Tipps aus der ChefetageSparen trotz Nullzinsen: So veranlagen die Banker des Landes

Nächste Woche ist Weltspartag. Die Sparzinsen liegen auf historischen Tiefstwerten, Sparer verlieren Geld, Anlage-Alternativen sind gefragt. Heimische Top-Banker geben Antworten und ihre persönlichen Tipps.

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Nachhaltige Investments

Martin Schaller, Raiffeisen Landesbank Steiermark: Sparen ist weiterhin wichtig, muss heute aber deutlich vielschichtiger betrachtet werden. In unseren Beratungsgesprächen, fragen wir unsere Kunden nach ihren individuellen Kriterien, loten Veranlagungshorizont und Risikobereitschaft aus. Wir müssen und wollen ja auf die Wünsche und Problemstellungen der Kunden eingehen, wir wollen nicht sagen, hier ist unser Bauchladen und aus dem bedienen wir euch jetzt. Wir erfragen die persönlichen Bedürfnisse des Kunden und bilden darauf die Bausteine ab. Ich persönlich veranlage verstärkt in Nachhaltigkeitsfonds. Aus zwei Gründen: Zum einen weil ich mir dadurch höhere Erträge erwarte und zum zweiten, weil ich glaube, dass es wichtig ist, in nachhaltige Produkte zu investieren. Hier spielt auch die gesellschaftliche und soziale Verantwortung eine Rolle. Auch das Kundeninteresse ist groß, wir verkaufen heute 20 Mal mehr Nachhaltigkeitsfonds als vor fünf Jahren, der Anteil am Fonds-Gesamtvolumen bei privaten Anlegern macht bereits mehr als 14 Prozent aus.

Breit gestreute Fonds

Gerhard Fabisch, Steiermärkische: Es ist wichtig, das Sparen auch in Zeiten niedriger Zinsen nicht zu verlernen. Denn Sparen zahlt sich definitiv immer aus. Es lohnt sich, da finanzielle Reserven beruhigen und auch ein gewisses Sicherheitsnetz darstellen. Auf dieses wird gerade in herausfordernden Zeiten gerne zurückgegriffen. Es ist wichtig vorzusorgen und finanzielle Mittel beiseite zu legen, damit man sich diese in Krisensituationen nicht erst erschaffen muss.
In der heutigen Zeit der Niedrigzinsphase empfehlen wir im Wesentlichen Fonds, da sie breit gestreut sind. Die traditionellen Sparformen wie Sparbuch und Sparkonto sind nach wie vor gute und auch sehr beliebte Anlageformen, die von der Mehrheit der Bevölkerung genutzt werden.
Sie dienen aber eher einer Liquiditätsreserve. Um aber eine gute Rendite aufzubauen und mittel- bzw. langfristige Sparziele zu erreichen, empfehlen wir als Alternativveranlagungsform Fonds. Eine persönliche Beratung ist für die richtige Veranlagungsstrategie unumgänglich.

Blick auch auf Sachwerte

Martin Gölles, LandesHypo Steiermark: Geld zu sparen bedeutet in der Gegenwart auf etwas zu verzichten damit man sich in der Zukunft etwas leisten kann. Für Gelder die kurzfristig benötigt werden ist weiterhin das Sparbuch die erste Wahl. Für längerfristige Ansparziele empfehlen wir, verstärkt in Sachwerte zu investieren. Dies sind vor allem Aktien aber auch Immobilien und Gold. Unternehmen investieren circa 50 Prozent der Gewinne wieder in das Unternehmen und trägt dies langfristig zu Wertsteigerungen bei. Weiters zahlen große Unternehmen eine jährliche Dividendenrendite von rund zwei bis vier Prozent. Mit breit gestreuten Aktienfonds können Sie sich an diesen Unternehmen einfach und komfortabel beteiligen. Die Berücksichtigung sozialer und ökologischer Kriterien ist bei diesen Veranlagungen ebenfalls möglich und erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Aufgrund möglicher Kursschwankungen an den Aktienmärkten achten Sie darauf, regelmäßig zu investieren - damit nützen Sie auch günstige Kaufgelegenheiten optimal.

