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Wochenverlust von 3,5 Prozent Wall Street schließt tiefrot: Schwächste Handelswoche seit Oktober

Spekulationen über Zinserhöhungen bereits im nächsten Jahr sorgen für Kursrutsch. Dow Jones mit Wochenminus von 3,5 Prozent, Verlust von 1,58 Prozent am Freitag. Auch Europas Börsen schließen mit starken Verlusten.

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© (c) AP (Courtney Crow)
 

Die New Yorker Aktienbörsen haben die Handelswoche tiefrot geschlossen. Der Dow Jones rutschte am Freitag massive 533,37 Einheiten oder 1,58 Prozent auf 33.290,08 Zähler ab. Damit büßte der wohl weltbekannteste Börsenindex in der abgelaufenen Handelswoche in Summe 3,5 Prozent ein und verbuchte laut US-Informationsdienst CNBC die schwächste Handelswoche seit Oktober.

Der 500 ausgewählte US-Unternehmen fassende S&P-500 Index sackte zum Wochenausklang 1,31 Prozent tiefer auf 4.166,45 Zähler. Der Technologieindex Nasdaq Composite Index gab 0,92 Prozent auf 14.030,38 Zähler nach.

Marktteilnehmer begründeten den Verkaufsdruck mit Aussagen des Fed-Gouverneurs James Bullard. Dieser hatte in einem Interview mit CNBC eine Zinserhöhung bereits Ende 2022 ins Spiel gebracht. An der Wall Street hatte man nach der Sitzung der US-Notenbank am Mittwoch erst im Jahr 2023 mit steigenden Leitzinsen gerechnet. "Das hat den Märkten heute Nachmittag einen weiteren Schlag versetzt", schrieb Analyst Michael Hewson vom Handelshaus CMC Markets.

Aus Branchensicht standen Energie- und Finanzwerte besonders unter Druck. So fielen die Papiere des Versicherers AIG und der Investmentbank Morgan Stanley um 3,9 bzw. 4,4 Prozent. Die Titel der Großbank JPMorgan büßten 2,5 Prozent ein. Die Anteilscheine des Ölkonzerns Chevron sackten als Dow-Schlusslicht um 3,8 Prozent ab.

Auf Unternehmensseite warteten die Aktien von Adobe Systems mit einem Kursgewinn von 2,6 Prozent und einem weiteren Rekordhoch auf. Die Zahlen des Softwarekonzerns zum zweiten Quartal übertrafen klar die Erwartungen, laut dem DZ-Experten Ingo Wermann haben sie "auf ganzer Linie überzeugt". Adobe profitiere von der Verlagerung von Werbebudgets ins Internet und von steigenden Investitionen, betonte der Experte.

Die in den USA gehandelten Hinterlegungsscheine des Tübinger Impfstoffherstellers Curevac erholten sich mit plus 7 Prozent etwas von ihrem fast 40-prozentigen Kurseinbruch vom Donnerstag. Curevac musste am Mittwoch einräumen, dass sein als Hoffnungsträger gehandeltes Vakzin nur eine vorläufige Wirksamkeit von 47 Prozent gegen eine Corona-Erkrankung "jeglichen Schweregrades" erzielt hatte.

Auch Europas Börsen schließen mit starken Verlusten

Auch europäischen Börsen haben am Freitag mit starken Verlusten geschlossen. Der Euro-Stoxx-50 beendete den Tag mit einem Minus von 1,80 Prozent bei 4.083,38 Punkten. Für den DAX in Frankfurt ging es um 1,78 Prozent nach unten auf 15.448,04 Zähler. Der britische FTSE-100 büßte 1,90 Prozent auf 7.017,47 Punkte ein.

Nach einem ruhigen Vormittagshandel kamen die Börsen zu Mittag und damit pünktlich zum sogenannten großen Verfall an der Terminbörse Eurex unter Druck. Zu dem alle drei Monate stattfindenden großen Verfall von Terminkontrakten und Optionen versuchen die Investoren, die Kurse in eine für sie günstige Richtung zu bewegen. Dann sorgten die schlechte Stimmung an den US-Börsen und die dortigen Spekulationen über eine mögliche frühere Zinserhöhung durch die US-Notenbank auch in Europa für erhöhten Verkaufsdruck.

Wien - Vierter Verlusttag in Folge

Die Wiener Börse hat den Handel am Freitag ebenfalls mit deutlich schwächeren Notierungen beendet. Der Leitindex ATX rutschte um 2,11 Prozent auf 3.434,23 Punkte ab, der breiter gefasste ATX Prime büßte 2,05 Prozent auf 1.749,56 Zähler ein. Damit schloss der Wiener Markt den vierten Tag in Folge mit negativen Notierungen.

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