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Öffnung fraglichLock-Down: 50 Wirte wollen aus Protest aufsperren

Wirtschaftsministerin Schramböck beziffert die Kosten für den Lockdown auf bis zu zwei Milliarden Euro die Woche. Eine Öffnung am 24. Jänner ist nicht fix.

Eine Linzer Wirtin hat bereits aus Protest ihr Lokal geöffnet
Eine Linzer Wirtin hat bereits aus Protest ihr Lokal geöffnet © APA/Fotokerschi.at/Kerschbaummayr
 

In der Gastronomie regt sich Widerstand gegen die lange Dauer des Lockdowns. Die "Presse" (Mittwoch-Ausgabe) berichtet, dass rund 50 Wirte für den kommenden Montag eine Protestaktion planen und ihre Lokale öffnen. "Wir sind keine Coronaleugner, aber so kann es nicht weitergehen", sagte Alexandra Psichos, eine der vier Initiatoren, zur "Presse". Von den Hilfsleistungen sei bei den meisten Betrieben bisher wenig bis nichts angekommen. Darum sei es nötig, nach dem Lock-Down mit Hygieneregeln öffnen zu dürfen. Künstler sollen in den leeren Lokalen auftreten und ein Video davon auf die Facebook-Seite der gleichnamigen Initiative laden: "5 vor 12 - Wir öffnen wieder". Gedacht war das Ganze für Wien, aber es fänden sich mittlerweile Lokale aus ganz Österreich unter den bisher 50 Zusagen.

Währenddessen lässt Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) offen, ob der Lock-Down, wie geplant, am 24. Jänner endet "Das wird jetzt sehr davon abhängen, wie sich in den nächsten Tagen die Infektionszahlen und die Mutation entwickeln", sagt die Ministerin in einem Interview mit dem Kurier.

Skifahren als Sport

In der Frage der offenen Skigebiete verweist Schramböck auf Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne). "Der Gesundheitsminister sagt ganz klar: Das ist Sport. Und ich sehe es auch so. Ich bin ja auch leidenschaftliche Skifahrerin. Eislaufen vor dem Wiener Rathaus geht ja auch", spannt sie den Bogen von der Bundeshauptstadt in die Wintersportgebiete. Zu den Bildern von Menschenmassen ohne Abstand vor den Liften und Gondeln meinte sie: "Das sind aber Einzelfälle. Die entsprechenden Skilift-Betreiber wurden aufgefordert, entsprechende Maßnahmen zu setzen. Aber wie gesagt: Einzelfälle."

Die Kosten für den Lock-Down beziffert Schramböck mit ein bis zwei Milliarden Euro pro Woche. "Unsere Unternehmen halten aber generell gut durch, weil sie vor der Krise gut aufgestellt waren", erklärte die Ministerin. Meldungen, wonach die Hilfen nur schleppend bei den Unternehmen ankommen, weist sie zurück: "Im Gegensatz zu dem, was immer kolportiert wird, sehen wir, dass die Maßnahmen greifen."

Wachstum als Heilmittel

Und wie geht es nach den milliardenschweren Ausgaben weiter? "Das Heilmittel für alles ist Wachstum. Viele Experten schätzen, dass dann der Binnenkonsum wieder rasch anziehen wird. Und dazu besteht auch die berechtigte Hoffnung, dass die Exporte wieder rasant steigen", betonte Schramböck. Österreich müsse noch stärker nach Asien exportieren. "Zudem treiben wir die Investitionen in die Technologie voran. Das wird die Produktivität steigern und sich positiv auf den Jobmarkt auswirken", sagte sie zum "Kurier". Dass dies alles Jahre dauere, bis es Wirkung entfalte, konterte Schramböck damit, dass Investitionen bei Klein- und Mittelbetrieben "sehr rasch" wirken würden. Steuererhöhungen und Sparpaketen erteilt sie eine Absage: "Da jetzt den Menschen oder den Unternehmen noch einen Rucksack umzuhängen, ist sicher nicht der richtige Weg."

