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Gutverdiener profitierenSteuerreform tritt in Kraft, Sonderzahlung für Familien

Mit September tritt der wegen der Coronakrise vorgezogene Teil der Steuerreform in Kraft.

© APA
 

Rückwirkend mit Jahresanfang sinkt der unterste Steuersatz für alle Lohn- und Einkommensteuerzahler von 25 auf 20 Prozent. Die maximal mögliche Negativsteuer für Geringverdiener steigt von 300 auf 400 Euro. Und für alle Kinder, die Familienbeihilfe beziehen, gibt es eine Einmalzahlung von 360 Euro.

Die Regierung erhofft sich von der - im Parlament einstimmig beschlossenen - Steuerreform eine Belebung der Wirtschaft. In Summe fließen dafür (inklusive der bereits ausgezahlten Einmalzahlung für Arbeitslose) 2,7 Mrd. Euro.

Größter Brocken ist die Senkung des Eingangssteuersatzes auf 20 Prozent. Für alle Einkommen ab 1.800 Euro brutto monatlich bedeutet das eine Entlastung von 350 Euro pro Jahr. Für die Monate Jänner bis August wird es laut Finanzministerium eine Rückerstattung geben. Die Arbeitgeber müssen die Lohnsteuer also im September "aufrollen" und neu berechnen. Wer weniger verdient, hat von der Steuersenkung weniger bzw. erhält die auf bis zu 400 Euro erhöhte Negativsteuer. Dies allerdings erst mit dem Lohnsteuerausgleich im kommenden Jahr.

Männer und Gutverdiener profitieren am stärksten

Am stärksten profitieren von den Entlastungsmaßnahmen Männer und Gutverdiener, wie der Budgetdienst des Parlaments bereits im Juli errechnet hat. Demnach erhalten Männer bei der Steuerreform sechs von zehn Euro. Sie haben wegen ihrer höheren Einkommen deutlich mehr vom niedrigeren Eingangssteuersatz als Frauen. Diese erhalten zwar mehr von der erhöhten Negativsteuer. Weil die höhere Negativsteuer nur 100 Mio. Euro kostet, die Steuersenkung aber 1,7 Mrd. Euro, steigen die Männer durchwegs besser aus.

Entsprechend auch die Verteilung des Entlastungsvolumens nach Haushaltseinkommen: Von den in Summe 2,7 Mrd. Euro erhält das oberste Fünftel der bestverdienenden Haushalte 624 Mio. Euro, das unterste Fünftel nur 364 Mio. Euro. Diese Haushalte bekommen zwar einen etwas größeren Anteil am Zuschlag zur Familienbeihilfe, haben wegen ihres geringen Einkommens aber wenig von der Steuersenkung.

Rechnen Sie nach

Wer seinen Anteil an der Steuersenkung nachrechnen möchte, kann das auf der Homepage des Finanzministeriums tun - unter bmf.gv.at/rechner

Kommentare (99+)

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mcmcdonald
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Dafür...

... kann man am Jahresende immer weniger absetzen...

krambambuli
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Das ist halt die krux

Mit den Prozenten. Da wäre eine Zahlung einer fixen summe für jeden die bessere Variante weils einfach gerechter wäre

isoelba
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Durchschnittsverdienst

Wenn ich nur was von diesem Durchschnittsverdienst höre, steigt mir die Grausbirne auf!! Wie kommt der nur zustande? Schuld daran sind die Bonzen mit ihren Millionengehältern! Durchschnitt hin und her, aber was hat davon ein Verkäufer oder halbtags Beschäftigter, der kaum auf 1000 Euro brutto im Monat kommt? Wie soll der sich was leisten können? Warum werden die Löhne und Gehälter nicht für diese Bevölkerungsschicht um fixe Beträge erhöht und nicht immer nur um Prozentsätze, bei denen wieder nur der Großverdiener profitiert. Die ganze Steuersenkung könnte man sich ersparen, wenn die Monatsgehälter der Höherverdiener für 5 Jahre eingefroren werden würden und dieses Geld dafür an die Niedrigverdiener weitergegeben würde. Damit würde die Schere zwischen beiden etwas geringer werden und zahlen würden die, die es sich sowieso leicht leisten könnten!

gm72
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Schon mal davon gehört,...

