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Motorbezogene Steuer Ab Oktober: Alle Pkw-Steuern werden zu CO2-Steuern

Mit Anfang Oktober ändert sich die motorbezogene Versicherungssteuer, die im Rahmen der Haftpflicht-Versicherung abgerechnet wird. In dieser wird künftig der CO2-Ausstoß berücksichtigt.

Symbolbild
Symbolbild © APA/dpa/Marijan Murat
 

Mit 1. Oktober wird die motorbezogene Versicherungssteuer (mVSt) "grüner". In die Berechnung der Abgabenhöhe wird auch der CO2-Ausstoß bei Pkw und Motorrädern zur Berechnung herangezogen. "Dadurch werden die laufenden Kosten vor allem für kleinere, effiziente Autos günstiger, für Vans, SUVs und Co hingegen meist teurer", so die Einschätzung des ÖAMTC.

Die mVSt wird von jedem Pkw- und Motorradbesitzer laufend gemeinsam mit der Prämie der Haftpflichtversicherung eingehoben. Ihre Höhe richtete sich bisher ausschließlich nach der Motorleistung (bzw. dem Hubraum bei Motorrädern). Die neue Regelung gilt für alle Erstzulassungen ab 1. Oktober 2020. Dann hängen alle drei Pkw-Steuern, die es in Österreich gibt, unmittelbar vom CO2-Ausstoß ab. Neben der mVSt sind das die Normverbrauchsabgabe (NoVA, einmalig beim Neuwagenkauf oder Import eines Autos nach Österreich) und die Mineralölsteuer (MöSt, fällt für jeden getankten Liter Kraftstoff an, die Steuerlast ist damit umso höher, je höher der Verbrauch bzw. der damit verbundene CO2-Ausstoß ist).

Ausnahme für E-Autos

"Beispiele zeigen, dass bei ein- und demselben Modell mehrere hundert Euro an Steuer pro Jahr gespart werden können, wenn man zur Ausstattungsvariante mit dem geringsten 'CO2-Rucksack' greift", rechnete ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin Nikola Junick kürzlich vor.

So zahlt man für ab Oktober 2020 bis zum Jahresende 2020 erstmals zugelassene Pkw für jedes Kilowatt über 65 Kilowatt und für jedes Gramm CO2 über 115 Gramm CO2 8,64 Euro pro Jahr. Wobei mindestens fünf Kilowatt an Leistung und fünf Gramm CO2 anzusetzen sind. Dies entspricht einer Mindeststeuer von 86,40 Euro pro Jahr. Reine Elektrofahrzeuge sind von der motorbezogenen Versicherungssteuer gänzlich befreit - dies gilt aber nicht für Range-Extender und Hybrid-Pkw, so der ÖAMTC.

Kommentare (6)

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scionescio
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Und wieder einmal wird der Klimaschutz vorgeschoben, um die Autofahrer abzukassieren...

Die überschweren BEVs beanspruchten die Straßen zB mehr als die anderen Autos, verbrauchen gleich viel Stellfläche und haben das CO2 schon bei Produktion verbraucht ... ökologisch gerechtfertigt ist die Bevorzugung in keinem Fall!

Oma2013
7
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nur auf Erstzulassungen

so wird sich in den nächsten Jahren nur eine zähe langsame positive Entwicklung abzeichnen. Die vor dem 1.10. angemeldeten Fahrzeuge können länger ihren "Reifenabdruck" hinterlassen. Vans, SUVs und Co. gibts dzt genügend auf den Strassen. Bitte jetzt aber kein Einwand: ich brauche ja mein Fahrzeug wegen ..... Hier geht's nicht um Mobilität im Allgemeinen, sondern welches Transportmittel wähle ich.
Hoffentlich ist diese CO2-Steuer ein Anfang des Umdenkens.

Popelpeter
9
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Lustig

dass alle die einfach ein größeres Auto brauchen jetzt mehr zahlen sollen! Der Benzin ghört höher besteuert !! Die Vielfahrer !

stprei
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Neu

Gilt leider nur für neu zugelassene KFZ, ältere "Sparfüchse" und early adopters fallen durch den Rost.

Dabei ist das durchaus ein Anreiz, wenn man sich ein paar hundert Euro pro Jahr zusätzlich spart. Damit kann man auch leicht höhere Anschaffungspreise ausgleichen.

margret229
8
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Ungerechte Berechnung

Die motorbezogene Versicherungssteuer (einst Straßensteuer genannt) ist in der Berechnung in einem sehr hohen Grade ungerecht, weil alle Fahrzeughalter in ihren jeweiligen Klassen gleich viel bezahlen, egal ob sie mit dem Fahrzeug z.B. 4.000 oder 40.000 Kilometer fahren. Dieser Umstand schadet auch der Umwelt, denn die Steuer in dieser Art animiert nicht zum Wenigfahren, nicht zu einem wenigstens teilweisen Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel. Das Gleiche gilt auch für die Autobahnmaut.

stprei
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7
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MÖSt

Die Kilometerleistung wird ohnehin über die MÖSt abgegolten. Und für Pendler wäre ein voll kilometerbasiertes System wohl ein Grund, daheim zu bleiben.
Und zur Vignette: Die Straßen werden ja trotzdem bereit gehalten für die Leute, die Abnutzung durch PKW ist vernachlässigbar und die LKW zahlen eh schon nach Kilometer. Dementsprechend ists egal, ob ich 100km im Jahr auf der Autobahn bin oder 10.000km, sie muss trotzdem an 365 Tagen verkehrssicher und befahrbar sein.