Ein Mix ist das Um und Auf

Christian Klier, Austrian Anadi Bank: Niedrige Zinsen und die Inflation machen Sparern und Anlegern zu schaffen. In dieser historisch einmaligen Niedrigzinsphase ist ein guter Mix aus verschiedenen Anlageklassen das Um und Auf. Anlegern empfehle ich daher, sich breit zu positionieren. Als Faustregel gilt, Geldreserven für zumindest drei bis sechs Monate schnell verfügbar zu haben. Als kurzfristige Liquiditätsreserve eignen sich Sparbücher bzw. Sparkonten auch weiterhin. Eine ausgewogene Mischung aus sicheren Anlageformen, wie dem Online-Sparkonto, und verschiedensten Wertpapieren sichert langfristigen Werterhalt und Vermögensaufbau. Denn, wer sinnvoll Geld anlegen will, kommt am Kapitalmarkt nicht vorbei.
Bei der Austrian Anadi Bank finden wir für jeden Kunden individuelle, maßgeschneiderte Anlagelösungen, die zu den persönlichen Bedürfnissen, Lebensphasen, Wünschen und Zielen passen.

Höhere Erträge mit Fonds

Peter Gauper, Raiffeisen Landesbank Kärnten: Anlegen ist und bleibt ein fester Bestandteil der finanziellen Vorsorge. In Zeiten niedriger Zinsen ist Diversifizierung gefragt. Vom sicheren Sparbuch über das Bausparen bis hin zum flexiblen Fondssparen sowie der klassischen Lebensversicherung oder der privaten Zusatzpension. Beim Fondssparen hat man im Vergleich zum Sparbuch die Chance auf höhere Erträge, wofür man freilich höhere Risiken eingeht. Anlegern steht eine Palette an Fondsprodukten mit unterschiedlichen Ertrags- und Risikoprofilen zur Verfügung, auf deren Basis sie einfach und individuell vorsorgen können. Ab 50 Euro monatlich kann in einen Raiffeisen-Fonds investiert werden. Höhe und Dauer der regelmäßigen Einzahlungen werden an die individuellen Bedürfnisse jedes Einzelnen angepasst und können unkompliziert erhöht, reduziert, unterbrochen oder gestoppt werden. Auch ein Einmal-Erlag zu einem beliebigen Zeitpunkt ist möglich.

Aufholbedarf bei Aktien

Georg Wolf-Schönach, Krentschker: Spare in der Zeit, dann hast du in der Not“ – dieser richtige Satz bedarf aufgrund der aktuellen und voraussichtlich noch länger anhaltenden Niedrigzinsphase einer Neuausrichtung in Bezug auf die Vermögensbildung über den berühmten Notgroschen hinaus. Bürger im angloamerikanischen Raum sorgen seit jeher mit deutlich höheren Aktienquoten sowohl in der Vermögensbildung als auch in der Altersvorsorge für langfristig attraktivere Renditen. Österreich ist traditionell ein Land der Sparkonten und hat daher deutlich Aufholbedarf. Als Bankhaus für Vermögensberatung sind wir aber optimistisch, dass wir aufgrund unserer Expertise auch bei unseren Kunden den monetären Gesinnungswandel weiter deutlich wahrnehmen werden. Wir laden jeden potenziellen Kunden ein, gemeinsam mit uns über seine strategische Vermögensausrichtung zu sprechen um den schleichenden Kaufkraftverlust zu stoppen.

Interesse an Alternativen

Regina Ovesny-Straka, Volksbank Steiermark: Österreicher sparen nach wie vor. Allerdings werden aufgrund der Niedrigzinsphase oftmals größere Anschaffungen durch Ersparnisse finanziert. Die Entscheidung auf Erspartes zurückzugreifen, fällt derzeit leichter.
Das größte Volumen liegt nach wie vor am Sparbuch, wobei hier Online-Sparprodukte stark im Trend liegen. Jedem, der heute auf einem Sparbuch spart, muss bewusst sein, dass er beim derzeitigen Zinsniveau und der derzeitigen Inflationsrate Kapital vernichtet. Daher steigt das Interesse an Alternativveranlagungen wie z. B. Investmentfonds kontinuierlich. Das ist auf die bereits schon länger anhaltenden Niedrigzinsphase zurückzuführen, aber auch auf das Anlageverhalten der Kunden, Vermögen differenzierter aufzubauen. Zur Vorsorge empfehlen wir eine ausgewogene Vermögensstruktur, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein. Dies lässt sich z. B. durch Beimischung von Investmentfonds umsetzen. Damit die persönliche Lebenssituation berücksichtigt werden kann, raten wir in jedem Fall zu persönlichen Beratungsgesprächen.

