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AK kritisiertKonsumenten profitieren nicht von Corona-Steuersenkung für Gastro

Die coronabedingte Senkung der Mehrwertsteuer für Gastronomie und Hotellerie auf 5 Prozent hat sich nicht in Form von reduzierten Preisen ausgewirkt, das hat eine aktuelle Wifo-Studie ergeben. Steuererhöhungen werden stärker an Konsumenten weitergegeben als Steuersenkungen

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Die coronabedingte Senkung der Mehrwertsteuer für Gastronomie und Hotellerie auf 5 Prozent hat sich nicht in Form von reduzierten Preisen ausgewirkt, das hat eine aktuelle Studie des Wifo ergeben. Auch in vergleichbaren früheren Fällen wurden Steuererhöhungen stärker an Konsumenten weitergegeben als Steuersenkungen, heißt es in der Studie. Die Kosten von geschätzten 600 bis 700 Millionen Euro für 2020 und 2021 seien laut AK als "effektive Unternehmensförderung" zu sehen.

Die befristete Mehrwertsteuersenkung für Gastronomie und Hotellerie hatte das Ziel, die Branche finanziell zu entlasten, nachdem die Umsätze als Folge des Corona-Lockdowns eingebrochen waren. Wie aus der Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo), die von der Arbeiterkammer (AK) beauftragt wurde, hervor geht, wirkt die Senkung auch primär, wie intendiert, als Hilfsmaßnahme für Unternehmen. "Uns ist wichtig, dass nicht der Eindruck entsteht, das (die Umsatzsteuersenkung, Anm.) wäre an die Konsumenten gegangen", so der Leiter des AK-Steuerrechts, Dominik Bernhofer im Gespräch mit der APA.

Senkung ist EU-rechtswidrig

Die Wifo-Studie stellt außerdem fest, dass die Senkung der Mehrwertsteuer eigentlich EU-rechtswidrig ist. Durch die Befristung der Corona-Hilfsmaßnahme bis 31.12.2021 sei aber nicht mit rechtlichen Schritten seitens der Europäischen Kommission zu rechen, heißt es in der Studie.

Das Wifo hat auch eine Steuermaßnahme untersucht, bei der 2016 die Umsatzsteuer auf Nächtigungen in der Hotellerie zunächst von 10 auf 13 Prozent erhöht wurde. Im Jahr 2018 wurde die Steuer wieder auf 10 Prozent gesenkt um die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu stärken. Dabei wurde die Steuererhöhung 2016 "sehr wohl weitergegeben, die Senkung dann aber nicht mehr", erklärte Bernhofer dazu. Die Steuersenkung habe der Branche also finanzielle Entlastung gebracht.

Laut Wifo-Studie wurde die Mehrwertsteuererhöhung 2016 zu zwei Dritteln in Form von höheren Preisen weitergegeben, die spätere Senkung hatte jedoch keine Reduktion der Preise zur Folge. Das Wifo schließt daraus auf eine "stärkere Weitergabe von Steuererhöhungen an Konsumentinnen und Konsumenten verglichen mit Steuersenkungen". Die Erhöhung der Preise als Folge der Erhöhung der Mehrwertsteuer 2016 hatte keine negativen Auswirkungen auf die Zahl der Nächtigungen. Die erhöhte Mehrwertsteuer hätte der Wettbewerbsfähigkeit der Hotellerie also gar nicht geschadet, so Bernhofer.

Keine positive Auswirkung auf Konsumenten

Die Studie zeige, dass sich eine Umsatzsteuersenkung in beiden Fällen, 2018 und heute, nicht positiv auf die Konsumenten ausgewirkt hätte: "Hätte man intendiert, die KonsumentInnen zu entlasten, wäre man nicht erfolgreich gewesen", sagte der AK-Steuerexperte Bernhofer zur APA. Es handle sich bei der Maßnahme deshalb "um eine effektive Unternehmensförderung".

