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GeduldsprobeAkademiker holen beim Gesamteinkommen erst mit 60 auf

Laut einer Studie haben in den meisten Lebensphasen andere Gruppen beim Einkommen die Nase vorn

© foto_tech - stock.adobe.com
 

Meister und Techniker liegen in Deutschland beim Gesamteinkommen die meiste Zeit ihres Lebens vorn. Erst mit Anfang 60 werden sie von den Akademikern überholt, die dann durchschnittlich ein höheres Lebenseinkommen haben. Das geht aus einer Untersuchung des Tübinger Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) hervor.

Ein Studium hat sich demnach in der Vergangenheit erst mit Mitte 30 finanziell gelohnt: Bis zu einem Alter von 35 hatten Akademiker weniger Lebenseinkommen angesammelt als Menschen mit Ausbildung. Die hätten in der Phase die Nase vorn, in der Hausbau und Familiengründung wichtig seien, sagte BWIHK-Präsident Wolfgang Grenke. Mit 35 hatten Menschen mit Ausbildung und Studium um die 260.000 Euro verdient, Meister und Techniker kamen zu dem Zeitpunkt schon auf rund 355.000 Euro.

So kam es zur Studie

Für die Studie untersuchten die Wissenschafter des IAW das Lebenseinkommen von 12.453 Personen der Jahrgänge 1948 bis 1986, also das Geld, das sie bis zu einem bestimmten Alter insgesamt verdient hatten.

Die Wissenschafter hatten Zugriff auf die anonymisierten Sozialversicherungsmeldungen der Untersuchten und konnten daher exakt berechnen, wie viel Menschen mit einer bestimmten Bildungsbiografie zu einem bestimmten Zeitpunkt verdienten.

Beließen es Menschen bei einer Ausbildung und machten keine Weiterbildung, fielen sie laut der Studie aber im Laufe des Arbeitslebens zurück und verdienten insgesamt rund ein Drittel weniger als Akademiker sowie Techniker und Meister. Mit 65 hatten Menschen nur mit Ausbildung insgesamt rund 962.000 Euro, Meister und Techniker rund 1,41 Millionen Euro und Akademiker rund 1,45 Millionen Euro brutto verdient.

Die Studie unterscheidet nicht nach einzelnen Berufen, außerdem sind etwa auch Personen eingerechnet, die zwar einen Abschluss erwarben, dann aber arbeitslos wurden oder aus anderen Gründen lange nicht arbeiteten. Die absoluten Zahlen sind laut dem Studienautor Tobias Brändle vom IAW daher weniger aussagekräftig als ihr Verhältnis zueinander.

Eine Ausbildung lohnt sich mehr als früher

Laut der Studie hatten Personen, die erst eine Ausbildung machten und dann noch ein Studium draufsetzten, am Ende fast genauso viel Lebenseinkommen angesammelt wie diejenigen, die direkt studierten.

Personen ohne Abschluss verdienten demnach am Ende des Arbeitslebens rund 822.000 Euro und damit um knapp 15 Prozent weniger als Menschen mit Ausbildung. In die Kategorie "ohne Abschluss" fallen auch etwa Studienabbrecher, die tendenziell einen guten Bildungshintergrund haben. Ungelernte konnten laut der Studie früher vor allem in der Industrie noch gut verdienen. Tendenziell lohne sich eine Ausbildung heute mehr als früher.

Nach Einschätzung des Zentrums für Bildungsökonomik am Münchner ifo Institut deutet vieles darauf hin, dass künftig vor allem Routine-Tätigkeiten gefährdet seien, zum Beispiel mechanische Tätigkeiten, aber auch Bürojobs mit routinisierbaren Tätigkeiten im Banken- oder Versicherungssektor. Dagegen dürften Tätigkeiten profitieren, für die soziale oder kreative Kompetenzen nötig seien.

Kommentare (9)

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gonde
1
7
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Wie lautet der Spruch? "Traue keiner Statistik, es sei denn du hast sie selbst gefälscht"!

:-)

UHBP
2
9
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12.453 Personen der Jahrgänge 1948 bis 1986

Durchschnittlich werden die heutigen Studierenden sicher weniger Verdienen als jene die nicht studieren.
Vor allem, wenn man bedenkt, dass viele Akademiker in Anstellungsverhältnissen sind, für die sie überhaupt kein Studium benötigt hätten.

kritiker47
2
2
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Man muß schon einbekennen,

dass wir erst ab 25 - 30 Jahren zu erwerben beginnen. Wenn man ehrlich ist, kosten wir vorher nur, oder ?

rero03806
2
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Nur des Geldes wegen?

Wenn man nur wegen eines höheren Gehalt studiert, sollte man seine Entscheidung eventuell eh nochmal überdenken.

PucherGerhard
1
0
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Weswegen sonst?

Schließlich geht man doch auch nur deswegen arbeiten, weil man das Geld verdienen muss, um sich das Leben zu leisten. Mir ist schon klar, dass es Leute gibt, die was anderes behaupten. Aber das sind fast immer solche, die mehr als genug verdienen.

ylvie12052013
5
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eh nichts neues...

… wird sich in den nächsten Jahren noch mehr bestätigen.
Gute Facharbeiter sind jetzt schon schwieriger zu finden. Da unsere Jungend es meist vorzieht die Matura zu machen um sich nicht mehr die Finger schmutzig zu machen, ist ein Facharbeiter mit Abgeschlossene Lehre (vielleicht noch mit Matura) die Spitzenarbeitskraft der Gegenwart und der Zukunft!!

wotschi
1
8
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Wir sind selber schuld

Wir haben eine Gesellschaft erschaffen, welche glaubt, dass man nur mit Studium etwas erreicht hat.

VH7F
20
2
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Brutto oder netto?

.

Carlo62
7
26
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Dieser Frage nach zu schließen...

...bist Du wohl kein Akademiker 🙈