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Signa-TochterKarstadt/Kaufhof: Hälfte der Standorte vor dem Aus

Die deutsche Warenhauskette Karstadt/Kaufhof ist hart von der Coronakrise getroffen. Der Tochter der Signa-Gruppe des Tiroler Investors Rene Benko droht die Insolvenz.

Bei Karstadt und Kaufhof stehen zahlreiche Filialen vor dem Aus
Bei Karstadt und Kaufhof stehen zahlreiche Filialen vor dem Aus © APA/dpa/Marius Becker
 

Bei der in einem Schutzschirmverfahren steckenden deutschen Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof, die der Signa-Holding des österreichischen Immobilien-Investors Rene Benko gehört, droht Insidern zufolge die Schließung viele Warenhäuser und ein weiterer Abbau von Stellen.

Bei dem Warenhauskonzern seien nach aktuellem Diskussionsstand des gerichtlich bestellten Sachwalters Frank Kebekus und des Generalbevollmächtigten Arndt Geiwitz bis zu 80 der knapp über 170 Kaufhäuser vom Aus bedroht, sagten mehrere Insider am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. In den verbliebenen Häusern könnten dann bis zu zehn Prozent der Stellen abgebaut werden.

Mietminderungen

Zudem werde mit den Warenhaus-Vermietern über Mietminderungen gesprochen. Die Ergebnisse dieser Verhandlungen könnten noch Auswirkungen auf den Umfang der Schließungspläne haben. Es gebe noch keine finalen Beschlüsse. Der Konzern wollte sich nicht äußern.

Die Geschäftsleitung hatte die Mitarbeiter bereits auf die Schließung von Warenhäusern und einen Abbau von Stellen eingestimmt. In einem Brief der Geschäftsleitung an die Mitarbeiter hatte es geheißen, Kebekus und Geiwitz gingen davon aus, "dass die vor uns liegende Sanierung weit entschlossener ausfallen muss, als wir alle uns das wünschen würden". Neben vielen anderen teilweise einschneidenden Maßnahmen könne es auch zu Standortschließungen und dementsprechend auch zu einem Arbeitsplatzabbau kommen, hieß es weiter. Beide arbeiteten an einem Sanierungskonzept für den angeschlagenen Warenhauskonzern, bis Ende Juni solle der Plan fertig sein. "Filialschließungen und Personalabbau sind keine Strategie", kritisierten der Gesamtbetriebsrat und die Gewerkschaft Verdi.

Halbe Milliarde Euro verloren

"Galeria Karstadt Kaufhof hat während der Zeit der Komplettschließung mehr als eine halbe Milliarde Euro verloren", hieß es in dem Schreiben weiter. Die Umsätze der letzten acht Wochen, darunter das wichtige Ostergeschäft, fehlten, der Rückstand sei nicht aufzuholen. "Insgesamt dürfte sich der Umsatzverlust auf bis zu einer Milliarde Euro erhöhen", räumte die Geschäftsleitung ein.

Galeria Karstadt Kaufhof kämpft in der Coronakrise ums Überleben. Der Warenhaus-Riese hatte Anfang April ein Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Dieses gilt als Vorstufe der Insolvenz, folgt den gleichen Regeln und mündet oft in ein reguläres Insolvenzverfahren.

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