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Ölförderung gedrosseltWarum Preise für Diesel, Benzin und Heizöl steigen dürften

Das Ölkartell OPEC und mit ihm kooperierende Länder werden die Verlängerung des bestehenden Produktionslimits beschließen. Experten rechnen mit einem Preisanstieg für Diesel, Benzin und Heizöl im zweiten Halbjahr.

Die OPEC tagt seit Montag in Wien, das Medieninteresse ist groß
Die OPEC tagt seit Montag in Wien, das Medieninteresse ist groß © APA/AFP/Joe Klamar
 

Das Ölkartell OPEC und die mit ihm kooperierenden Staaten wie Russland werden aller Voraussicht nach auch weiterhin ihre Produktion beschränken. Mehrere Vertreter von OPEC-Mitgliedern sprachen sich am Montag in Wien dafür aus, die bereits bestehenden Produktionslimits auch in den kommenden Monaten anzuwenden. Wahrscheinlich ist eine Verlängerung um neun Monate.

Weil Saudi-Arabien und Russland laut dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am Wochenende schon eine entsprechende Übereinkunft beim G-20-Gipfel im japanischen Osaka erreicht hatten, dürften auch die kooperierenden Staaten mitziehen. Die sogenannte "OPEC+"-Runde trifft sich am Dienstag in Wien.

Die Verlängerung der Produktionslimits dürften Verbraucher an steigenden Preisen beim Heizöl- und Benzin-Kauf spüren. Für das zweite Halbjahr 2019 zeichne sich ein unterversorgter Markt ab, schrieben die Analysten der Commerzbank am Montag. "Dies dürfte den Ölpreisen Auftrieb geben, so dass wir am Jahresende einen Brentölpreis von 70 US-Dollar je Barrel erwarten." Ein Barrel entspricht 159 Litern. Schon am Montag legten die Ölpreise kräftig zu, die Nordseesorte Brent kostete gegen Mittag 66,39 US-Dollar (58,34 Euro).

Verlängerung um neun Monate

Der russische Energieminister Alexander Nowak sagte der Agentur Tass, dass sich einige Länder bei einem speziellen Treffen Montagfrüh für eine Verlängerung um neun Monaten verständigt hätten. Dabei sollten alle Quoten für sämtliche Länder beibehalten werden. "Ich denke, sechs Monate sind gut, neun Monate sind auch gut, aber ich bevorzuge neun Monate", sagte auch der Ölminister Angolas, Diamantino Pedro Azevedo.

"Wir glauben, dass eine Verlängerung der Limits um neun Monate einer um sechs Monate zu bevorzugen ist, denn das bietet größere Sicherheit und reduziert dabei die Volatilität des Marktes", erklärte die nigerianische Delegationschefin Folasade Yemi-Esan.

Die Ölförderbremse

Im Dezember hatten sich die "OPEC+"-Staaten nach langen Verhandlungen darauf verständigt, 1,2 Millionen Barrel Öl pro Tag weniger als im Oktober 2018 aus dem Boden zu pumpen. Dabei entfallen 800.000 Barrel auf die OPEC-Staaten, die restlichen 400.000 Barrel auf die zehn anderen kooperierenden Länder. Die Kürzung wurde in den vergangenen Monaten nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) in Paris sogar übererfüllt. Die OPEC-Staaten Iran, Venezuela und Libyen sind von dem Deal ausgenommen.

Saudi-Arabiens Haushalt hängt am Ölpreis

Vor allem für Saudi-Arabien ist es wichtig, dass der Ölpreis weiter steigt. Laut einer Berechnung des Internationalen Währungsfonds benötigt Saudi-Arabien einen Ölpreis von etwa 85 US-Dollar pro Barrel für einen ausgeglichenen Staatshaushalt. Riad hat zuletzt seine Ölförderung deutlich stärker gekürzt, als es mit Blick auf die Absprachen nötig gewesen wäre.

Die 14 OPEC-Staaten pumpen gemeinsam rund ein Drittel des gesamten Ölangebots aus dem Boden, die 24 "OPEC+"-Staaten gemeinsam fast die Hälfte. Insgesamt liegt das Ölangebot bei rund 99 Millionen Barrel Öl pro Tag, während die Nachfrage laut der IEA für 2019 im Schnitt bei 100,4 Millionen Barrel pro Tag liegt.

Kommentare (2)

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Kunierer
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Kaum kommt ein Huster von Donald

wird von den Ölheinis schon wieder an der Preisschraube gedreht. Diese Abhängigkeit vom Öl wird uns noch allen auf den Kopf fallen.

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gonde
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Ich möchte endlich einmal Argumente hören, warum die Preise fallen sollten!

Bei jeden Wackler (hätte auch Scheiss schreiben können), gibt es sofort Argumente für eine Preissteigerung. Bei genauer Prüfung halten diese Argumente eher nicht, aber zurückgenommen werden sie trotzdem nicht!

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