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Thema im ParlamentHygiene Austria: Supermarktketten brachten Millionen Masken in Umlauf

Die Razzia bei Hygiene Austria hat auch bei den Supermarktketten die Alarmglocken läuten lassen. Dort wird betont: Die Masken sind jedenfalls sicher.

Der rote Bügel ist das Markenzeichen der Hygiene Austria
Der rote Bügel ist das Markenzeichen der Hygiene Austria © APA/Hans Klaus Techt
 

Nach den Durchsuchungen beim Schutzmasken-Hersteller Hygiene Austria wegen des Verdachts, dass in China produzierte Masken falsch etikettiert und als österreichische Produkte verkauft wurden, gehen die Abnehmer der Masken nun der Frage nach, ob auch sie betroffen sein könnten und ein Rückruf notwendig ist. Eine politische Dimension hat die Causa durch die Tatsache, dass der Geschäftsführer der Firma ein Verwandter der Büroleiterin von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) ist.

Ein Sprecher der Hygiene Austria - das Unternehmen ist ein Joint Venture des oberösterreichischen Faserherstellers Lenzing mit dem Textilkonzern Palmers - hatte die Razzien an zwei Standorten am Dienstag bestätigt. Laut Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) geht es um den Verdacht der organisierten Schwarzarbeit sowie schweren gewerbsmäßigen Betrugs.

Hygiene Austria weist die erhobenen Vorwürfe als "haltlos" auf das Schärfste zurück und kooperiert eigenen Angaben zufolge eng mit den Behörden, um zur Aufklärung beizutragen. Es sei bedauerlich hier "in tagespolitische Auseinandersetzungen hineingezogen zu werden", so das Management. Dennoch hat die Bundesbeschaffungsagentur den Vertrag mit dem Unternehmen vorerst auf Eis gelegt.

Verkauf in Handelsketten

Vor Wochen haben die Handelskonzerne Spar und Rewe gegenüber der Kleinen Zeitung bestätigt, Masken der Hygiene Austria im Sortiment zu haben. "Wir haben die Berichte mit Sorge zur Kenntnis genommen, weil wir viele dieser Masken bewusst eingekauft haben", erklärte Spar-Sprecherin Nicole Berkmann. Man habe dazu bereits Gespräche "auf hoher Ebene" geführt. Die von Spar an seine Kunden abgegebenen Masken seien sicher, betonte die Sprecherin. "Wir haben die 100-prozentige Rückverfolgbarkeit, dass die von uns gekauften Masken auf jeden Fall in Österreich am Standort in Wiener Neudorf hergestellt worden sind." Auch die Rohware stamme aus Österreich, "und es liegen uns auch für unsere Masken Prüfgutachten vor, dass es sich wirklich um FFP2-Masken-Qualität handelt". Daher werde man die Masken wie bisher an Mitarbeiter und Kunden abgeben.

Der Rewe-Konzern (Billa, Merkur, Bipa, Penny) hat mehrere Millionen Masken von Hygiene Austria bezogen. "Wir prüfen das derzeit intern und sind in Kontakt mit Hygiene Austria", sagte Rewe-Sprecher Paul Pöttschacher. Momentan seien die Masken weiter im Verkauf, man prüfe die Qualität aber intern via Qualitätsmanagement. Rewe hat Masken auch vom steirischen Produzenten Aventrium, aber auch aus China bezogen.

Der Diskonter Hofer hat ebenfalls Masken von Hygiene Austria bezogen. "Diese mit österreichischer Herkunft deklarierten FFP2-Masken werden seit 26.01.2021 in unseren Filialen verkauft. Da es sich bei der gegenständlichen Untersuchung um einen Verdachtsfall handelt, werden wir die weiteren Entwicklungen beobachten", erklärte eine Sprecherin auf Anfrage. Der Mitbewerber Lidl Österreich hat nach eigenen Angaben keine Masken von Hygiene Austria bezogen.

Thema im U-Ausschuss

Die Razzia hat am Mittwoch auch den Ibiza-Untersuchungsausschuss am Rande beschäftigt. SPÖ und FPÖ wiesen darauf hin, dass die im Ausland produzierten und mutmaßlich umetikettierten Produkte auch vom Parlament zur Verfügung gestellt werden. Weil der Geschäftsführer der Firma ein Verwandter der Büroleiterin von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) ist, richtete die SPÖ eine parlamentarische Anfrage an den Kanzler.

Wie die Parlamentsdirektion auf bestätigte, befinden sich MNS-Masken des heimischen Herstellers Hygiene Austria im Bestand des Parlaments. Diese seien aber nicht direkt bezogen worden. Vielmehr habe es sich um einen "Abruf bei der Bundesbeschaffungsgesellschaft (BBG)" gehandelt. Dort scheint die Firma als einer von mehreren Dutzend Anbietern für die Schutzmasken-Beschaffung auf (aktueller Status der Firma: "in Prüfung").

