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StudieBei hartem Brexit wackeln in Österreich 6000 Jobs

Eine deutsche Studie geht davon aus, dass bei einem harten Brexit in Österreich bis zu 6000 Arbeitsplätze gefährdet wären - in Deutschland sogar 100.000.

Sujetbild der Autoindustrie
Sujetbild der Autoindustrie © Die Industrie.at/Kniepeiss
 

Ein ungeregelter EU-Ausstieg der Briten bedroht einer Studie zufolge rund 6.000 heimische Arbeitsplätze. "In Österreich könnten direkt 2.000 und indirekt 4.000 Arbeitsplätze betroffen sein", sagte der deutsche Studienautor Oliver Holtemöller auf APA-Anfrage.

Über die Untersuchung des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg berichtete zuvor die "Welt am Sonntag". Holtemöller ist stellvertretender IWH-Präsident und Universitätsprofessor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Halle-Wittenberg. Die komplette Studie zu den möglichen Brexit-Auswirkungen für 43 Länder veröffentlicht das Institut am morgigen Montag hier.

100.000 Jobs in Deutschland bedroht

In Deutschland sind laut der IWH-Studie die Arbeitsplätze von mehr als 100.000 Menschen durch einen Brexit ohne Abkommen bedroht. In keinem anderen Staat ist der Effekt auf die Gesamtbeschäftigung so groß wie in Deutschland. Nach Deutschland sei Frankreich das EU-Land, dessen Arbeitsmarkt durch einen ungeregelten Brexit am stärksten bedroht sei, schreiben die Studienautoren. Hier seien fast 50.000 Arbeitnehmer betroffen. In China seien es knapp 59.000. Gemessen an der Gesamtbevölkerung seien die Auswirkungen in Malta und Irland am größten. Weltweit gehe es den Berechnungen zufolge um 612.000 Menschen, die nach einem ungeregelten Brexit ihren Job verlieren könnten.

Die Zahlen sind Ergebnisse einer Simulationsrechnung: Für die Untersuchung sind die Autoren davon ausgegangen, dass die Importe Großbritanniens nach einem ungeordneten Brexit um 25 Prozent einbrechen - ein Wert, der gängigen wissenschaftlichen Schätzungen entspreche. Sie entwickelten eine Formel, mit der sie berechnen konnten, wie sich ein solcher Importeinbruch auf welche Industrie und welches Land auswirkt. Grundlage dafür waren Daten der World Input Output Database (WIOD), die die Welthandelsverflechtungen von Staaten dokumentiert.

Kommentare (3)

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duerni
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Der "harte" Brexit wird zum Monster hochstilisiert, könnte aber...

… die Möglichkeit bieten, Globalisierung grundsätzlich zu überdenken. In Supermärkten in London sind die jetzt importierten, frischen Gemüse- und Obstangebote ausverkauft. Im Interview mit einer Hausfrau meinte diese sinngemäß - ich muss nicht unbedingt Gemüse aus dem Ausland haben - es gibt genügend Angebote von britischen Bauern! "back to the roots" würde uns auch nicht schaden und wir könnten damit zusätzlich einen großen Teil der "Tiefkühl-Lastautos" einsparen, die heute unsere Straßen bevölkern und unsere Luft verunreinigen.

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Stratusin
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Glaub die Zahlen nicht annähernd

Wenn 6000 Arbeitsplätze 25 % entsprechen, hieße das in Österreich 24.000 Arbeitsplätze in der Abhängigkeit von England stehen. Die Zahl scheint mir viel zu hoch. Zudem glaub ich auch nicht das der Bedarf der Engländer wesentlich geringer wird. Vielleicht steigt er auch durch einen Wirtschaftsaufschwung. Keiner weiß es. Die Schweiz hat man ohne EU-Beitritt auch für Tod erklärt. Das Problem ist eher, das viel Zwischenhändler wegfallen die mitkassieren. Das ist Panikmache, das es ohne die EU nicht geht. .Bin da anderer Meinung. Wird zwar etwas dauern bis wieder alles in geordneten Bahnen läuft, aber in ein paar Jahren läuft das. Warte noch immer auf meinen versprochenen EUtausender (Schilling) den die EU und bringt.

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Cs65
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Die 72 €

Spar ich mir locker allein durch die geringeren Telefontarife ein.

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