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In SupermärktenAggressive Kunden, Personalmangel, Überlastung: Mitarbeiter am Ende ihrer Kräfte

Gewerkschaft fordert Sicherheitsgipfel mit Wirtschaftskammer und Regierung, "Belastungsgrenze für Beschäftigte erreicht". Besorgniserregende Rückmeldungen in Umfrage zu Dauerstress. Handelsverband für individuelle Vereinbarungen.

CORONAVIRUS: SUPERMARKT
Supermarkt-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter sind am Ende ihrer Kräfte © APA/ROLAND SCHLAGER
 

Die Gewerkschaft GPA sieht die Belastungsgrenze vieler Beschäftigten im Handel - vor allem im Lebensmittelhandel - aufgrund der Coronapandemie erreicht. "Aggressive Kunden, Überlastung, Personalmangel und mangelnde Wertschätzung, sowie fehlender Respekt der Kunden gegenüber unseren Kolleginnen und Kollegen sind die größten Probleme", sagte GPA-Vertreterin Anita Palkovich am Freitag. Die Gewerkschaft fordert nun einen Sicherheitsgipfel mit der Wirtschaftskammer und Regierung.

Die GPA drängt auf ein Entlastungspaket, um die Situation für die Handelsangestellten zu verbessern. Palkovich forderte bei einer Online-Pressekonferenz die Aufstockung der ausgedünnten Personaldecke im Lebensmittelhandel, Kontrollen der Coronamaßnahmen durch eigenes Sicherheitspersonal, vorrangige Versorgung der Handelsangestellten mit Corona-Schutzimpfungen und keine Durchrechnung der Mehrarbeit. Die Gewerkschaft wünscht sich von der Arbeitgeberseite außerdem eine Abgeltung der Flexibilität der Beschäftigten in einem zeitlich befristeten Zusatzkollektivvertrag. Die geleistete Arbeit müsse auch am Ende des Monats bezahlt werden, so die GPA-Wirtschaftsbereichssekretärin Palkovich.

Schwangere Angestellte: Appell an Arbeitnehmer

Die Gewerkschaft appelliert an die Handelsbetriebe, auch schwangere Handelsangestellte, die ständigen Kundenkontakt und dadurch ein großes Corona-Risiko haben, sofort freizustellen. Für Mitarbeiterinnen bei körpernahen Dienstleistern gibt es bereits eine Sonderfreistellung ab der 14. Schwangerschaftswoche. Außerdem fordert die GPA ein Aussetzen der Tourismusregelungen zur Sonntagsöffnung in den Bundesländern, solange die Hotels coronabedingt geschlossen sind.

"Mehr Respekt und Wertschätzung"

Die Zentralbetriebsratsvorsitzende von Interspar und stellvertretende Vorsitzende des GPA-Wirtschaftsbereiches Handel, Sabine Eiblmaier, wünscht sich "mehr Respekt und Wertschätzung" für Handelsangestellte von der Regierung, Kunden und den Betrieben.

Für Schwangere, Impfstoffverteilung und Reduktion der Arbeitsbelastung brauche es schnelle Lösungen.

Letztes Jahr seien die Handelsmitarbeiter noch die "beklatschten Helden der Republik" gewesen, nun rede keiner mehr über die Arbeitsbedingungen, sagte Eiblmaier bei der Online-Pressekonferenz.

Auch der Billa-Betriebsratsvorsitzende und stellvertretende Vorsitzende des GPA-Wirtschaftsbereiches Handel, Werner Hackl, verwies auf die hohe Belastung der Beschäftigen durch Mehrarbeit und kurzfristige Dienstplanänderungen sowie ständiges Tragen der FFP2-Masken.

Die Forderungen und eine Handels-Beschäftigtenumfrage, hat die Gewerkschaft vor der Pressekonferenz, der Wirtschaftskammer zukommen lassen. Man warte aktuell auf die Reaktion des Sozialpartners, gehe aber davon aus, dass es zu raschen Gesprächen komme, sagte GPA-Vertreterin Palkovich.