... dass ein Höherverdiener aufgrund der prozentuellen Versteuerung einen höheren Absolutbetrag abgibt, als jemand der weniger verdient und damit absolut gesehen auch einen höheren Beitrag ins Sozialsystem einzahlt? Tja, wer Prozentrechnen kann, kann's ja mal nachrechnen, wenn man bislang anderer Meinung war. Darüber hinaus gibt's brauchbare Online-Rechner, die Ihnen helfen könnten.

steirischemitzi
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Warum..

... gibt's eigentlich nie einen Bonus für Alleinstehende, welche sich allein ein Dach übern Kopf leisten müssen?
Ganz ehrlich, also "Gutverdiener" mit 1.800 brutto (Witz des Tages) sich allein ein Leben zu leisten, bei den Mietpreisen heutzutage, na viel Spaß. Dann vielleicht noch in Kurzarbeit, also in deren Haut möcht ich grad nicht stecken.

gm72
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Wo steht im Artikel, dass man ab 1.800€ Gutverdiener ist?

Ich find die Stelle nicht...

Rot-Weiß-Rot
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@gm72, der Artikel wurde scheinbar umgeschrieben!

Ist das wichtig?

peter80
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Jetzt mal ehrlich

Ist ja lustig ab wann man lt dem Artikel in Österreich zum Gutverdiener zählt.... scherz oder?

Sirikit02
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@peter80, frag mal deine Nachbarin mit 2 Kindern und 25 Stundenjob.

Ihr geht immer von Männern aus die 40 Stunden arbeiten und womöglich auch noch von Fachkräften. Ein Großteil der Frauen arbeitet aber nicht 40 Stunden, da sich das mit den Kindern eben nicht ausgeht. Sieht man ja ganz klar beim Vaterkarenz.

Firefly
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Fehler nicht bei anderen suchen

Auch mit Kindern kann man 30 bis 40 Std arbeiten, alles nur eine Frage der Organisation. Ich weiß wovon ich spreche da ich das seit 12 Jahren so mache ohne das ich eine Familie hinter mir stehen habe die meine Kinder betreut! Und dafür das es verschiedene Ausbildungen gibt kann auch keiner etwas. Wie heißt es so schön, hättest halt was anderes gelernt bzw manche überhaupt einen Beruf erlernt!!!!
Nicht immer jammern sondern jeder ist seines Glückes Schmied !!!!

sonne2016
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höchstens 30,-- euro monatlich

da wird die Wirtschaft einen Aufschwung erleben (haha)

spainman
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Schlecht recherchiert

Eine letzte Anmerkung meinerseits: Wie schlecht der Artikel recherchiert ist, zeigt auch, dass von 1800,- Brutto pro Monat als Grenze zum "Gutverdienen" gesprochen wird. Tatsache ist, dass der cutoff des Eingangssteuersatzes bei 18000,- brutto Einkommen pro Jahr ist! Das entspricht 1285 brutto pro Monat (14 Gehälter) bzw. 1091 netto. Also Gutverdiener gleich ab 1285 brutto! Journalistisch ist dieser Artikel sehr schlecht recherchiert! Was wohl der Autor zu diesen "Recherchen" sagt? Gibt es keine interne Kontrolle bevor der Artikel online geht?

Sirikit02
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@spainman, und dennoch halte ich einen Artikel in einer Tageszeitung für glaubwürdiger

als ein Posting eines Anonymlings, der krampfhaft versucht die Ungerechtigkeit dieser Reform herunter zu spielen. Wenn sie, ach so ein Steuerfachmann sind, dann schreiben sie mir bitte , wie viel ich bei € 1.749.- brutto an Steuererleichterung habe und wie viel bei € 2.800.- brutto. Ich freue mich auf ihre Antwort. Danke im Voraus!

spainman
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Informieren

Statt einem Anonymling zu glauben oder einem schlecht recherchierten Artikel, können sie auch den Erlass lesen. Falls dort was anderes steht als in meinem Posting bitte zitieren.

spainman
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350 euro

In beiden Fällen beträgt die Steuersparnis genau 350,- da in beiden Fällen das Jshreseinkommen über 18000,- Brutto liegt und der Steuersatz für Einnahmen zwischen 11000 und 18000 von 25 auf 20 % gesenkt wurde. D.h man Profitiert maximal von dieser Reform ab 18000 Brutto pro Jahr.

