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650 Millionen Euro im Topf Sanierungsoffensive: So hoch fallen die Förderungen bis 2022 aus

Sanierungsoffensive mit 650 Millionen Euro Förderbudget für 2021 und 2022: "Raus aus Öl und Gas"-Bonus für Heizkesseltausch bis maximal 5000 Euro gefördert, "Sanierungsscheck" bringt bis zu 6000 Euro für Gebäudesanierung.

Klimaschutzministerin Leonore Gewessler
Klimaschutzministerin Leonore Gewessler © (c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)
 

Die neue Sanierungsoffensive ist mit einem Förderbudget von zusammen 650 Millionen Euro für die Jahre 2021 und 2022 ausgestattet. Dabei werden mit dem "Raus aus Öl und Gas"-Bonus der Heizkesseltausch und mit dem "Sanierungsscheck" thermische Gebäudesanierungen unterstützt. "Wir starten heute eine Sanierungsoffensive für die kommenden zwei Jahre und dafür nehmen wir ein noch da gewesenes Budget in die Hand", so Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne).

Damit stünden 650 Millionen Euro für moderne Heizsysteme für gut gedämmte Häuser und geringere Heizkosten zur Verfügung und es würden auch Arbeitsplätze für den Klimaschutz geschaffen, so Gewessler am Dienstag in einer Pressekonferenz. Mit der Sanierungsoffensive arbeite man Schritt für Schritt daran, Österreichs Gebäude klimafit zu machen und unterstütze die Menschen dabei, ihre alten, umweltschädlichen, dreckigen Ölheizungen und Gasheizungen gegen neue klimafreundliche Heizsysteme zu tauschen.

Mit dem "Raus aus Öl und Gas"-Bonus gibt es für Private bis zu 5000 Euro für den Tausch des Heizsystems. Der Fördersatz wird von 30 auf 35 Prozent der Investitionskosten erhöht.

 

Mit dem Sanierungsscheck werden Gebäudesanierungen mit bis zu 6000 Euro unterstützt. Für Einzelbauteilsanierungen sind Förderungen von bis zu 2000 Euro möglich. Wenn umweltfreundliche Dämmmaterialien wie etwa Hanf oder Stroh eingesetzt werden, gibt es noch einmal 50 Prozent der Fördersumme zusätzlich. Beim Sanierungsscheck und beim Tausch von fossilen Heizkesseln für Private im mehrgeschoßigen Wohnbau wird auf Objektförderung umgestellt, das heißt Antragsteller sind künftig die Gebäudeeigentümer und -eigentümerinnen.

Die Förderungen seien ein enorm wichtiger Baustein für den Klimaschutz, betonte Gewessler. Durch die Initiative werden 64.000 neue klimafreundliche Arbeitsplätze in zwei Jahren geschaffen und Investitionen von 4,5 Milliarden Euro Investitionen ausgelöst. Man arbeite auch mit den Bundesländern zusammen.

"Mehr Planungssicherheit für Kunden und Betriebe"

Branchenvertreter und Umweltorganisationen begrüßten die Sanierungsoffensive. Der Geschäftsführer der Fröling Heizkessel- und Behälterbau GmbH, Thomas Haas, und Manfred Denk von der Bundesinnung der Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker zeigten sich bei der Pressekonferenz erfreut, dass der Zweijahres-Zeitraum mehr Planungssicherheit für Kunden und Betriebe gebe. Laut Regierungsprogramm sollen bis 2035 alle mehr als 600.000 Ölheizungen ersetzt werden. Von den 650 Millionen Euro sind 400 Millionen Euro für den Tausch von Öl- und Gasheizungen vorgesehen.

Bei einem Heizungstausch spiele der ökologische Fußabdruck für die Kunden mittlerweile eine größere Rolle, früher seien Ölpreisbewegungen wichtig gewesen, so Haas. Der Austausch einer alten Ölheizung in eine Pelletsheizung koste inklusive Umsatzsteuer rund 25.000 Euro. Dazu seien noch Förderungen von Bundesländern möglich, so Denk. Berücksichtigt werden müssten auch die Kosten für den Tausch einer 20 bis 30 Jahre alten Ölheizung.

Nach Angaben der Österreichischen Energieagentur vom Dezember des Vorjahres gab es in Österreich 2017/18 rund 3,9 Millionen Heizungen. Davon entfielen rund 29 Prozent auf Fernwärme, rund 19 Prozent auf Biomasse und rund 8 Prozent auf Solar, Wärmepumpen. Weiters gab es mehr als 913.000 (23,5 Prozent) Gasheizungen und rund 626.000 (16 Prozent) Ölheizungen. Die regionale Verteilung der Öl- und Gasheizungen war höchst unterschiedlich. Den höchsten Anteil an Ölheizungen gab es in Tirol (35 Prozent), Vorarlberg (31 Prozent) und Kärnten (25 Prozent), den niedrigsten in Wien (1 Prozent), geht aus Mitte Jänner präsentierten Daten des ÖVI (Österreichischer Verband der Immobilientreuhänder) hervor. Bei Gas lag Wien an erster Stelle mit 45 Prozent. Dahinter folgten Niederösterreich (33 Prozent) und das Burgenland (26 Prozent). Am wenigsten mit Gas heizten die Kärntner (3 Prozent).

