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LändervergleichWarum Strom heuer teurer ist und Kärntner Haushalte am meisten zahlen

Gestiegene Netzkosten sowie Steuern und Abgaben führen heuer zu einer insgesamt höheren Stromrechnung. Kärntner zahlen aktuell am meisten, zeigt ein Vergleich. Der VKI startet diesen Montag wieder die Aktion Energiekostenstopp.

© bohbeh - stock.adobe.com
 

Die Stromrechnung ist für viele Haushalte zu Jahresbeginn etwas höher als vor einem Jahr. Grund dafür sind vor allem gestiegene Netzkosten sowie Steuern und Abgaben, geht aus Daten der Regulierungsbehörde E-Control hervor. Die Großhandelsstrompreise haben sich nach einem Einbruch zu Beginn der Coronapandemie mittlerweile wieder erholt.

Die Stromrechnung besteht zu je rund einem Drittel aus folgenden Teilen: dem reinen Energiepreis - hier ist ein Anbieterwechsel möglich -, den vom Standort abhängigen Netztarifen sowie Steuern und Abgaben, wie etwa für die Ökostromförderung. Für einen österreichischen Durchschnittshaushalt mit 3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch lag die Stromrechnung im Jänner bei 797 Euro, das sind um 3,4 Prozent mehr als vor einen Jahr. Regional gibt es jedoch deutliche Unterschiede bei den einzelnen Landesenergieversorgern. Die Bandbreite für einen Durchschnittshaushalt reicht von 915 Euro in Kärnten bis 686 Euro in Vorarlberg.

Warum Netzkosten steigen

Der Energiepreis blieb großteils stabil. Einige Anbieter haben ihn erhöht, etwa im Westen Österreichs und auch kleinere Lieferanten, so Johannes Mayer, Leiter der volkswirtschaftlichen Abteilung in der E-Control, zur APA. Die Strom-Großhandelspreise sind zu Beginn der Coronapandemie eingebrochen und waren fast ein halbes Jahr sehr niedrig. Ab Ende des dritten Quartals haben sie sich dann aber wieder erholt und lagen im Jänner in etwa wieder auf Vorjahresniveau. Mayer erwartet eher stabile Großhandelspreise.

Die Netzkosten wurden vor allem wegen der gestiegenen Investitionen der Betreiber angehoben, sie werden von der Regulierungsbehörde festgelegt. Sie seien lange Zeit gesunken, jetzt komme eine Investitionswelle, so Mayer. Die höchsten Netzentgelte gibt es derzeit beim Kärntner Landesenergieversorger, die niedrigsten in Vorarlberg. Sie hängen vom Standort des Kunden ab und ändern sich nicht, wenn man den Stromlieferanten wechselt.

Die Ökostromabgabe wird heuer laut E-Control für einen Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden (kWh) auf rund 111 Euro steigen, nach 93 Euro 2020. Die Höhe hängt im Wesentlichen von den Großhandelsstrompreisen ab, sagt Mayer. Die Ökostromförderung gleicht die Differenz zwischen dem Marktpreis und den sogenannten Einspeisetarifen aus, die die Anlagenbetreiber bekommen.

VKI-Aktion Energiekostenstopp

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) führt heuer zum zehnten Mal die Aktion Energiekostenstopp durch.

Unter energiekostenstopp.at kann man sich bis 31. März 2021 anmelden. Kostenlos und unverbindlich.

Im Rahmen eines Bestbieterverfahrens wird versucht, möglichst gute Energietarife für die Aktionsgemeinschaft zu erzielen. In Summe konnten die teilnehmenden Haushalte seit Beginn der Aktion ihre Energieausgaben um über 40 Millionen Euro reduzieren, erklärt der VKI.

 

Bei den Landesenergieversorgern waren die reinen Energiepreise im Jänner größtenteils unverändert gegenüber dem Vorjahr - Erhöhungen gab es hier nur in Tirol und Vorarlberg. VKW und Tiwag hatten aber trotz eines Anstiegs von insgesamt mehr als 9 Prozent die niedrigsten Stromrechnungen für einen Durchschnittskunden mit 3.500 kWh Jahresverbrauch. Die Netzkosten stiegen am stärksten im Burgenland, gefolgt von Niederösterreich, Wien, Kärnten und Vorarlberg.

So viel zahlt man in den Bundesländern

In Kärnten beträgt die Stromrechnung (Stand Jänner 2021) beim Landesenergieversorger für einen Durchschnittshaushalt 915 Euro, ein Anstieg um 5,3 Prozent. Dahinter lagen das Burgenland mit 833 Euro (plus 4,6 Prozent), Oberösterreich mit 831 Euro (plus 2,4 Prozent), die Steiermark mit 809 Euro (plus 2,8 Prozent), Wien mit 805 Euro (plus 5 Prozent), Niederösterreich mit 793 Euro (plus 3,3 Prozent), Salzburg mit 760 Euro (plus 2,8 Prozent), Tirol mit 741 Euro (plus 9,6 Prozent) und Vorarlberg mit 686 Euro (plus 9,5 Prozent).

