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KV-VerhandlungMetaller: Verhandlungen gescheitert, Warnstreiks ab Montag

Fast zehn Stunden verhandelten Arbeitnehmer und Arbeitgeber am Donnerstag über einen neuen Kollektivvertrag für die Metaller. Zu einem Ergebnis kamen die Sozialpartner nicht.

PRO-GE-Chef Rainer Wimmer (R.) und der Chef der GPA-djp Karl Dürtscher
PRO-GE-Chef Rainer Wimmer (R.) und der Chef der GPA-djp Karl Dürtscher © APA/ROBERT JAEGER
 

Es ist gekommen wie es heuer offenbar kommen musste: Es wird kommende Woche ab Montag Warnstreiks rund um den Metaller-KV geben. In den Unternehmen der Metalltechnischen Industrie (FMMI) mit gut 130.000 Mitarbeitern werden dazu die zuletzt nur unterbrochenen Betriebsversammlungen wieder aufgenommen.

Genauer in die Karten schauen lassen, in welchen Unternehmen wann die Arbeit niedergelegt wird, wollten sich die Gewerkschaftsverhandler unter der Führung von Rainer Wimmer (PRO-GE) und Karl Dürtscher (GPA-djp) aber nicht lassen. APA-Informationen zufolge dürften sich die Warnstreiks in den FMMI-Betrieben zumindest bis Mittwoch hinziehen. In den anderen fünf Teil-KV-Verhandlungen der Metaller geht es indes weiter. Man werde gemeinsam den Druck erhöhen, so Wimmer und Dürtscher. "Wir werden den gemeinsamen KV (für alle Metaller der verschiedenen Unterbranchen mit insgesamt gut 190.000 Mitarbeitern, Anm.) mit ganzer Kraft verteidigen", sagte Wimmer.

Man fühle sich von den Arbeitgebern, deren Vorgangsweise "absurd" sei, auch "ein bisschen verarscht", so die Gewerkschafter. Schon Erreichtes sei von den Arbeitgebern am Abend wieder "über den Haufen geworfen" worden. Zu guter Letzt habe man noch telefonisch ein Angebot erhalten, das man einfach nicht ernst nehmen könne.

Von der Arbeitgeberseite hieß es auf APA-Anfrage gegen 23:00 Uhr - noch bevor die Unterbrechung der Gewerkschaft offiziell geworden war - man sei schon etwas weiter gewesen, "es hat konkrete Angebote gegeben".

Zehn Stunden Verhandlung

"Es ist schwierig und zäh", ließen die beiden Gewerkschafter schon in einer ersten Verhandlungspause gegen 19:30 Uhr wissen. Bis zu einer Einigung sei es "ein langer Weg". Auch gegen 22:00 Uhr hat es keine spruchreifen Fortschritte bei den Verhandlungen gegeben - ganz im Gegenteil: Die gewerkschaftlichen Chefverhandler haben insofern für eine Pause gesorgt, als sie die Verhandlungen vorübergehend verließen, um ihre eigene erweiterte Verhandlungsrunde - Betriebsräte im ÖGB-Haus - über den Verhandlungsfortgang zu informieren.

Immerhin ging es in der beginnenden Nacht aber auch das Thema Geld, nicht nur wie in den Nachmittagsstunden nur um das Rahmenrecht, war zu erfahren.

"Beide Seiten müssen sich bewegen"

"Es werden sich beide Seiten bewegen müssen, aber die Gewerkschaft wird sich einen gehörigen Schritt bewegen müssen", sagte zuvor der Obmann der Metalltechnischen Industrie, Christian Knill, vor Journalisten vor Verhandlungsbeginn. Bisher hätte sich die Gewerkschaft nämlich "keinen Millimeter bewegt". Berücksichtigt werden müsse, dass sich der Aufschwung abgeschwächt habe, so Knill.

KV-Verhandlungen der Metaller vor Entscheidung

PRO-GE-Chef Rainer Wimmer und GPA-djp-Chef Karl Dürtscher bekräftigten die Streikdrohung vor Verhandlungsbeginn. "Wir haben mehr als 370 Betriebsversammlungen mit einstimmigen Beschlüssen hinter uns gebracht. Das heißt, wenn es heute zu keinem Ergebnis kommt, dann wird es Streik geben." Mit (Warn-)Streiks sei ab Montagmittag zu rechnen, komme es nicht zu einer Einigung. Die Arbeitgeber sollten nun einmal klar darlegen, was sie zu bieten bereit seien. "Wir hoffen, dass heute die Kugel einmal zu rollen beginnt. Ohne Ergebnis heute wird es ernst", so Wimmer.