Besorgniserregende Rückmeldungen

Die Gewerkschaft hat kürzlich eine Umfrage unter Gewerkschaftsmitgliedern im Handel durchgeführt. Knapp 3300 Personen - davon zwei Drittel weiblich und ein Drittel männlich - nahmen an der Befragung teil. Vor allem im stationären Handel habe man besorgniserregende Rückmeldungen bekommen, so Palkovich. Die Beschäftigten seien "teilweise am Ende ihrer Kräfte". Im Lebensmittelhandel fühlten sich 22 Prozent der Befragten "immer" gestresst, 39 Prozent "meistens", 36 Prozent "ab und zu" und 3 Prozent "nie".

Kunden außerordentlich belastet

Auch für den Handelsverband sind aggressive Kunden, Stress und Personalmangel - insbesondere im Lebensmittelhandel - ein Thema. "Die Herausforderungen sind uns bekannt, variieren aber sehr stark innerhalb der 3500 Lebensmittelhändler", so Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will. Viele Kunden seien zurzeit außerordentlich belastet, das wirke auf die Grundstimmung nach mehr als einem Jahr Coronakrise. "Die betroffenen Händler versuchen alles, um diese Situation für die Handelsangestellten zu verbessern", sagte der Interessensvertreter. Anstatt eines eigenen Sicherheitsgipfels oder zeitlich befristeter Zusatzkollektivverträge plädiert der Handelsverband-Geschäftsführer für individuelle Gespräche und Vereinbarungen zwischen Betriebsräten und Händlern.

 

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Danke für Ihr Verständnis.

ilselampl
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schauen sie sich

die Parlamentsdebatten an, da darf man sich nicht wundern.....................

beneathome
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Gewerkschaftsversagen.

In Österreich müssten die Handelsangestellten nicht so schlecht bezahlt sein und müssten so schlechte Arbeitsbedingungen haben, wenn ihre Gewerkschaft vielleicht etwas unabhängiger von den Unternehmen mehr das Wohl ihrer Angestellten im Fokus hätten. Die Handelsketten können nicht ins Ausland abwandern, ohne sich selbst zu schaden. Also wär die Jammerei nicht nötig.

minerva
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schlechte bezahlung beneathome...

hat aber nichts mit ungustiöse kunden zu tun - und davon gibt es jede menge

Patriot
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Solche Koffer

sollten nicht bedient, sondern rausgeschmissen werden!

AndiK
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Gezwungen wird

aber niemand zu diesem Job, oder?

donots1
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Öfter

als man glaubt.

Zuckerpuppe2000
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Ein bisschen mehr Respekt!

Sind wir doch froh das diesen unterbezahlten Job überhaupt jemand macht!

AndiK
29
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Würden ihn nicht so viele bereitwillig machen

wäre er nicht unterbezahlt

pregwerner
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Würde mich interessieren,

wie viele wirklich "bereitwillig" unterbezahlt arbeiten gehen...🤔

Gabi68p
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Der Handel ...

... könnte die Werbung samt Superschnäppchen, Extrarabatte und satten Prozenten einstellen, die ohnehin den meisten Kunden wenig bis nichts bringen, außer großen Mengen die oftmals - mangels Bedarf- im Müll landen.
Der Kunde könnte seine Einkäufe auf einmal wöchentlich reduzieren. Oder glaubt wirklich jemand das Obst und Gemüse täglich frisch geerntet und angeliefert wird?

donots1
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Nur im Handel?

Dann kommt mal zu mir in die Spedition. Mein Team ist am Ende.
Tägliche Beschimpfungen zum Verbleib der Ware, Corona bedingte Fahrer Ausfälle das so manche Touren ausfallen, Ersatzfahrer(wenn man überhaupt welche bekommt) die sich teilweise nichts auskennen....
Glauben die Leute wirklich Corona macht halt vor uns? Wir sind nicht in 2019 wo alles noch normal war.

glashaus
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Jammerei

jetzt beginnt jeder zu jammern. Würde man die Leute ordentlich entlohnen wäre auch das Personal entsprechend. Für Pinats wirds keine Botenfahrer geben die gute Arbeit abliefern. Und beim Handel sollte man anstatt den Prozentaktionen die Verkäufer ordentlich bezahlen und schulen. Dann ist der Kunde welcher bezahlt auch zufrieden. Nur bei den Arbeitnehmern sparen, sparen und nochmals sparen wird leider nicht mehr lange funktionieren. Und bald werden die Verkäufer und Botenfahrer kein Wort Deutsch mehr sprechen.

