Heimische Bäckereien Emotionale Lohn-Debatten und die schwierige Suche nach Mitarbeitern

In Wien tobt eine heiße Diskussion um offene Stellen im Verkauf von Bäckereien. Mehr Personal benötigen indes auch die steirischen Betriebe. Und: Arbeitslose „Bäcker“ suchen meist anderes.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
© stock.adobe.com
 

Wien kocht über. Und der Grund dafür ist eine Bäckerei. Genauer gesagt löste eine dieser Tage emotional geführte Debatte die Meldung der Bäckerei Szihn aus, die trotz 130.000 Wiener Arbeitslosen seit vier Monaten kein Verkaufspersonal findet. Ein Hohn für alle unternehmerisch tätigen Menschen im Land und Ausdruck eines fehlgeleiteten Systems, brüllen die einen. Andere, nicht weniger vehement, bringen den Kollektivvertrag – gerade einmal 1500 Euro brutto als Einstiegsgehalt für die Verkaufsstelle – und schwierige Arbeitsbedingungen bei den Bäckern ins Rennen.

Kommentare (7)
SoundofThunder
3
31
Lesenswert?

🤔

Die Leute wollen halt von dem Gehalt leben können. So einfach ist es.

ma12
1
20
Lesenswert?

OMG

Es gibt es fast keine Bäcker mehr. Es sind ja schon alles "Massenfertigungsanstalten". Da arbeiten meist nur Hilfskräfte.

melahide
0
24
Lesenswert?

Das System

ist halt auch ein bisschen falsch. Früher waren Bäckereien eher Familienbetriebe. Wenn der „Geselle“ ausgelernt war, dann konnte er nach ein paar Jahren eine eigene Backstube eröffnen. Heute sind es halt nur noch wenige „Großbäckereien“, wo ein „Bäcker“ halt die ganze Nacht nur Semmeln herstellt. Oder nur Kipferl. Oder nur … und das halt doch um relativ wenig Geld bei einer sehr hohen Arbeitsbelastung. Zudem fehlt auch die Perspektive… selbständig kann sich heute damit niemand mehr machen …

livius
2
39
Lesenswert?

1.500,00 Euro brutto als Einstiegsgehalt

sind einfach zu wenig. Die Wohnung kostet schon 800,00 Euro. Da bleiben von den 1.500,00 Euro Brutto nach Abzug der Sozialversicherungsbeiträge und der Lohnsteuer nicht mehr viele Euro über. Strom, Kanal, Wasser, Heizung, Telefon, GIS, Haushaltsversicherung, Grundsteuer, etc. kosten so viel, dass sich ein Auto eh schon nicht mehr ausgeht. Nur Erdäpfel essen, ist auf Dauer auch nicht gesund. Diese Bundesregierung will auch, dass man noch für eine 3. Pensionssäule selbst anspart! Aber bitte mit welchem Geld???

stadtkater
2
14
Lesenswert?

Heurige Erdäpfel aus Ö

kosten jetzt am Markt 5€ je Kilo. Nudeln wären ein billigeren Ratschlag;)!

ferdinand41
2
32
Lesenswert?

1.237,43 €

1.500 brutto ergeben 1.237,43 € monatlich netto. Egal wie tief das Arbeitslosengeld sinkt, damit bleibt man jedenfalls arm. Eigene Wohnung geht sich in der Stadt kaum aus, Familie gründen auch nicht, keine Chance etwas zu sparen, von einem schönen Leben ganz zu schweigen.

ferdinand41
1
21
Lesenswert?

Zum Vergleich:

Maurer-LEHRLING:
2. Lehrjahr: € 1.531,- Brutto
3. Lehrjahr: € 2.041,- Brutto
4. Lehrjahr*: € 2.279,- Brutto
(*bei einer Doppellehre)