Sirikit02
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@spainman. Also würde man bei 1.300.- Brutto mtl. nichts bekommen?

Da würde man ja unter 18.000.- jährl. liegen, oder?

spainman
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Entlastung

Leider nicht viel, da nur der Einkommensanteil von 11.000 bis 18.000 entlastet wird (20% Steuer statt 25%). Alles darüber oder darunter wird wie bisher behandelt. Wenn sie also 12.000 Jahreseinkommen vor Steuer haben, macht das nur 5% von dem über 11.000 aus also 50 Euro... Leider.

langsamdenker
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@Sirikit02

Warum fragens denn - bezüglich Gerechtigkeit - net die Urheber des Einkommensteuergesetzes.
Das ist von 1988 und kommt aus der Regierung Vranitzky (SPÖ).
Der Finanzminster damals war ein gewisser Herr Lacina (SPÖ).

Die haben damals die Grenzsteuersätze eingeführt, beginnend mit 25 %. Falls die sich was dabei gedacht haben, fragens die beiden, warum die so ein ungerechtes Gesetz vorgeschlagen haben.
Was fragens die Poster hier - der Urheber war die Regierung Vranitzky.

Ka-Lug
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Langsamdenker, spainman hat das gut erklärt.

Wissen jetzt auch sie, warum dieser Artikel so gestaltet ist? Wenn nicht, dann lesen sie einfach den Kommentar ober ihrem.

Rot-Weiß-Rot
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@langsamdenker, sie vergessen immer den Koalitionspartner zu erwähnen. Das ist aber wichtig.

Ohne die Stimmen des Koalitionspartners, kann doch kein Gesetz beschlossen werden. Auch der Finanzminister kann kein Gesetz alleine durchwinken. Das wissen sie aber schon, oder? Vizekanzler damals, der von mir sehr geschätzte, Alois Mock.

Sirikit02
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@langsamdenker, diese Herren können sie fragen, ich frage den Kurz, warum ich weniger entlastet werde wie der Generaldirektor.

Was 1988 (42 Jahre?!) war ist unerheblich, da es darum geht, das man jetzt höhere Einkommen mehr entlastet als geringere und was das mit 1988 zu tun hat, wissen wohl nur sie.
Mich interessiert nicht was vor 42 Jahren war. Außerdem, wie viele Novellen gab es seither? Sie sind ja auch so ein Wichtigtuer und Oberg'scheiter. Wie viele Novellen gab es seit 1988. Ich das Einkommensteuergesetzes heute in derselben Fassung gültig wie 1988? Sie wissen das sicher, oder?

einmischer
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Sirikit02

32 Jahre sind´s, 32!

Sirikit02
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Wow @einmischer. Gleich zweimal gepostet?

Sie werden aber lachen, ich kann sogar bis 100 zählen.

einmischer
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Sirikit02

32 Jahre sind´s, 32!

langsamdenker
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@Sirikit es sind 32 Jahre und das Gesetz ist noch gültig

Und jetzt wird der Eingangssteuersatz gesenkt.
Von 25 auf 20 %.
Alle anderen Sätze bleiben gleich.
Wo ist da die Ungerechtigkeit DURCH die Senkung?
Möchtens lieber weiterhin 25 % zahlen. Wo liegt das Problem?

Sirikit02
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@langsamdenker, der User @spainman erklärt das weiter ober sehr gut.

Also unter 18.000.- brutto jährlich wirkt sich die Erleichterung nicht aus. Ist ja vollkommen gerecht, oder?

 
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