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Achte Generation Neuauflage des Golf vor dem Start: Warum die Ikone verblasst

Achte Generation des Bestsellers wird am Donnerstag präsentiert - Bedeutung der Kompaktklasse nimmt jedoch ab: SUV laufen dem Klassiker den Rang ab

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© APA/AFP/SAUL LOEB
 

Mit dem Golf hat Volkswagen schon mehrfach wichtige Trends gesetzt. Gleich mit der ersten Generation, die vor 45 Jahren auf die Straße kam, legte der Konzern den Grundstein für eine eigene Autoklasse, das sogenannte Kompaktsegment. Mit dem Golf 7 führte VW später ein neues Produktionssystem ein, das auf weitere Volumenmarken übertragen wurde und VW so den Aufstieg zum weltgrößten Autobauer ebnete.

Den nächsten Schritt plant Volkswagen nun: An diesem Donnerstag soll bei einer Weltpremiere vor 700 Journalisten am deutschen Firmensitz in Wolfsburg die achte Generation des Bestsellers präsentiert werden. Seine Rolle als Ikone für den Konzern dürfte der Golf in einigen Jahren allerdings verlieren. Mit dem Start in die Elektromobilität könnte dem batteriegetriebenen ID.3 diese Rolle zuwachsen. Einen Elektro-Golf soll es jedenfalls künftig nicht mehr geben.

Trotzdem Hoffnungsträger

Dennoch hängt auch diesmal viel davon ab, dass der neue Golf bei möglichst vielen Kunden ankommt. Der Hoffnungsträger, für den die Produktion im Stammwerk in Wolfsburg gebündelt wurde, soll dabei helfen, den Wechsel ins Elektro-Zeitalter abzusichern. Denn noch ist nicht absehbar, ob die von Volkswagen eingegangene Wette aufgeht und die Kunden schon in wenigen Jahren massenweise Elektroautos kaufen. Erst wenn das gelingt, kann der Kompaktwagen seine Rolle als Zugpferd und Technologieträger für den Konzern Schritt für Schritt an einen Nachfolger abgeben.

35,6 Millionen Stück

Noch gehört der Golf mit Verbrennungsmotor zu den wichtigsten Fahrzeugen von VW. Von dem Modell und seinen verschiedenen Varianten vom klassischen Schrägheck über die später folgende Hochdachversion Golf plus bis zu Kombi und Cabriolet rollten seit dem Start vor mehr als vier Jahrzehnten weltweit 35,6 Millionen Stück zu den Kunden. Viele Konkurrenten versuchten, das Konzept vom "klassenlosen Fahrzeug" zu kopieren. Mit dem Golf kann sich jeder sehen lassen, vom Facharbeiter bis zum Fabrikdirektor, wie es in der Branche heißt. Selbst der legendäre VW Käfer kam mit 21,5 Millionen verkauften Exemplaren nicht annähernd an den Erfolg des Golf heran.

Verkaufszahlen bröckeln

Schon seit einigen Jahren bröckeln die Verkaufszahlen allerdings. Das liegt auch daran, dass VW immer stärker auf Stadtgeländewagen (SUV) setzt, die bei den Kunden weltweit gefragt sind. Auf Rang eins der meistverkauften Fahrzeuge mit dem VW-Logo lag im vergangenen Jahr mit 861.000 Einheiten der SUV Tiguan, gefolgt vom Kleinwagen Polo und dessen chinesischem Bruder Virtus, die zusammen auf 855.000 Exemplare kamen. Der Golf landete mit gut 800.000 Fahrzeugen auf Platz drei. Trotz Verkaufsrückgängen gehörte der Golf in Europa aber auch 2018 zu den meistverkauften Autos.

Das erwartet Autokäufer

Auch diesmal bleibt der Golf, nach dem eine ganze Generation benannt wurde, seiner Grundlinie treu, wirkt dabei flacher und damit sportlicher. Die größeren Veränderungen stecken im Inneren, wo die Elektronik immer mehr Aufgaben übernimmt. Der Neue soll mit Assistenzsystemen und digitaler Vernetzung im Massensegment Maßstäbe setzen und immer online sein. Die komplexen Systeme sind auch ein Grund dafür, dass bei der Entwicklung nicht alles rund lief.

Im April hatte der "Spiegel" berichtet, Deutschlands meistverkauftes Auto gehe nur mit abgespeckter Technik an den Start. "Der Golf 8 ist deutlich komplexer als sein Vorgänger", widersprach Produktionsvorstand Andreas Tostmann. "Trotzdem können wir die durchschnittliche Fertigungszeit um etwa eine Stunde reduzieren." Dadurch sinken die Kosten weiter.

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