Kommentare (9)
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Ratte
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Eines hätte ich da noch....

Passt zwar nicht unbedingt zum Thema des Artikels, aber gut zur Hauptakteurin Gewessler:

Zitat Roger Letsch: Der renitente Dorfbewohner lächelt nur, wenn er die Gewissenseinflüsterungen politischer Stadtpflanzen hört, den SUV stehen zu lassen und lieber auf Bus und Bahn umzusteigen. Hier? An der „letzten Milchkanne“, wo sich Internet und Funkloch „Gute Nacht“ sagen? Wo dreimal am Tag ein Bus vorbeikommt und sonntags nur einer? Das auf dem Land noch selbstverständlich verwendete Auto hat eine minimale Auslastung von 20%, wenn man allein damit fährt. Der ÖPNV erreicht diese Auslastung im ländlichen Raum kaum, deshalb wird er auch nicht ausgebaut. Ohne eine gute Auslastung geht nämlich die energetische Rechnung nicht auf und der Verzicht auf verfügbare, verlässliche und individuelle Mobilität wird unmöglich. Wo sind eigentlich die Gerechtigkeitsfanatiker, die sich endlich kritisch mit den physikalischen Gesetzen befassen, die uns hier im Weg stehen?

Ratte
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Wie schon an anderer Stelle angemerkt....

Diese Frau Gewessler ist eine rein ideologisch getriebene Grüne, die von den Zusammenhängen nicht die geringste Ahnung hat. Muss sie aber auch nicht, weil grünes Gedankengut ist automatisch richtig und darf nicht kritisiert werden.

Knapp 70% der Häuser mit Öl- oder Gasheizung können auf Grund der vorhandenen Heizkörperauslegung nicht im Niedertemperaturbereich beheizt werden. Also nicht mit Wärmepumpe und dgl. Entweder muss die ganze Heizung samt Heizkörpern umgebaut werden oder man ist gezwungen, die Wärmepumpenleistung mit Strom "aufzubessern". Keine Rede von besonders ökologischen Heizbetrieb..

Pelletsheizungen sind eine recht störungsanfällige und servicebedürftige Fehlkonstruktion und das Heizmaterial wird mit Diesel transportiert, mit Gas getrocknet und mit Strom gepresst. Auch nicht besonders öko.

Die Sanierung von Bestandsobjekten mittels Wärmedämmfassaden macht aus Ziegelbauten Sondermüll und führt in vielen Fällen zu Schimmel und Durchfeuchtung des Mauerwerks.

Und die 64.000 Arbeitsplätze möchte ich mir gerne vorrechnen lassen...

PoetschSt
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Raus aus Öl und Gas mit mehr CO2

Anscheinend ist der grünen Ministerin nicht klar, dass das viele Geld wenig bewirkt, meistens das Gegenteil. Fernwärme bedeutet in Graz rein in (fossiles) Gas mit mehr CO2 als bei einem Ölbrennwertkessel anfallen würde, wenn man diesen mit fossilem Öl betreibt. Mit "Bioöl" wäre man fast CO2-frei. Mit Pellets bläst man mehr CO2 in die Luft als mit Öl. Wärmepumpen wären ein sinnvoller Weg. Aber die Hürden für eine Wärmepumpe sind zahlreich.

Hapi67
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Pellets erzeugt aus Sageabfall und

Wiederaufforstung sind doch Co2-neutral.
Eine andere Berechnungsformel-ein anderes Ergebnis für die bösen Pellets-eine andere Heizungsart und Sie können Ihr Wunschergebnis entsprechend der Zutaten und Abzüge basteln.

Fast wie in der Autoindustrie mit den Motoren.

peso
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Hapi67

Da müssen Sie aber alles lesen und nicht nur die Überschriften. Die Verbrennung von Holz ist nur dann CO2-Neutral, wenn dieselbe Menge nachwächst oder gepflanzt wird. Nachdem auf unserer Erde aber schon jahrelang die Bewaldung jährlich um rund 80.000 km2 abnimmt, ist die CO2-Neutralität nur mehr als Wunsch und nicht einmal als event. Möglichkeit zu bewerten. Und wenn Sie dann auch noch die näheren Informationen einholen, werden Sie draufkommen, dass ALLE maßgeblichen Institutionen die Holz Verbrennung zwar noch immer als CO2-Neutral bezeichnen, aber NIEMALS als Klimaneutral!

Ratte
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Dummerweise ist die Natur selbst...

...alles andere als klimaneutral. Es schadet ihr aber auch nicht....

Hapi67
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Danke ist mir bekannt, es bleibt


Gewähltes Berechnungsmodell=gewünschtes Ergebnis
Und zum Thema Klimaneutral kumma mit 1500 Zeichen leider net aus...

PoetschSt
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Solange genügend Sägemehl anfällt ...

.

peso
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650 Mio im Fördertof, die man aber nicht unbedingt braucht

Dafür den Finanzminister um Geld anschnorren, weil man die Westbahn nicht mehr finanzieren will.
Euch Grünen und auch Haselsteiner ist wohl nichts zu blöd, um uns, den Steuerzahlern, Geld aus der Tasche zu ziehen. Lernt endlich richtig zu wirtschaften, dann zu sparen und dann ......gibts die Grünen eh nicht mehr