Kommentare (10)
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Robinhood
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Übrigens

Bei 200.000 Stromkunden in Kärnten die je 200€ im Jahr mehr zahlen als Haushaltskunden in Vorarlberg sprechen wir von 40Millionen € Mehreinnahmen für den Kärntner Energieversorger. Gratulation!

Robinhood
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Das teuerste Netz Österreichs

Finden wir in Kärnten. Das liegt vor allem an den vielen teuren Mitarbeitern. Nachdem wir Stromkunden das über den Netztarif bezahlen, kann man ruhig auch von sozialisierten Kosten sprechen und paßt somit auch zu unserer sozialistischen Landesregierung. Als Feigenblatt wird immer die E-Control verwendet. Die ist allerdings ein Freund der Energiegesellschaften und nicht der Energiekunden.

peso
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Jetzt bin ich verwundert, dass sich jemand, in erster Linie die Medien, darüber wundert

Nahezu tagtäglich liest der Österreicher über die Notwendigkeit und die selbstverständlich ganz leicht umsetzbare Möglichkeit vom bösen, bösen fossilen Strom auf den guten Ökostrom umzusteigen. Und dann machen es natürlich auch sehr viele, was aber zur logischen Folge hat, dass der liebe, gute Ökostrom immer teurer wird .......was ja immer verschwiegen wurde, weil der liebe gute Ökostrom ja sooo suuuperbillig ist und nahezu kostenlos aus Wind und Sonne kommt und das für immer und ewig. Alle waren schlau, nur die Energiekonzerne und deren Eigner, die Politik, waren noch schlauer. Jetzt zahlen wir für unser Umweltverhalten mehr als notwendig und die Kurve geht unaufhaltsam nach oben, bis wieder einmal etwas viiiel besseres als wesentlich billiger verkauft wird

archiv
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Anmerkung zum Punkt: Zusammensetzung der Stromrechnung ... - Einsparungsmöglichkeiten


... 158 Euro Steuern/Abgaben ohne Steuern!

Rund 200.000 einkommensschwache Haushalte bezahlen obigen Betrag, weil ihnen niemand behilflich ist, um die Befreiung von den Ökostromkosten und den Biomasseförderbeitrag in in Höhe von Anspruch zu nehmen.

- Biomasseförderbeitrag ....................................... 9,65
- Ökostromkosten ....................................................... 92,15

Bei rund 200.000 Fällen mit Ust. österreichweit ein Einsparungspotenzial von rund 20 Millionen Euro!!!

-

melahide
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Ja

da scheitern leider einige dran. Geht ja mit dem GIS-Formular, wo man in EINEN Aufwisch GIS Befreiung, Zuschuss zum Fernsprechentgelt plus Befreiung von der Ökostrompauschale beantragen kann. Während die ersten beiden durch setzen des Kreuzes und Angabe des Namens erledigt werden, benötigt man für letzteres die Zählerpunktnummer, Netzbetreiber und so weiter. Da verzichten sehr viele Leute auf eine Beantragung.

Warum es in Österreich nicht geht, bei schwachen Einkommen automatisch befreit zu werden (Rezeptgebühr müsste man ja auch noch separat beantragen) ..,

scionescio
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"Die Netzkosten wurden vor allem wegen der gestiegenen Investitionen der Betreiber angehoben, sie werden von der Regulierungsbehörde festgelegt. Sie seien lange Zeit gesunken, jetzt komme eine Investitionswelle, so Mayer."

Die KLZ hat einen Kommentar gelöscht, weil ich einen Zusammenhang mit der Errichtung von Ladesäulen aufgezeigt habe: alle müssen für ein paar Wenige zahlen!
Ach ja - und über das "Green washing" von Atomstrom mittels Zertifikaten habe ich mich auch geäußert ... vielleicht war das nicht genehm;-)

melahide
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Das heißt

Sie zahlen für mich? Das find ich nett, Dankeschön!

Hazel15
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Strompreis

Billigster Strompreis 2021 für Kärnten bei 3500 Kilowattstunden im Jahr € 691,59 !!!

Mezgolits
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Die Ökostromförderung gleicht die Differenz zwischen dem Marktpreis und

den sogenannten Einspeisetarifen aus, die die Anlagenbetreiber bekommen. - Vielen
Dank - ich meine: Dafür können wir jubeln: Hurra - wir fördern grünen Strom. Erf. StM

ES52
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Das muss es uns doch Wert sein

Die Öko-Gebühren steigen und steigen, damit der Öko-Schmäh rennt: "Bio"-Gas, Windkraft, Pellets-Anlagen werden via Förderung zu Gelddruckanlagen und klimafreundlich dank Einrechnung der CO2-Bindung während des Baumwachstums, in punkto Luftbelastung jedoch extrem schlecht .

Aber es kommt ja noch die CO2-Bepreisung, wir werden uns noch wundern, was Frau Gewessler noch alles aus dem Hut zaubert.

Und es macht ja auch nichts, wenn wir unsere Stromerzeugung zurückfahren, wir können Zertifikaten am Papier eh grün angemalten Strom aus Polen, Tschechei, Frankreich kaufen.

Wenn wir dann 2030 oder 2040 endlich CO2-neutral sind, dann ist die Erderwärmung gerettet, wir haben ja einen Anteil von immerhin 0,2 % am weltweiten Ausstoß!