Ab 50 Euro Fondssparen

Johannes Jelenik, Volksbank Kärnten: Durch das lang anhaltende Niedrigzinsniveau sind wir von Volksbank Kärnten laufend gefordert attraktive Veranlagungsmöglichkeiten anzubieten.
Aktuell stehen unseren Kunden mehrere Veranlagungsmöglichkeiten zur Verfügung. Unter anderem können Sie ihr Erspartes einfach, bequem und ortsunabhängig beim Online-Sparen mit garantiertem Zinssatz veranlagen, einen Bausparvertrag mit zwei Prozent Startzinssatz abschließen oder in Investmentfonds investieren. Für den passenden Fondssparplan stehen bereits ab einem monatlichen Ansparbetrag von 50 Euro die mehrfach ausgezeichneten Produkte unseres Kooperationspartners, der Union Investment, zur Auswahl.
Rechtzeitig zum Weltspartag bieten wir für unsere jungen Sparer ab sofort die Mike-Sparcard mit einem Zinssatz von drei Prozent bis zu einem Guthaben von 2000 Euro an.

Lange Ansparzeit beachten

Gabriele Semmelrock-Werzer, Kärntner Sparkasse: Unser Angebot reicht von Unternehmensanleihen bis zu Aktien und Fonds. Es hängt aber von den Zielen des Kunden, seiner Risikobereitschaft und seiner Risikotragfähigkeit ab, die in einem umfangreichen Beratungsgespräch geklärt werden müssen. Je mehr Geld der Kunde hat, desto eher kann er Teile in ertragreicheren aber auch risikoreicheren Anlageformen investieren. Vor allem für langfristige Ziele wie dem Studium der Kinder oder der Altersvorsorge lässt sich durchaus mit Fondsplänen ansparen. Durch die lange Ansparzeit reduziert sich die Gefahr, Geld durch kurzfristige Wertschwankungen zu verlieren. Das Sparbuch ist im jetzigen Zinsumfeld sicher nicht das Instrument für einen langfristigen Vermögensaufbau. Für kurzfristige Sparmotive ist es aber sehr sinnvoll und wird zunehmend durch ein Sparkonto wie das „Komfort Sparen Online“ ersetzt.

Anlagestil jetzt überdenken

Wolfgang Mandl, Schöllerbank: Die nachlassende globale Konjunktur führte erneut zu geldpolitischen Lockerungsschritten. Anleger müssen deshalb noch geraume Zeit mit extrem niedrigen Zinsen rechnen. Mittlerweile weisen sogar alle Staatsanleihen der Bundesrepublik Deutschland eine negative Rendite auf. Besser ist die Lage auf der anderen Seite des Atlantiks: Bei USD-Anleihen breiten sich geradezu üppige Zinslandschaften aus. Der Aktienmarkt vertraut auf die Notenbanken. Das tun wir im Sinne unserer Kunden nicht und bleiben, trotz Brexit und laufenden Handelsdiskussionen, optimistisch. Auf lange Sicht hat sich nichts an unserer Einschätzung geändert: Mit einem diversifizierten Portfolio von guten Aktien hat man die weitaus besten Chancen, sein Kapital nach Inflation, Steuern und Kosten zu erhalten bzw. zu vermehren. Für heimische Anleger und Sparer ist spätestens jetzt die Zeit gekommen, ihren persönlichen Anlagestil zu überdenken.

Ein Mix aus Anlageformen

Herta Stockbauer, BKS: Wer mehr aus seinem Geld machten möchte, sollte auch an Aktien und Anleihen denken. Der BKS-Anlagemix setzt diese beiden Anlagekomponenten optimiert ein. Das Dachfondskonzept investiert in international gestreute Aktien- und Anleihefonds, sowie kostengünstige Exchange Traded Funds.
Eine Investition in den BKS-Anlagemix ist als Einmalzahlung ab 5000 Euro oder als Ansparvariante ab 100 Euro monatlich möglich. Wir empfehlen einen Anlagehorizont von zumindest zehn Jahren, bei unvorhergesehenem Kapitalbedarf können die Fonds jederzeit verkauft werden. Auch Teilverkäufe sind möglich.
Sehr gut nachgefragt werden nachhaltige Veranlagungsprodukte, wie unser „Green Bond“ mit fünf Jahren Laufzeit. Mit dem Emissionserlös finanziert die BKS Bank Fotovoltaik-Projekte in Österreich. Anleger können so einen Klimaschutz-Beitrag leisten. Eine Anlage im Green Bond ist ab 1000 Euro möglich.

