AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

KSV-Bilanz"Heimische Unternehmen sollten mehr investieren"

Obwohl die Firmen mit ihrer aktuellen Geschäftslage zufrieden seien, werde kaum investiert, wundert sich KSV-Chef Ricardo-Jose Vybiral. Wenn die Zinsen steigen, dürfte es für die Unternehmen schwieriger werden.

KSV1870-Chef Vybiral: "Die Risikoaversion der österreichischen Firmen ist groß" © APA/HELMUT FOHRINGER
 

Heimische Unternehmen sollten die aktuelle Niedrigzinsphase nützen, um mehr Investitionen zu tätigen. Es werde allerdings kaum investiert, obwohl die Firmen mit ihrer aktuellen Geschäftslage überwiegend zufrieden seien, sagte KSV1870-Chef Ricardo-Jose Vybiral am Dienstag. Aber wenn die Zinsen steigen, dürfte es für einige Unternehmen schwieriger werden.

Die Risikoaversion der österreichischen Firmen sei sehr groß, obwohl die Stimmung unter den Unternehmen nicht schlecht sei, so Vybiral. Rund 70 Prozent der vom KSV befragten Unternehmen stufen ihre derzeitige Geschäftslage als "gut" oder "sehr gut" ein. Allerdings wollen nur 43 Prozent der Unternehmen ihre derzeitigen Investitionen erhöhen, geht aus der Studie hervor.

Der KSV-Chef vermutet die Gründe dafür vor allem in der herrschenden Unternehmenskultur, die nicht sehr risikofreudig sei. "Oder die Lehman-Pleite von 2008 sitzt den Unternehmern immer noch in den Knochen", so Vybiral zur APA. Mit politischen Anreizen könne seiner Meinung nach dagegen nicht viel bei den Unternehmen erreicht werden. "Wir wissen, dass zum Beispiel zur Verfügung stehende staatliche Förderungen von den Unternehmen nicht ausgeschöpft werden."

"Niedrigzinsen dürften noch einige Zeit anhalten"

Die Firmen müssten sich viel eher selbst am Riemen reißen und jetzt investieren, insbesondere solange die Zinsen noch niedrig seien und dies eine etwas schwächere konjunkturelle Lage noch ausgleichen könne, sagte Vybiral weiter. Die Niedrigzinsphase dürfte noch einige Zeit anhalten, denn derzeit drehe sich der geldpolitische Wind eher in Richtung Zinssenkungen als in Richtung -steigerungen. Dennoch: "Wenn das Zinsniveau steigt, könnte das einige Unternehmen treffen", sagte Vybiral.

Da die Zinsen aber nach wie vor niedrig sind, gab es Hochrechnungen des KSV zufolge im ersten Halbjahr 2019 eine Stagnation bei den Unternehmensinsolvenzen zu sehen. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2018 stiegen diese minimal um 0,1 Prozent auf 2587 Insolvenzen. Die Verbindlichkeiten gingen indessen leicht von 908 Millionen auf 895 Mio. Euro zurück, die Zahl der betroffenen Dienstnehmer reduzierte sich sogar um fast zehn Prozent auf rund 8300.

Nach Anzahl der Fälle führt die Baubranche die Insolvenzstatistik mit 432 Fällen an, nach Höhe der Passiva liegt die Maschinen- und Metallbranche mit 178,2 Millionen Euro vorne. Die größten Insolvenzen im ersten Halbjahr 2019 waren die Firmengruppe SFL (Metallbau) mit Passiva in Höhe von 92,1 Millionen Euro, gefolgt von dem Folienhersteller Alufix mit 41 Millionen Euro. Insgesamt gab es 16 Insolvenzen mit Passiva über 10 Millionen Euro, das ist doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum.

Weniger Privatkonkurse

Die Zahl der Privatkonkurse fiel indessen laut KSV um 7,1 Prozent auf 5082 Personen. Die Schulden gingen um 32 Prozent auf 729 Millionen Euro zurück.

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung! Kommentieren