Kein Geld bei Betriebsversammlung

Öl ins Feuer goß der Tiroler Hochleistungswerkstoffhersteller Plansee. Die Arbeitnehmervertreter kritisierten die Geschäftsleitung, weil diese für den Zeitraum der Versammlungen die Lohn- und Gehaltszahlungen erstmals verweigert habe.

"Dieses Vorgehen ist in einem solchen Vorzeigeunternehmen total befremdlich, entbehrt jeglicher gesetzlicher Grundlage und setzt die Beschäftigten indirekt massiv unter Druck", bemängelte Christoph Scheiber, Betriebsratsvorsitzender der Angestellten bei Plansee und KV-Verhandler für die Angestellten-Gewerkschaft GPA-djp. Dennoch hätten rund 850 Mitarbeiter in den vergangenen Tagen an den Betriebsversammlungen teilgenommen.

Liste mit Teilnehmern

Laut Gewerkschaft erschwerte die Geschäftsführung von Plansee den Beschäftigten mit ihren Maßnahmen die Teilnahme an den Betriebsversammlungen. Abgesehen vom Verdienstentgang hätten die Arbeitnehmer mittels eigens programmierter Taste bei der elektronischen Zeiterfassung ihre Teilnahme eintragen müssen. Zusätzlich mussten die Vorgesetzten alle teilnehmenden Beschäftigten in einer Liste namentlich erfassen, hieß es. "Ein solches Vorgehen hat es in der 97-jährigen Geschichte bei Plansee nicht gegeben", so Scheiber.

Plansee betonte gegenüber ORF Tirol, dass man einen fairen Kompromiss unterstütze, aber kein Verständnis für Protestmaßnahmen habe. Planee lehne es ab, dass der Konflikt der KV-Verhandlungen in den Betrieb getragen werde und dass Betriebsversammlungen dazu genützt würden, über Themen zu sprechen, die nicht im Betrieb gelöst werden können. Zudem sei es geübte Praxis, eine Betriebsversammlung pro Jahr zu bezahlen. Nachdem bereits eine Betriebsversammlung stattgefunden habe, sei der Betriebsrat schon im Sommer darüber informiert worden, dass eine etwaige weitere Betriebsversammlung vom Unternehmen nicht bezahlt werde, hieß es.

Kommentare (41)

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AIRAM123
41
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Gleich Veröffentlichung wo Plansee

.... drinnen steckt. Und den ganzen Betrieb ordentlich bestreiken. Es ist nicht mehr weit zum richtigen Klassenkampf und dann ist Schluss mit Aufschwung

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carinthianbiker
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genau, stoppt den Aufschwung und baut endlich die Arbeitsplätze ab, bestraft endlich diese böse böse Wirtschaft ...

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lieschenmueller
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@carinthianbiker

Aha, es gibt ihn also DOCH, den Aufschwung!? Aber!! der ist ja bald vorbei, zumindest IMMER vor Lohnverhandlungen ;-)

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carinthianbiker
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ja mit 5% ist er definitiv bald vorbei, zur Klarstellung, ich finde es wichtig, dass es die Gerwerkschaft gibt, aber man muss ja bitte die Kirche im Dorf lassen, 5%, trägt ja wohl kaum zur Arbeitsplatzsicherung bei!

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Lodengrün
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Die Betriebe

fahren üppige Gewinne ein und zahlen auch die 5%. Sie wollen aber nicht den Ausgleich für das Zuckerl das Ihnen das Dreamteam auftischte honorieren. Für Geschenke zahlt man doch nicht. Es lief auch so aber ein paar hatten wie beim Rauchverbot eigene Fantasien.

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Balrog206
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Lodem

Nachdem satte Gewinne eingefahren werden versteh ich nicht, warum du nicht das gleiche machst ? Fehlt dir der Mut der Antrieb oder was ist es ? Richtige rote Ögb Rethorik sind deine Worte ! Wohl über viele Jahre gelernt !

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lieschenmueller
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@carinthianbiker - 5 Prozent

Der Kompromiss liegt gewöhnlich irgendwo dazwischen. Hinterher können beide Seiten damit leben und haben das Gesicht gewahrt.

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hfg
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Wer einladet soll zahlen

Wenn der Arbeitgeber einladet zahlt der Arbeitgeber.
Wenn die Gewerkschaft einladet zahlt die Gewerkschaft. Eigentlich klar und eindeutig. Wie im Wirtshaus wer anschafft zahlt auch.
Die Gewerkschaft soll ihre Auseinandersetzungen und Versammlungen außerhalb der Dienstzeit ansetzen bzw. abhalten.