Landbomeranze
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Dabei sind alle diese Oligopolisten ohne Arbeitnehmer nichts.

Der ganze Vorstand dieser Läden verdient sich eine goldene Nase und deren Nutzen für Konsumenten und Zulieferer ist Nulllllll. Hätten sie keine Mitarbeiter und keine Produzenten, die ausgepresst werden wie Zitronen, dann müsste der ganze Vorstand samt Eigentümer unter der Brücke schlafen. So schauts aus.

scaramango
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Schlimm, wie tief viele Menschen sinken,...

.... wenn sie sich auch nur ein wenig diszipliniert und mit Respekt den Mitmenschen gegenüber verhalten sollen !!!

Niemand von uns will den Virus, Niemand von uns will krank werden, Niemand von uns möchte seine Angehörigen auf der Intensivstation leidend wissen, Niemand von uns möchte geliebte Menschen an Covid19 verlieren.... das geht aber halt nur mit Einhaltung der einfachen Regeln von Maske tragen und Abstand halten. Bloß ZWEI Dinge und so viele spielen verrückt! Dabei ist das Ende Dank Impfungen jetzt wirklich absehbar.

Schlimm.... Egoismus pur ist wirklich eine Sünde!

altbayer
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Titelseite der KLZ

... und damit die Handelsmitarbeiter noch mehr Stress bekommen gab es heute auf der Titelseite -(die Werbehülle) der KLZ die Werbung des Möbelhauses mit dem rotem Stuhl:

"LOCKDOWN DROHT! JETZT MÖBELN SICHERN"

Im Radio hörte ich dann den gleichen Werbeslogan -
ich hoffe doch, dass die immer wieder ausgetauschte OMA der Werbefamilie schon die Impfung bekommen hat........

Mit der Angst der Menschen Möbel zu verkaufen, finde ich unter der Gürtellinie.

nussrebell
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War das nicht...

... vom Ki*a?🤔

jojo81
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Beide...

...gestern ki*a heute L*tz 😏

nussrebell
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War das nicht...

... vom Ki*a?🤔

Stony8762
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---

Und die Maskenverweigerer tragen nichts dazu bei, um die Situation zu verbessern! Im Gegenteil!

Thereisa
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Werbeverbot

Ganz einfach.... Werbeverbot für die Lebensmitteldiskonter vor allem für alkoholhaltige Getränke - wie das verschleudern von BIER... dann wird es ruhiger in diesen Läden und der Konsument kauft nicht alles zusammen.....

Stony8762
5
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Thereisia

Es gibt nicht nur Alkis, sondern auch Naturdepperte! Und ausserdem kaufen Alkis ihr Bier auch ohne Werbung!

markus144
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Leider...

tragen viele Kunden ihren kompletten Frust ins Geschäft.
"Wert" war man als Handelsangestellte/r für viele eh nie was, aber seit Corona ist man noch der Fußabtreter für die Leute geworden.

Ich wäre ja mal für einen 1 wöchigen Generalstreik, mal schauen was Amazon auf die Schnelle an Lebensmitteln liefern kann...

Hildegard11
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Ja leider

Was machen diese tiefen Frusttöpfe eigentlich selbst beruflich? Wie arm ( an Geist und Seele) müssen diese Prolos sein? Wie wäre es mit Betretungsverbot?

fwf
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Was wundert euch ?

Jetzt sehen wir die Ergebnisse der antiautoritären Erziehung. Kein Respekt, kein Benehmen, keine Rücksichtnahme. Die "I bin I" - Generation.

Balrog206
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Also

Es gibt genügend ältere bei denen das zu trifft und da war noch keine Rede von antiautoritärer Erziehung !!!

Kathrin1009
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Ältere

Mir fallen hauptsächlich ältere Leute ungut in den Geschäften auf. Tragen die Maske nicht ordentlich, finden nichts und motzen dann das Personal an, drängeln an der Kasse und schauen bös. Bei Jugendlichen ist mir diese Art selten bis nie untergekommen.

 
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