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HalbjahrKritikern zum Trotz: Nestle mit Rekord-Umsatzwachstum

Im ersten Halbjahr konnte der Nahrungsmittel-Konzern seinen Umsatz auf 41,4 Milliarden Euro steigern. Produkte mit weniger Fett und Zucker sorgen für Wachstum.

Nestle hat ein riesiges Produktportfolio
Nestle hat ein riesiges Produktportfolio © Nestle
 

Der Konzernumbau von Nestle-Chef Mark Schneider trägt zunehmend Früchte. Der weltgrößte Nahrungsmittelhersteller erreichte im zweiten Quartal 2019 die höchste Umsatzwachstumsrate seit drei Jahren. Vor allem bei Tierfutter, Kaffee und Säuglingsnahrung griffen die Verbraucher verstärkt nach den Produkten des Schweizer Konzerns aus Vevey am Genfersee.

"Wir sind auf gutem Weg, die für 2020 gesteckten Ziele zu erreichen", sagte der seit 2017 amtierende Schneider am Freitag. Im ersten Halbjahr steigerte Nestle den Umsatz um 3,5 Prozent auf 45,5 Milliarden Franken (41,4 Milliarden Euro). Die für viele Experten wichtigste Messgröße, das um Sondereffekte bereinigte operative Umsatzwachstum, erhöhte sich auf 3,6 Prozent. Im zweiten Quartal kletterte der Wert gar auf 3,9 Prozent und übertraf damit die Zahlen anderer europäischer Konsumgüterkonzerne wie Unilever oder Danone. Im Kaffee-Geschäft half Nestle die erfolgreiche Markteinführung von Starbucks-Produkten.

"Was für ein Wandel bei Nestle in kurzer Zeit", erklärte Vontobel-Analyst Jean-Philippe Bertschy. Schneider treibe Nestle zu höheren Wachstumsraten und Renditen. "Das passiert noch schneller als erwartet." An der Schweizer Börse verteuerte sich die Nestle-Aktie um 1,3 Prozent.

Weniger Zucker und Fett

Schneider will Nestle fit machen für die sich rasch ändernden Konsumgewohnheiten: Viele Menschen greifen verstärkt zu Lebensmitteln mit weniger Zucker, Fett und Salz oder setzen auf vegetarisches oder veganes Essen. Um dem Rechnung zu tragen hatte der Konzern etwa sein US-Süßigkeitengeschäft verkauft. Zudem trennt sich Schneider von Bereichen, die nicht zum Kerngeschäft gehören und will die Sparte Nestle Skin Health für Hautpflegeprodukte und Mittel gegen Akne und Hautkrebs verkaufen. Sie soll bis zum Jahresende für rund 10 Milliarden Franken an ein Konsortium um den schwedischen Investor EQT und einen Staatsfonds aus Abu Dhabi (ADIA) gehen.

Das Geld aus den Verkäufen investiert der frühere Fresenius-Lenker in Wachstumsbereiche wie Kaffee, Babynahrung, Tiernahrung, Wasser oder das Geschäft mit gesunden Lebensmitteln. All das soll helfen, den Nahrungsmittelriesen bis 2020 wieder zu alten Wachstumsraten von rund fünf Prozent zurückzuführen.

Mehr hochpreisige Produkte

Der Halbjahresgewinn schrumpfte zwar um 14,6 Prozent auf 5,0 Milliarden Franken. Das hat aber vor allem damit zu tun, dass der Verkauf des US-Süßwarengeschäfts Nestle im Vorjahr viel Geld in die Kasse gespült hatte. Das bereinigte operative Ergebnis stieg dank Kostensenkungen, Preiserhöhung und einem höheren Anteil an margenstarken Produkten dagegen um 10,1 Prozent auf 7,8 Milliarden Franken, die bereinigte operative Marge erreichte 17,1 Prozent.

Nestle kam dabei zu Gute, dass die Kunden immer mehr zu hochpreisigen Produkten greifen, die höhere Margen liefern. Das gilt etwa für aromatisiertes San Pellegrino-Mineralwasser oder rosafarbenen KitKat-Schokoriegel. Diese bestehen aus einem neuen Schokoladetyp, der in mehr als zehnjähriger Arbeit entwickelt wurde. Auf Premium-Produkte entfallen bei Nestle mittlerweile bereits 23 Prozent des Umsatzes. Schneider erwartet, dass dies weiter zunehmen dürfte, denn viele Kunden verlangten bei Essen und Trinken bessere Qualität und mehr Nachhaltigkeit. "Haben wir ein spezifisches Ziel? Nein, das haben wir nicht. Verlassen wir den Massenmarkt? Überhaupt nicht", sagte der erste Firmenchef seit fast einem Jahrhundert, der nicht aus den eigenen Reihen stammt.

Im Gesamtjahr 2019 erwartet Nestle eine operative Ergebnismarge von 17,5 Prozent und ein organisches Umsatzwachstum von rund 3,5 Prozent. Analysten stufen diese Vorgaben als eher konservativ ein.

Kommentare (1)

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ichbindermeinung
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Plastikverpackungen

wichtig wäre, dass die Firmen von sich aus selbst ohne Verbote von außen auf das ganze klima/umweltschädl. Plastik, Plastikumverpackungen, Plastikgetränkeflachen etc. verzichten würden, wegen dem die ganzen Schüler u. Aktivisten jeden Freitag, wie heute auf die Straße gehen

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