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Spintower Erdbeben, Karambolage: Ein Headset für die harten Fälle

Erdbeben, Massenkarambolagen oder kriegsnahe Grenzgebiete: Technologie des Grambacher Unternehmens Spintower ist im Katastrophenfall oft unverzichtbar.

Das Headset "Darvin"
Das Headset "Darvin" © Spintower
 

Es ist ein Geschäft, in dem Geheimhaltung hohe Tugend ist. Und es ist ein Geschäft, das sich nur bedingt in Österreich abspielt.

Zu "99 Prozent" werde "Darvin" ins Ausland exportiert, heißt es vom Grambacher Unternehmen Spintower Technologies. Insbesondere im Nahen, Mittleren und Fernen Osten ist das steirische Produkt eine wahre Hightech-Lösung, heiß begehrt. Auch in Afrika gibt es bereits erste Kunden, in Summe sei man "sehr zufrieden", wie Wolfgang Stiksl, bei Spintower für den globalen Verkauf zuständig, ergänzt, ohne über konkrete Absatzzahlen oder Verkaufspreise sprechen zu wollen. Lieber erzählt man von der Technologie, die das 2008 gegründete Unternehmen vertreibt.

Übertragung bei geringer Bandbreite

"Darvin" ist ein Hightech-Headset, mit dem in Echtzeit Audios, Videos oder Nutzdaten verschlüsselt übertragen werden. Und zwar von so gut wie jedem Punkt der Welt und in Kommandozentralen, die auch 10.000 Kilometer weit entfernt liegen können. Zurückgegriffen wird dafür auf zivile Netze (WLAN, 3G, LTE) ebenso wie auf Funkgeräteinfrastruktur und Satellitenkommunikation. Videos kann Spintower dank spezieller Algorithmen zudem bereits bei sehr geringer Bandbreite (unter 100 Kbit) streamen.

"Unsere Kommunikationslösung wird überall dort verwendet, wo durch visuelle Komponenten ein Mehrwert generiert wird - und das insbesondere im heiklen Desaster-Management", erklärt Spintower-Gründer Mario Schwaiger. Eingesetzt werden das Headset und die dazugehörige Software für die Leitzentrale etwa in der hochsensiblen Grenzraumüberwachungen, aber auch bei Massenkarambolagen, Erdbeben, Anti-Terror-Einsätzen, verdeckten Ermittlungen oder Waldbränden.

Forschungszentrum in Planung

Einen Schlüssel zum Erfolg sieht Spintower auch in einer explizit steirischen Kooperation. So sorgen Hannes Robier und sein Team von youspi für eine möglichst nutzerfreundliche Bedienung der Headsets. "Gerade in Stresssituationen und unter höchsten Anspannungen ist es für die Einsatzkraft entscheidend, dass sämtliche Aktivitäten möglichst einfach zu steuern sind. Alles muss auf einen Klick hin funktionieren", sagt Robier, ein Grazer Anwendungsdesigner, der auch schon mit Konzernen wie Google, Amazon oder Intel zusammenarbeitet. Gemeinsam mit Mario Schwaiger feilt Robier nun an einem steirischen Forschungszentrum für Kommandozentralen.

In dem Labor sollen eine Kommunikationszentrale simuliert und Informationsflüsse optimiert werden. "Neben Polizei, Feuerwehr, Rettung und Militäreinheiten", erzählt Robier, sollen bald auch "Industriebetriebe Szenarien in der Zentrale simulieren können".

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