39.000 Menschen ohne JobSteiermark: Vor allem Gastronomen suchen Arbeitskräfte

Die Steiermark liegt bei der Zahl der Arbeitslosen nur noch knapp über dem Vorkrisenniveau. Vor allem im Tourismus suchen Betriebe händeringend nach Arbeitskräften.

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Symbolbild © Juergen Fuchs
 

Mit Stand Ende Juli 2021 waren 31.526 Personen als arbeitslos beim AMS Steiermark vorgemerkt, inklusive der 7580 Menschen in Schulungen sind damit aktuell 39.106 Steirerinnen und Steirer ohne Job. Damit liegt die Arbeitslosigkeit in unserem Bundesland nur mehr um etwa 1800 Personen oder fünf Prozent über dem sehr guten Wert vom Juli 2019.

In den Branchen Beherbergung und Gastronomie sowie bei der Arbeitskräfteüberlassung liegen die Zahlen bereits unter dem Vorkrisenniveau, wie das AMS Steiermark berichtet. Auch in Feldbach, Hartberg, Judenburg, Murau, Leoben oder Liezen wurde das Niveau vor Jänner 2020 bereits unterschritten.

Guten Nachrichten gibt es ebenfalls bei den Zahlen der Beschäftigten. Rund 548.000 Personen sind in der Steiermark unselbstständig beschäftigt. Das ist ein Plus von 17.000 im Vergleich zum Vorjahr. Auch dieser Wert liegt bereits über jenem vor der Krise.

Gastronomie auf der Suche

Zugenommen hat auch die Nachfrage nach Arbeitskräften. 16.745 Stellen sind derzeit beim AMS ausgeschrieben. 2025 davon fallen auf den Bereich Beherbergung und Gastronomie. "Für diese Branche sind die Sorgen nicht zu Ende.  War es schon vor Beginn der Pandemie schwer, Bewerbungen zu bekommen, ging das Vertrauen in die Branche heuer noch deutlicher verloren", interpretiert der Landesgeschäftsführer des AMS Steiermark, Karl-Heinz Snobe, diese aktuellen Daten.

Auch 1056 offene Lehrstellen warten auf Bewerber und Bewerberinnen. Dem stehen aktuell 1371 Lehrstellensuchende gegenüber.

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Nixalsverdruss
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Das ist relativ einfach erklärt:

a) die Bezahlung laut Kollektiv liegt bei ca. 1450 Euro netto (40 Wochenstunden, ohne Nachtzuschlag, Überstunden, etc.)
b) Das Arbeitslosengeld beträgt ca. 850 Euro netto - dazu ca. 600 Euro Wohnbeihilfe = Euro 1450!!!
c) Gearbeitet wird, wenn andere feiern
d) Belastende Tätigkeiten
...

pinsel1954
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Meine Tochter hat der Gastronomie den Rücken gekehrt.....

WARUM?
20 Stunden in der Woch angemeldet, bis zu 60 Stunden gearbeitet, dafür gabs dann ein kleines "Extra unter der Hand".......
Zukcerbrot und Peitsche.........

loa82
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Fehlentwicklung

Wenn ein Gastrobetrieb die Arbeitskräfte wie Menschen behandelt, nach den Kollektivertrag entlohnt und keine Hungerlöhne bezahlt dann wird er genug Arbeitskräfte bekommen. In den letzten Jahrzehnten haben die Betriebe ihren Provit durch ausländische Arbeitskräfte gemacht mit denen haben sie ihre Spielchen gemacht nur in der Zwischenzeit lassen sich die Ausländer das auch nicht mehr gefallen und pfeifen aus solche Betriebe.

rkg800
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Wenn sie nach dem Kollektiv bezahlen

werden sie ausgelacht!

Wir wären bereit knapp 1700.- NETTO(!) bei einer 4 Tage Woche zu bezahlen und bekommen trotzdem seit 3 Monaten keine einzige Bewerbung! Woran scheiterts denn, wenn nicht am Geld? Meiner Meinung nach, an der Einstellung…

Nach einem halben Jahr gezwungener Schließung, null Einnahmen und vor allem null Einkommen, einem sehr holprigen und zähen Start liefe nun endlich das Geschäft, trotzdem können wir nichtmal 50% Auslastung (und damit den geplanten und notwendigen Umsatz bzw. ein angemessenes Einkommen) erreichen, einfach weil wir es von der Arbeit her nicht schaffen!
Wir müssten im Team zu acht sein, die Realität sieht so aus, dass wir uns zu zweit Küche und Service aufteilen.

Und dann darf man sich hier noch Kommentare durchlesen von Menschen, die ganz schön viel Meinung für so wenig Ahnung haben!

leserderzeiten
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Und wieviel Stunden werden dann in diesen 4 Tagen gemacht?

Zu welcher Tageszeit?
Wie ist denn so der Umgangston?
Essen, Pausen, usw..
Fragen über Fragen (bei Saison Betrieben hätt ich noch mehr Fragen)
War selbst in der Gastro tätig, Stmk und Vlbg, schon vor langer Zeit umgesattelt,
Also Ahnung ist vorhanden.
Immer diese armen Wirte und das schlechte Personal, jaja die alte Geschichte.

rkg800
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Armer Wirt und schlechtes Personal ist sehr klein gedacht

man kann ihnen dafür aber keinen Vorwurf machen, woher sollen sie es auch wissen..

Die Zeiten haben sich definitiv geändert, eine neue Generation an Gastronomen hat (großteils) das Ruder übernommen!
Und die „alte Geschichte“ hält sich ja bloß so hartnäckig weil viele Menschen ganz schön viel Meinung für sehr wenig Ahnung haben und daher nach wie vor auf dieser eben alten Geschichte beharren.

Wir bieten in einer Woche 36 und in einer Woche 38 Stunden, dazu immer mindestens zwei Tage hintereinander frei, meist sogar alle drei!

Das Problem an der Sache ist, dass jeder Gastronom auch eine wirtschaftliche Verantwortung hat und zwar gute, aber keinesfalls utopische Löhne bezahlen kann! Und „gut“ reicht heute nicht mehr, heutzutage will jeder immer sofort alles! Leistung ergibt Lohn ist nicht mehr, heute wird die Leistung dem Lohn angepasst….

leserderzeiten
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Wie immer in Ö, liegt das Problem beim AN, und nie beim AG.

Das größte Kapital,das eine Firma egal welch Branche besitzt, ist ein zufriedener AN. Ein zufriedener AN kommt auch am nächsten Tag motiviert in die Firma.

Neu Generation..., ist Selbstbeweihräucherung,
38 Std Woche ok, mit oder ohne "Zimmerstunde"? Denn dann wird aus einem 9 Std Tag gleich einmal ein 12 Std Tag, 3 Std. Pause. Wenn man das dazu zählt, ist man dann schon wieder bei einer 48 Std Woche.
Wie siehts mit Überstunden aus?

Ps: Ich nicht wissender hab noch immer Kontakte in die Gasto Szene, zwecks alte Geschichten und so.

tomtitan
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"Vor allem Gastronomen suchen Arbeitskräfte" - Betriebe die ihre Angestellten gut behandeln und gut bezahlen

werden eher keine Probleme haben Arbeitskräfte zu finden...

rkg800
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Wenn’s so einfach wär…

4 Tage, 1700.-/netto, Trinkgeld, neuer Betrieb mit jungem Team…….in bald 4 Monaten keine einzige Bewerbung. Also, wo liegt der Fehler?