten im Vergleich zum Jahresende 2020 zur Folge, in einem hochkompetitiven Markt "mehr als nur ein Achtungserfolg", zitierte der "trend" Branchenkenner.

Kommentare (2)
fedorov
3
0
Lesenswert?

Darf Hofer so viele Filialen

errichten wie Spar?

melahide
0
9
Lesenswert?

Mich würde

auch interessieren, wie sich letztes Jahr die Kundschaft von Bauernmärkten gesteigert hat. Denn seit ein paar Monaten geht es merklich wieder zurück. Der „One Stop Shop“ mag praktisch sein, ich selbst mag das aber nicht so gern. Ich mag das gern wenn ich Gemüse bei Erzeuger A, Obst bei B, Fleisch bei C und Brot bei D kaufen kann. Leider verschwindet die Kleinstruktur seit Jahrzehnten und über bleiben nur noch die paar Supermärkte.