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17-stündige VerhandlungenEin Urlaubstag mehr und höhere Zuschläge für die Pflegekräfte

Einigung bei Kollektivvertragsverhandlungen: Beschäftigte in der Sozialwirtschaft erhalten 3,2 Prozent mehr Lohn, Lehrlinge bekommen 100 Euro mehr.

Die Arbeitgebervertreter Walter Marschitz (M.), Erich Fenninger (r.) und Arbeitnehmervertreter Reinhard Bödenauer
Die Arbeitgebervertreter Walter Marschitz (M.), Erich Fenninger (r.) und Arbeitnehmervertreter Reinhard Bödenauer © APA/Herbert Neubauer
 

Nach 17-stündigen Verhandlungen haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaft in der fünften Verhandlungsrunde in der Nacht auf Dienstag auf einen Kollektivvertragsabschluss für die rund 100.000 Beschäftigten in der Sozialwirtschaft geeinigt. Vereinbart wurde eine Lohn- und Gehaltserhöhung von 3,2 Prozent, wie die Verhandler in den frühen Morgenstunden mitteilten.

Lehrlinge bekommen künftig zusätzlich 100 Euro extra im Monat. Außerdem einigte man sich auf ein Arbeitszeitpakt. Für die Beschäftigten im privaten Sozial- und Gesundheitsbereich bringt das einen zusätzlichen Urlaubstag ab zwei Jahren Betriebszugehörigkeit, Zuschläge fürs Einspringen, einen Anspruch auf Altersteilzeit, die Möglichkeit Umkleidezeit als Arbeitszeit zu werten sowie die Regelung der geteilten Dienste, welche künftig nur bei mindestens fünf Stunden Tagesarbeitszeit insgesamt möglich sind.

Bei Dienstplänen soll außerdem die Planungssicherheit erhöht werden, hieß es. Die Gewerkschaft hatte eine 35-Stunden-Woche und die sechste Urlaubswoche für alle gefordert. Die Arbeitgeber lehnten diese ab.

Einigung bei KV-Verhandlungen in Sozialbranche

Die Gewerkschaft zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden. "Dieser sehr gute Abschluss zeigt die nötige Wertschätzung für die schwierige Arbeit im privaten Gesundheits- und Sozialbereich. Möglich war dieser Abschluss nur, weil unzählige Kolleginnen und Kollegen mit ihren Streiks und Aktionen den Druck entsprechend erhöht haben. Dieser Abschluss ist vor allem auch ihr Erfolg", so die Verhandler Reinhard Bödenauer (GPA-djp) und Michaela Guglberger (vida). Durch das Arbeitszeitpaket würden "die vielen verschiedenen Berufsgruppen in der Sozialwirtschaft dort profitieren, wo es mit der Arbeitszeit für sie die größten Probleme gibt".

Eckdaten des KV

Entgelterhöhung um 3,2 Prozent (auch bei Zulagen und Zuschlägen)

1 zusätzlicher Urlaubstag ab dem 2. Dienstjahr

Lehrlingsentschädigung wird um 3,2 Prozent sowie 100 Euro im Monat erhöht

Rechtsanspruch auf Altersteilzeit

20 Euro Prämie pro Tag, wenn ein Mitarbeiter an seinem freien Tag Dienste übernimmt (ab 1. 10.)

Mindesttages-Arbeitszeit von fünf Stunden bei geteiltem Dienst (ab 1. 7.)

Einschränkung der Teilungsmöglichkeit im geteilten Dienst (nur in Ausnahmefällen am Wochenende zwei Mal)

Bezahlte Pause im Nachtdienst

210 Euro Zulage für Sonderkindergärtnerinnen

Erhöhung der Leitungszulage in einer Kindertagesbetreuungseinrichtung

Bessere Entlohnung für Tagesmütter/-väter (ab 2020)

(Quellen: SWÖ KV 2019 sowie GPA)

Arbeitgeber: "Faire und großzügige Lösung"

Die Arbeitgeber zeigte sich am Dienstag ebenfalls mit dem KV-Abschluss zufrieden. Man habe "eine faire und großzügige Lösung" für die rund 100.000 Mitarbeiter gefunden, "die auch - und das ist uns besonders wichtig - die Versorgung jener 500.000 Menschen sicherstellt, die täglich unsere Hilfe brauchen", erklärte der Vorsitzende der Sozialwirtschaft Österreich Erich Fenninger.

Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber Walter Marschitz erklärte in einer Aussendung, die Gehaltserhöhung habe dem Wunsch der Beschäftigten nach mehr Lohn "überdurchschnittlich entsprochen." Weitere Streiks habe man "in den herausfordernden Gesprächen in letzter Minute verhindern" können.

>> Steiermark prüft Kosten durch KV <<

Kommentare (5)

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urro
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Kann mir bitte ....

jemand erklären, wie das mit der 35Std Woche gehen soll, wenn wir jetzt schon händeringend nach Pflegekräften suchen !?!
Ich persönlich hätte lieber eine Erhöhung des Pflegeschlüssels - als Gewinn für Bewohner und Pflegekräfte.

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Armergehtum
6
18
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Wie wäre es mit einem generellen Umdenken

Muss es sein, dass z.B. die Pensionsvertreter 12.000 - 15.000 Euro im Monat erhalten müssen?
Dieses Geld wird von den derzeit Erwerbstätigen (natürlich auch Menschen in Sozialberufen) 1:1 an diese weitergeleitet.

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leserderzeiten
9
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Gefordert war die 6. Urlaubswoche, bekommen habt ihr 1. Tag nach 2 Jahren in der Firma. :(

In Ö gibt es keine Protestkultur, vielleicht stammt dieses buckeln und kuschen noch aus der Monarchie.

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Reipsi
1
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Fordern kann man

alles auch wenn es ein Blödsinn und überzogen ist.

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frikazoid
8
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Das war wohl nix.

Bei einer aktuellen Inflation von 2% sind 3,2 % ja eigentlich kein großer Wurf und bedeutet defacto keine Verbesserung der Bedingungen, so wird man keine neuen Arbeitskräfte in die dringend notwendigen Sozialberufe bekommen. Hier wird wieder mal am falschen Platz gespart.

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