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ForschungsförderungInnovationen: Steiermark bleibt bei der Forschung im Spitzenfeld

Corona-Jahr 2020 brachte "Antragsflut" bei FFG-Forschungsförderung. Insgesamt konnte die FFG Förderzusagen in der Höhe von 572 Millionen Euro machen. Die Steiermark liegt mit 128 Millionen Euro bundesweit auf Platz zwei.

Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP), Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne)
Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP), Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) © (c) APA/HERBERT PFARRHOFER (HERBERT PFARRHOFER)
 

Mit einer "Antragsflut" war die Forschungsförderungsgesellschaft FFG im Jahr 2020 konfrontiert. Die Zahl der Förderansuchen im Bereich der wirtschaftsnahen Forschung stieg im vergangenen Jahr um 40 Prozent, hieß es am Mittwoch in einer Pressekonferenz. Insgesamt konnte die FFG Förderzusagen in der Höhe von 572 Millionen Euro machen. Das ist ein Rückgang zu 2019: An die heimischen Unternehmen flossen laut FFG-Bilanz mehr Förderungen, das Minus traf Kompetenzzentren und Hochschulen.

Mit 169 Millionen Euro an bei der FFG eingeworbenen Forschungsgeldern hatte Wien im Vorjahr die Nase vorne. In die Steiermark gingen Förderzusagen in der Höhe von 128 Millionen Euro und nach Oberösterreich 119 Millionen Euro. Niederösterreich folgt mit Respektabstand (50 Millionen Euro) vor Tirol (32) und Kärnten (25). Am unteren Ende des Bundesländer-Reigens rangieren Salzburg (21 Millionen), Vorarlberg (17 Millionen) und das Burgenland mit fünf Mio. Euro.

Insesamt wurden in der Steiermark 1115 Beteiligungen genehmigt, geht aus den FFG-Daten hervor. Mit einer (laut Statistik Austria) regionalen Forschungs- und Entwicklungsquote von 4,9 Prozent der regionalen Wirtschaftsleistung (BIP) liegt die Steiermark auch europaweit im absoluten Spitzenfeld.

Drei Milliarden Euro für angewandte Forschung

Die auf wirtschaftsnahe Forschung, Innovationen und Technologieentwicklung spezialisierte Förderagentur schüttete in den Jahren 2019 und 2018 rund 618 Millionen Euro aus Eigenmitteln an Projekte aus. Unter Beteiligungen der FFG, die etwa auch Firmen bei Förderungen aus EU-Programmen unterstützt oder die Gutachten für die Inanspruchnahme der Forschungsprämie durch Unternehmen erstellt, wurden 2020 im weitesten Sinne um die drei Milliarden Euro in die angewandte Forschung investiert. Von einem "Rekordjahr für angewandte Forschung" sprachen daher die beiden für die FFG zuständigen Ministerinnen Leonore Gewessler (Grüne) und Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) vor Journalisten.

So liege man bei der Forschungsprämie, über die Unternehmen einen Teil ihrer Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (F&E) zurück bekommen, nun bei über 1,1 Milliarden Euro. Dies sei ein "besonderer Aspekt des besonderen Jahres", sagte Schramböck. Rund zwei Drittel der Investitionen in der angewandten Forschung könne man dem Bereich der Digitalisierung zuordnen.

Angesichts der Tatsache, dass auch die Klimakrise trotz Corona keine Pause mache, verwies Klimaschutzministerin Gewessler darauf, dass man es geschafft habe, "klare Klimakriterien" in den Förderschienen zu etablieren. Durch zusätzlich je 100 Millionen Euro von 2020 bis 2022 in der angewandten Forschung mit Bezug auf den Klimaschutz habe man selbigen "zu einem zentralen Pfeiler" gemacht. Die für heuer bereits ausgeschöpften Mittel im Rahmen des "Ökoschecks" würden zudem um zusätzliche sechs Mio. erhöht, so die Ministerin.

"Motivationsschub bei Innovationen"

Das deutliche Plus an Anträgen im von der Coronakrise geprägten Jahr sei beachtlich. Auch ab der Lancierung des "Corona-Emergency-Calls" im März 2020 verzeichnete die FFG laut Unterlagen eine merkliche Zunahme. Mit Jahresende waren es insgesamt 1447 Förderanträge (2019: 1.032). "2020 war ein Ausnahmejahr. Wir sehen aber auch, dass die Pandemie 2020 zu einem Motivationsschub bei Innovationen und in der Forschung geführt hat", so die FFG-Geschäftsführer, Henrietta Egerth und Klaus Pseiner, in einer Aussendung.

Ohne die für den Breitbandausbau vorgesehenen Gelder (2020: 283 Mio. Euro) schüttete man im Jahr 2020 572 Mio. Euro an 3.917 Forschungsvorhaben in ganz Österreich aus. Davon flossen 220 Mio. Euro an Großunternehmen. Diese Summe deckt sich weitgehend mit dem Wert aus dem Jahr 2019 (223 Millionen). An kleine und mittlere Unternehmen (KMU) gingen 2020 rund 198 Millionen Euro, was einer deutlichen Steigerung gegenüber den 169 Millionen im Jahr davor und dem stärksten Anstieg über alle Förderbereiche hinweg entspricht.

Der Gesamt-Rückgang von 46 Millionen Euro gegenüber 2018 und 2019 geht vor allem zulasten der Kompetenzzentren, die 2019 noch 84 Millionen Euro aus den FFG-Töpfen lukrierten und 2020 nur noch 26 Millionen Euro erhielten. Das liege daran, dass im Kompetenzzentren-Programm "Comet" Ende 2019 noch viele Vertragsabschlüsse erzielt wurden, 2020 dann aber entsprechend wenige, wie die FFG gegenüber der APA erklärte. In den Hochschul-Sektor flossen 63 Millionen Euro (2019: 75 Millionen Euro). Im Jahresvergleich konstant blieb die Fördersumme für Forschungseinrichtungen mit 53 Millionen Euro, sonstige Einrichtungen erhielten zwölf Mio. Euro.

 

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