Die Ministerin wurde auch zu dem Fehlstart der digitalen Shopping-Plattform "Kaufhaus Österreich" befragt, hier nehme sie die Kritik "sehr ernst". Zu der Ankündigung von Plagiatsjäger Weber, auch ihre wissenschaftlichen Abschlussarbeiten zu prüfen, meinte Schramböck: "Viel Spaß beim Lesen." Die Ministerin hat sowohl Diplomstudium als auch Dokotorat an der Wirtschaftsuniversität Wien absolviert.

Kommentare (99+)
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peter80
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50 Wirte..

.. die es bald nimmer gibt. Ist natürlich auch eine Möglichkeit die gastronomische Laufbahn zu beenden wenn die Konzession weg ist

Immerkritisch
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Ich lese immer wieder,

dass bei Wirten keine Hilfe angekommen sei.......
Entweder gelogen, oder unerklärlich, oder vorher nur schwarz kassiert.

Ich weiß, dass Wirte ordentlich "Umsatz"-Ablösen kassiert haben, sehr zufrieden damit sind und meinen, dass ihnen bei Beibehaltung der Umsatzablösen egal sei, ob sie aufsperren können oder nicht - sie hätten gut davon profitiert.

Stony8762
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Und die britische Mutation kommt erst! Bei unseren Möchtegern(-quer-)denkern endet das in einer Katastrophe!

Stony8762
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Die Kommentare der 'Querdenker' werden immer abartiger! Nicht nur in diesem Forum!

Stony8762
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Gasthäuser illegal öffnen und dann die Regierung beschuldigen, dass die Infektionszahlen steigen! Komische Art von Humor!

Chri_66
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illegale Gasthäuser

Ganz zu schweigen von den illegalen Gasthäusern oder, wie am Land überall zu sehen, den Gasthäusern die einfach irgendwo ausschenken. Solang da kein Nachbar eine Anzeige macht geht das munter so weiter...

Nixalsverdruss
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Sonderbar!

Wenn der Wirtschaft pro Woche wie angegeben nur 1 Mrd. Euro pro Woche entgehen würde (Umsatz oder Gewinn ist schon die erste Frage...), dann muss das Geld, das hier nicht ausgegeben wird, irgendwo übrigbleiben.
Bei 4 Wochen - sind das 4 Mrd. Euro - der Einfachheit halber auf 8 Mio. Menschen umgerechnet sind das pro Person 500 Euro pro Monat.
Das sind bei einer Familie mit 2 Eltern/2 Kinder 2000 Euro im Monat, die man sich erspart.
Umgerechnet auf das Jahr wären das - bei 6 Lockdown-Monaten 12.000 Euro.
Wieder umgerechnet auf die Personen sind das 3000 Euro pro Jahr x 8 Mio EW (gerundet) ergibt das 24 Mrd. Euro, die irgendwo in den Geldtascherln von Herrn und Frau Österreicher herumliegen. Lassen wir das so stehen.
Siehe da: Statitia.com vom 17. 12. beziffert den Umsatz im Handel in Österreich bei 74,5 Mrd. Euro - nur 2,9 % weniger als 2019.
Warum ist das so - wo sind dann die 24 Mrd. die entgangen sind??????
Es betrifft viele kleine Händler, die darunter leiden - aber um die Großkonzerne mach ich mir wirklich keine Sorgen - denn warten Sie nur, bis wir die 24 Mrd. wieder ausgeben, die wir heuer im Lockdown "erspart" haben....
Sonderbar, oder?

griesbocha
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Im Artikel ist die Rede eigentlich von Kosten

für den Lockdown, und nicht von Umsatzeinbußen.
Deshalb kann ich deinen Ausführungen nicht folgen.
Vom,Lockdown betroffen sind Fitnessstudios, Gastro, Sportstätten usw...
Es geht also nicht nur um den Handel.