Chance durch Wertpapiere

Mauro Maschio, UniCredit Bank Austria: Unsere aktuelle Studie zum Weltspartag zeigt, dass die heimischen Sparer wissen, dass sich die niedrigen Zinsen nicht so schnell verändern und dass man am Sparbuch schleichend Kaufkraft einbüßt. Wir wollen Sparer daher dazu motivieren, sich langfristig mit Wertpapieren, die attraktive Renditechancen versprechen, ein Vermögen aufzubauen. Dafür stehen Veranlagungsexperten, die über Video in alle Beratungsgespräche zugeschalten werden können, und professionelle Beratungs-Tools, wie die kostenlose Risiko-Ertrags-Analyse, zur Verfügung. So lässt sich für jede Risikoneigung die ideale Veranlagung mit der jeweils maximal möglichen Rendite finden.
Dafür steht eine breite Palette von Produkten zur Verfügung: das reicht vom Wertpapiersparen bereits ab 30 Euro monatlich über die „GarantAnleihen“ mit Kapitalsicherheit bis zum aktiven Vermögens-Management ab 50.000 Euro.

Von Schwächen profitieren

Gerhard Vollmann, Hypo Vorarlberg: Mit einseitiger Vermögensausrichtung ist es sehr wahrscheinlich, dass das Gesparte kontinuierlich an Wert verliert. Alternativen zum Sparbuch sind z. B. Bausparverträge und Ansparpläne. Für langfristiges Ansparen sind Investments in die Finanzmärkte beinahe alternativlos. Aktien eröffnen Anlagemöglichkeiten, wobei das Risiko des Wertverlustes nicht außer Acht gelassen werden darf. Beim Fondssparen kann der Cost-Average Effekt genutzt werden und es gibt eine hohe Flexibilität. Aber auch Investmentfonds unterliegen Kursschwankungen, weshalb der Wert der Veranlagung nicht garantiert werden kann. Kombimodelle verknüpfen fixe Zinsen mit einer Investmentlösung und bieten so eine Balance zwischen Ertragschancen und Sicherheit. Mit Wertpapier-Investments haben AnlegerInnen auch die Chance, von Marktschwächen zu profitieren. Wie das funktioniert, erfährt man bei der Wertpapier-Beratung in der Hypo Vorarlberg.

Kommentare (3)
berndhoedl
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Raiffeisen .......

bin seit meinen Sumsitagen bei der Bank mit dem Gibelkreuz.

In guten wie in schlechten Tagen - mit Sparbüchl angefangen und mittlerweile mut mehrere Konten, Onlinesparkonten, Bausparer und Depot.

GottseiDank hab ich nicht nur Raiffeisen Anlagenprodukte, weil die haben derzeit das meiste Minus - GottseiDank hab ich ein paar eigene Ideen auch gehabt und die sind schon wieder im Plus....
Wenn ich schon Zb. Raiffeisen Centro Zertifikat höre, brauch ich sofort 3-4 Stamperl....
Da ist ja meine Irrsinnsidee mit VOEST Aktien noch super gewesen...

melahide
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Keine Zinsen

weil das Geld ausgegeben werden soll. Ein sterbendes System (Kapitalismus) soll so noch künstlich erhalten werden.

Ich war auch mal in einer Bank. Mit Nachdruck wollten die mir eine Pensionsvorsorge einreden. Weil die damit was verdienen. Ich nicht.

Mein Fonds macht im Jahr 5 %. Klingt nach viel. Ist es aber nicht. Weil man lange braucht bis man etwas angespart hat.., und 5 % helfen da nicht weiter.

Und das normale Tagesgeld macht maximal 0,5 %. Ein paarmal auch nur 0,02 % ... Fiasko.

Deshalb bleibt echt nur: Wohnung kaufen, Kreditrückzahlung ist billiger als Miete, bis zur Pension ist man fertig, die Inflation hilft über die Jahre mit... und unbelastetes Eigentum hilft mehr als Zusatzpension

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So veranlagen die Banker

...und so haben sie auch schon vor 15 Jahren veranlagt und wären alle pleite gegangen, hätte der Staat sie nicht mit UNSEREM STEUERGELD gerettet.
Ich finde es ungeheuerlich, dass die Medien jetzt wieder so tun (werben) als ob nie was passiert wäre und alle nur auf die verantwortungslosen und schuldtragenden Organe solcher Probleme hören sollten.