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worldy
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Gut gemacht...

wo kommen wir hin, wenn die Leute von der Arbeit willkürlich fern bleiben und den Arbeitgeber dafür zahlen lassen. Plansee macht es richtig und alle Firmen sollten das so handhaben.
Die Gewerkschaft soll doch ihre Streithansln aus ihrer Streikkasse zahlen. Leute aufwiegeln ist halt einmal einfach, aber wenn eine Firma in Österreich zu macht hört und sieht man von der Gewerkschaft nichts in den Medien.

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Kristianjarnig
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Jaja... die "Ryanair Mentalität" setzt sich wohl auch mehr und mehr am Boden durch.

Man muß es den Arbeitnehmern so schwer wie möglich machen sich zu organisieren, muß sie registrieren, namentlich erfassen(damit man sie dann später mal, hat man zuviel Personal entsprechend als erstes feuern kann), für Betriebsversammlungen Lohnzahlungen aussetzen.

Jetzt fehlt als Drohung eigentlich nur noch einzelen Standorte zu schließen(dort wo gestreikt wird) - mit der Begründung das sich dort kein Geld machen läßt - Beförderungen gibt es natürlich auch nur für "Nichtstreikende". Die anderen werden Strafversetzt bzw. auf "ungemütlichere" Posten abgeschoben. Gibt es ja alles bereits, mit Duldung der EU.

Bedenklich das sich diese Mentalität jetzt bereits bei den ersten "klassischen" Betrieben durchzusetzen beginnt. Wohl der Anfang vom Ende der Gewerkschaften wenn solchen Tendenzen nicht mit äußerster Härte gegengesteuert wird.

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lieschenmueller
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@Kristianjarnig

Momentan widersprechen Ihnen 29 Leute. Außer dem ppezi da unten mit seinem geistigen Höhenflug mit null Argumenten. Fällt Ihnen etwas auf?

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ppezi
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Bissal mitdenken

Na logisch gibts nur Beförderungen für nicht streikende.. Man befördert ja firmen loyale Mitarbeiter und nicht leute welche durch streik wegen mehr geld firmen schädigen. Ich mein wer das nicht schnallt sollte wirklich nicht befördert werden.

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Kristianjarnig
6
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Hmmm. Das mit dem "Mitdenken" scheint bei Ihnen nicht ganz angekommen zu sein.

Vielmehr wird einem eine Banane vor die Nase gehalten, diejenigen die sich sich holen verarschen die anderen Äffchen und bringe alle um die Bananenstaude die der Herde eigentlich zustehen würde.

Alles klar soweit?

Übersetzt: Manche greifen beim ersten Angebot zu(frei nach Homer Simpson[falls ich mich richtig erinnere] - Boss: "Ich biete 1/4 mehr Lohn, zufrieden?" Homer: "Nein, ich will 1/5 mehr Lohn....") obwohl dieses Angebot lächerlich ist und reine Propaganda, für richtig gute Ergebnisse bedarf es Zeit und vor allem den Willen BEIDER Seiten etwas zu bewegen.

Wenn man nur die "yes man" befördert, was glauben Sie wohl wo das Unternehmen wohl mittel und langfristig enden wird?

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lieschenmueller
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@ppezi

Ohne eigener Streikerfahrung, ist ja in Sekunden zu messen in Österreich, aber läuft das jetzt so ab "mir ist heute nicht nach Streik zumute"? Da wird man in einem Industriebetrieb ziemlich einsam blöd herumstehen, wenn der Rest nicht produziert ................ Wissen's eh, da steht das Maschinchen nämlich.

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hfg
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Grundsätzlich

Wer zahlt den Arbeitnehmer?
Die Gewerkschaft nicht.
Es gibt das Beispiel Servus TV als dort ein Betriebsrat gegründet werden sollte hat der Eigentümer einfach die Schließung angekündigt. Daraufhin hat auch die Gewerkschaft klein beigeben müssen.
Die Forderungen mit Politik zu verbinden und unverschämt zu erhöhen - das schadet nur der Gewerkschaft und versteht niemand.

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lieschenmueller
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@hfg

Genau, sich immer schön erpressbar machen lassen als Arbeitnehmer.

Diese Branche, um die es im Artikel geht, ist halt kein kleiner Privatsender, und da schaut es zum Glück anders aus!

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