Trieblhe
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Dem Artikel entnehme

Ich, dass es sich um eine (virtuelle) Protestaktion handeln soll. Eine Öffnung der Lokale für Gäste wird offensichtlich nicht angestrebt. Die Aufregung hier im Forum ist für mich nicht nachvollziehbar. Eventuell sollte man nicht nur Überschriften lesen?

kritik53
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Virtuelle Öffnung

Ich bezweifle sehr, dass es dabei bleibt. Außerdem werden gewisse Ignoranten das sofort als Signal für eine tatsächliche Öffnung sehen.
Bei den Betrieben, die laut eigenen Aussagen noch keine Unterstützungen bekommen haben, hat es sicher schon in den Vorjahren Probleme gegeben. Jetzt rächt es sich, dass man auch kaum Schwarzgeschäfte machen kann. Jetzt wird gejammert, aber die die letzten Jahre hat man trotz erklärter Verluste bestens gelebt.

frogschi
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Doch leider

reicht es scheinbar nicht zu mehr.

Stony8762
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Trieblhe

Diese 'virtuelle' Aktion soll die Wirte zum illegalen Öffnen auffordern. Wie war das mit dem Überschriften lesen?

Trieblhe
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@stony

Das stimmt nicht, lesens einfach den Artikel ganz langsam nochmal durch. Die Lokale „öffnen“, aber nicht für Gäste.

Stony8762
5
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Triebl

Wer sagt denn, dass die Lokale leer sein werden? Oder dass die 'Künstler' in gesonderten Räumen sitzen, damit es leer aussieht? Es ist als Aufforderung zum Gesetzesbruch zu werten!

Stony8762
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'Tut mir eh leid, Oma/Opa (oder wer auch immer), dass du jetzt an Corona stirbst, aber ich habe es ohne Saufen nicht mehr ausgehalten!'
(abgewandeltes Zitat aus 'debeste.de')

Stony8762
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stony

Sind euch 10 Rotdäumlern (22h29) eure Angehörigen derart egal? Ist euch eure Sauferei um so viel wichtiger?

Stubaital
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50 Wirte

Diese dummen Wirte müssten einen Rundgang in einer Intensivstation machen, damit sie sehen was sich dort abspielt.
Gott sei Dank gibt es Wirte, die solche Maßnahmen mittragen.
Danke

Stemocell
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Ach

und vor Corona war auf den Intensivstationen alles Friede, Freude, Eierkuchen?

DannyHanny
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Wäre eine gute Idee Stemo

Wenn Sie sich solch einem Rundgang anschließen würden!

Stemocell
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@DannyHanny

Glauben Sie, ich war noch nie auf einer Intensivstation? Ich habe bereits Verwandte verloren, die sich in Intensivbehandlung befanden. Ob Sie es glauben oder nicht: Das war sogar VOR Corona! Ja, wirklich! Es sind Menschen vor Corona auf der Intensivstation verstorben.

Derbini
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Dort

aber nicht dort gearbeitet so wie ich, also erzählen Sie keinen Stuss.

madermax
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Und was spielt sich dort ab?

Die Auslastung von Intensivstationen lag schon IMMER bei 70-80%. Denn dafür sind Intensivbetten nun mal da, um halbwegs ausgelastet zu sein. Anders wäre es wirtschaftlicher Nonsens, da die nun mal Geld kosten…

Derbini
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Keine Ahnung,

aber den Mund aufreißen und Sch... schreiben

Mein Graz
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@madermax

Schon mal dran gedacht dass es einen Grund hat, warum jetzt manche OP's verschoben werden müssen?
Ja genau! Weil die an Corona erkrankten die Intensivbetten blockieren und kein Platz ist für Leute, die das Pech haben eine Nicht-Lebenserhaltende Operation zu warten.
Diese Menschen sind besonders dankbar, dass es noch immer Leute gibt die ihnen helfen, weiterhin auf Termine warten zu "dürfen".

checker43
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madermax

Nur wurden jetzt andere Stationen zu Covid-Stationen gemacht. In London werden Hotels angemietet.

Toyota11000
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Gleich

die Konzession für 5 Jahre entziehen und passt, möchte eh schon länger ein Lokal eröffnen.

 
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