Verbandelungen

SPÖ-Vizeklubchef Jörg Leichtfried erinnerte am Mittwoch an das Verwandtschaftsverhältnis der Büroleiterin des Bundeskanzlers mit dem Hygiene-Austria-Geschäftsführer (sie ist mit Palmers-Vorstand Luca Wieser verheiratet und mit Hygiene-Geschäftsfüher Tino Wieser verschwägert). Mittels parlamentarischer Anfrage will Leichtfried daher wissen, ob auch das Kanzleramt Masken der Firma gekauft hat und ob es seitens der Firma diesbezügliche Interventionen gab. "Während in Österreich hunderttausende Menschen arbeitslos sind und tausende Unternehmerinnen und Unternehmer um ihre Existenz bangen müssen, machten einige Wenige mitten in der Corona-Krise das Geschäft ihres Lebens", kritisierte Leichtfried in einer Aussendung.

Auch FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl nahm bei einer Pressekonferenz Kurz aufs Korn: "Eine sehr feine Gesellschaft, in der sich der Bundeskanzler da bewegt." Bis vor wenigen Stunden sei dieser das "Parade-Testimonial" der Firma gewesen - mittlerweile versuchten seine Helfer aber offenbar, diese Spuren zu verwischen. Neben der "engen Verbandelung" seiner Büroleiterin sei etwa auch der von der ÖVP entsandte ORF-Stiftungsrat Gregor Schütze für die Pressearbeit der Firma zuständig.

Rasche Aufklärung

Im Ausschuss hofften alle Fraktionen auf eine schnelle juristische Aufarbeitung der Causa. Das Unternehmen hatte von "haltlosen Vorwürfen" der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) gesprochen und ihr vorgeworfen, in tagespolitische Auseinandersetzungen hineingezogen zu werden. Die Justiz müsse schnell arbeiten und - je nachdem - schnell anklagen bzw. das Verfahren einstellen, forderte ÖVP-Fraktionschef Wolfgang Gerstl.

Kanzler Kurz selbst äußerte sich auf Anfrage im Pressefoyer des Ministerrats nicht zu den konkreten Vorwürfen. Es habe eine Hausdurchsuchung bei einem österreichischen Unternehmen gegeben, sein Kenntnisstand dazu beschränke sich auf das, was in der Zeitung stehe.

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Danke für Ihr Verständnis.

Alfa166
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Mein Gott, ist doch egal woher die Masken kommen, Hauptsache sie schützen.

Wir alle sollten doch eher froh sein, dass wir genug Masken für alles haben. Woher die jetzt kommen ist doch komplett egal.

Brauchealles
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Alfa 166

Dass andere ehrliche Anbieter,welche korrekte Ware in Österreich erzeugen,aussen vorgelassen wurden,scheint Ihnen wohl egal zu sein.Genug Masken hätts aus China gewiß gegeben und das ohne gewaltigen Preisaufschlag,welchen u.A.der Steuerzahler zu tragen hat.

AloisSteindl
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Nicht wirklich

Erstens wurde mit der heimischen Produktion geworben, die Masken wurden auch teurer verkauft und die Firma hat für den Ausbau auch Unterstützung bekommen.
Und außerdem wurden die Masken von einer Institution in Ungarn klassifiziert, bei uns sind sie wohl durchgefallen. Es gab ja schon mehrmals Probleme mit chinesischer minderwertiger Ware.
Drittens wurde wohl viel mittels Schwarzarbeit erledigt.
Die Firma streitet noch immer (fast) alles ab.

Anndrea
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peinlich

für die Kurz-Sekte; der nächste Einzelfall - aber Korruption muss sich lohnen.
Wann kommt es endlich zu einer Anklage gemäß §278a StGB.

Horstreinhard
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Wen bezichtigen Sie der Korruption?

Ich kann das Ihrem Kommentar nicht entnehmen 🤔

Anndrea
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@Horstreinhard

lauter seltsame Zufälle und warum §278a StGB wichtig ist

Vor Bekanntgabe der 2. Maskenpflicht ist Tage zuvor die Produktion von Hygiene A. angelaufen
Der Mann der Büroleiterin im Kanzleramt ist Vorstand von Hygiene Austria
Der Schwager der Büroleiterin ist Geschätsführer der Hygiene Austria
Die PR-Agentur von Gregor Schütze (ÖVP-ORF-Stiftungsrat) macht PR für Hygiene Austria
Er erhielt von Köstinger den gut dotierten Auftrag die Tests im Tourismus zu organisieren
In dieser PR-Agentur arbeitet die Frau des Innenministers Nehammer
Vorher hat Frau Nehammer bei der Schwägerin (Tanner) des Kurz-Beraters Stefan Steiner gearbeitet, und Stefan Steiners Bruder, Thomas Steiner, ist Direktor der Nationbank.
usw.

Giuseppe08
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Filz

Und wer bei dieser Auflistung nicht den politischen Filz erkennt ist auf beiden Augen blind

chatrouge
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Kein Hygiene Austria Masken beim Interspar

Ich wollte mir extra welche kaufen. Aber die wurden weggeräumt. Nur Deutscher Händler und Eigenmarken, beide Made in China. So schießen wir uns selbst ins Knie.

Brauchealles
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Chatruge

Warum nicht China?Wo wir doch schon wissen ,dass Hygiene Austria Masken auch aus China kommen?