Unternehmen mit viel Umsatz profitieren

Die Umsatzsteuersenkung haben außerdem "ein Treffsicherheitsproblem", so Bernhofer. Zu diesem Ergebnis kommt auch die Wifo-Studie. "Es profitieren vor allem Unternehmen, die trotz Lockdown noch viel Umsatz machen, zum Beispiel McDonalds." Unternehmen die in wirklichen finanziellen Schwierigkeiten sind, beispielsweise weil sie von pandemiebedingten Schließungen betroffen sind, könnten nicht profitieren.

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Danke für Ihr Verständnis.

wischi_waschi
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Lokale

Betrifft mich nicht, gehe in kein Lokal mehr solange ich den ganzen Scharren mitmachen muss!

melahide
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Aber

Basti Fantasti hat ja gesagt, die Gasrobetriebe sollen diese Senkung NICHT an die Konsumenten weitergeben sondern sich damit "erholen". Lustig wird, dass bei Auslaufen der Maßnahmen die Steuer aber sehr wohl wieder an den Kunden weitergegeben wird.

kritik53
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Und

Wenn dem so ist, einfach nicht in solche Lokale gehen. Der Konsument hat es immer in der Hand, wen er unterstützen möchte.

lilith73
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Wer mehr hat bekommt mehr

nach dem Prinzip laufen alle Hilfen in Sachen Corona,

es ist also dem der kaum einen Umsatz aufgrund des Lockdowns hatte nur wenig geholfen, denn von null Umsatz zahlt man auch null Steuern. Also nur ein Börserlgeld für den, dem es eh nicht so schlecht geht.

G3 Regeln werden den Umsatz auch nicht fördern, denn es sind nicht alle geimpft, oder wollen ihre Daten überall preisgeben, oder einen Coronatest machen nur weil sie ein Bier trinken wollen.

melahide
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Sie machen sich

da jetzt vermutlich ein bisschen darüber lustig, aber so ist neoliberales Denken. Wer viel hat, der soll auch viel bekommen. Anders sind Familienbonus plus, Corona-Hilfen und was weiß ich nicht zu erklären ...

walterkaernten
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AK

Frage an die AK

1.
Was hat die studie gekostet?

2.
Ist das die aufgabe der AK, diese studie zu zahlen und in auftrag zu geben ?
Das war ja immer klar, dass die preise gleich bleiben.
Sonst wäre das doch keine hilfe für die gastronomie.
Beim durchblättern der preislisten hätte das ein VOLKSSCHÜLER in kürzester zeit verlgeichen können.

3.
Eventeull könnte die AK eine studie in auftrag geben, wo priviliegen, zusatzpensionen etc in der AK unnötige kosten verursachen.
Wie hoch sind diese kosten.
Das würde uns steuerzahler intessieren.

Das zaheln ja ALLES die arbeitenden menschen die ein PFLICHTBEITRAG leisten MÜSSEN.

dieRealität2020
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Anscheinend wurde nicht verstanden.

.
>>> Die befristete Mehrwertsteuersenkung für Gastronomie und Hotellerie hatte das Ziel, die Branche finanziell zu entlasten, <<< nachdem die Umsätze als Folge des Corona-Lockdowns eingebrochen waren.
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"....die Branche finanziell zu entlasten...." wieso sollen dann diese Entlastung weitergegeben werden? Denn dann ist das ja keine Entlastung. Denn die Umsätze bleiben ja noch immer weg.

dieRealität2020
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wieso sollte sich die Senkung auf 5%

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auf die Verkaufspreise auswirken? Nicht reduzierte Preise können sich nicht tatsächlich auf die Umsätze auswirken, das ist bereits seit Jahrzehnten in der Betriebswirtschaft bekannt. Reduzierte Preise allein bringen nur dann Erfolg wenn es auch zu steigenden Umsätzen kommt. Österreich kann man sehen, dass es größtenteils nicht der Fall ist.