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Reform-GrobkonzeptAus 40 Finanzämtern soll ein "Finanzamt Österreich" werden

Vor einer radikalen Reform steht die Finanz- und Zollverwaltung. Grobkonzept sieht statt 40 Finanzämtern ein Finanzamt Österreich vor, bei den neun Zollämtern ebenso eines. Finanzminister Hartwig Löger und Personalvertreter "im Dialog".

Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) © APA/ROBERT JAEGER
 

Die Bundesregierung setzt die Reformagenda nun bei der Finanzverwaltung an. Eine von Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) eingesetzte Arbeitsgruppe hat in einem Grobkonzept zur Modernisierung der Steuer- und Zollverwaltung eine deutliche Verschlankung der Organisation vorgeschlagen. Die 40 Finanzämter mit 80 Standorten quer durch Österreich sollen organisatorisch in einem "Finanzamt Österreich" als Abgaben- und Dienstbehörde zusammengefasst werden. Ebenso soll aus den neun bestehenden Zollämtern ein "Zollamt Österreich" geschaffen werden.

Auch Regionsmanagement einsparen

Selbst wenn die Einheiten dezentral weiter bestehen bleiben, würden jedenfalls in der Führung auf lokaler Ebene viele Leitungsfunktionen eingespart werden. Auch die Einteilung in bundesweit fünf Regionen (Wien, Ost, Mitte, West und Süd) würde wegfallen und das jeweilige Regionalmanagement eingespart werden. Bei der Jahrestagung des Vereins der Führungskräfte der Finanz- und Zollverwaltung am vergangenen Wochenende in Altmünster sorgte das Grobkonzept für Betroffenheit.

"In breitem Dialog"

Sowohl seitens des Ministeriums als auch der Personalvertretung versucht man zu beruhigen. Man sei im Gespräch. "Das Konzept der Modernisierung wird zur Zeit in einem breiten Dialog mit Experten aus den Regionen und Personalvertretern diskutiert. Zielsetzung ist in jedem Fall eine flexible und dezentrale Aufgabenwahrnehmung", erklärte man im Finanzministerium auf Anfrage der Kleinen Zeitung.

Modernisierungsprozess

"Die Steuer- und Zollverwaltung befindet sich in einem laufenden Modernisierungsprozess, da die derzeitige Struktur seit 15 Jahren besteht und nicht mehr den aktuellen sowie künftigen Herausforderungen entspricht." Ziel sei, die Serviceleistungen gegenüber Bürgern sowie Wirtschaft auszubauen", teilte man aus Lögers Ministerium mit.

Pensionierungswelle

"Aufgrund der Digitalisierung sowie Internationalisierung aber auch der bevorstehenden Pensionierungswelle in der Verwaltung sind strukturelle Neuerungen notwendig", so das Ministerium weiter. Der Hintergrund: In den kommenden zehn Jahren werden rund 40 Prozent der rund 8500 Mitarbeiter der Finanz- und Zollverwaltung in Pension gehen.

Ebenso hätten sich die Erwartungshaltungen der Kunden verändert. „Gleichzeitig ist uns die Mitarbeiterzufriedenheit ein großes Anliegen und wir wollen diese in den neuen Arbeitswelten weiterhin hochhalten“, hieß es weiter.

Großbetriebsprüfung, Betrugsbekämpfung

Gestern wurde ein erstes Organigramm bekannt. Im Grobkonzept von Lögers Arbeitsgruppe Lögers soll es auch nur noch ein Großbetriebsprüfungsamt als Abgaben- und Dienstbehörde geben, ein Betrugsbekämpfungsamt als Finanzstrafbehörde und einen Prüfdienst für lohnabhängige Abgaben und Beiträge.

Die Personalvertretung wollte wie Löger selbst nicht öffentlich Stellung nehmen. In einem Rundschreiben hielt sie fest, dass Löger zum mehrwöchigen Dialog eingeladen habe.

Kommentare (14)

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gonde
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Da sollten sie vorher aber dringendst "Finanz-Online" auf Zack bringen!

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cockpit
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alles ab nach Wien und Umgebung

!

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lumpi50
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Zentrieren in Wien

und die Ämter am Land aushungern, so schaut's aus. Mit dem Schmäh wird uns vorgegaukelt, dass das Service für den Bürger besser wird. Das hat schon mit der Reform von Grasser 2004 nicht's gebracht, wurde aber als Erfolg verkauft.
Österreich hat schon jetzt eine der billigsten Verwaltungen Europas, aber den einfach gestrickten und uninformierten Bürgern kann man alles einreden.
Im Endeffekt geht es um Einsparen von Arbeitsplätzen für junge Leute. Und die blürkisen Fans klatschen dazu, die Konzerne jubeln.
Guten Morgen (oder vermutlich Gute Nacht) Österreich.

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ichbindermeinung
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gute sichere Arbeitsplätze gehen verloren

leider gehen tausende gute u. sichere Arbeitsplätze für die jungen Menschen verloren. Wo werden denn in Zukunft alle arbeiten ? Derzeit sind ja schon ca. 344.000 arbeitslos plus 332.000 Mindests.bezieher plus 50.-60.000 i.d.Grundversorgung...weit über 700.000 Menschen die derzeit vom Steuer/Versicherungsgeld leben müssen.....

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stprei
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Verschlanken

Die Regierung setzt nicht nur im Bereich der Gebietskrankenkassen sondern auch bei den Finanzämtern die Vision der schlanken Verwaltung um.

Durchaus positiv.

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Mein Graz
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@stprei

Das wichtigste Wort in deinem Posting: "Vision".

Wenn eine Vision so viel kostet wie die Reform der Krankenkassen sollte man sich wirklich überlegen ob es wirklich immer erstrebenswert ist, Visionen zur Wirklichkeit werden zu lassen.

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Balrog206
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Mein Graz

Wieviel wurde bei der Gemeinde Zusammenlegung die Rot u schwarz gemacht hat in der stmk eingespart ? Oder hat sie auch mehr gekostet als es bringt ?

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erzberg2
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Und wer

prüft dann die Registrierkassen. Wer kniet dann auf den Wirten. Also bitte, soweit kann eine Reform doch nicht greifen.

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eston
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Auch hier kanns

nur teurer werden. Statt an der Front zu kürzen, wäre jetzt einmal im Ministerium zu sparen.

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Mein Graz
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Naja, wenn da genauso viel eingespart wird wie bei der Reform der Sozialversicherungen

dann kann doch keiner was dagegen haben!
Blürkis bürgt doch eh für Qualität!

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Pollheim
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Der Löger ...

...wird es durch die ganzen Zusammenlegungen sicher schaffen, dass Steuerhinterziehungen und Sozialbetrug der Wirtschaft Tür und Tor geöffnet wird. Ist aber auch klar, denn die Devise lautet ja, „Alle Wünsche der Wahlkampfspender des Herrn Kurz müssen erfüllt werden!“

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Balrog206
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Warum

Sollte das dann so sein ?

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Pollheim
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Re.

Großbetriebsprüfung, Betrugsbekämpfung nur noch jeweils ein Amt. Einsparungen beim Personal und dazu noch Übernahme der Beitragseinhebung der Sozialversicherungsbeiträge. Da können sie sich aber sicher selbst ausrechnen wohin der Hase läuft oder?

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Balrog206
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Nein

Verstehe nicht warum sich dann deine Überlegungen bewahrheiten sollen wenn alles richtig gemacht wird ! Die Anzahl der Ämter sagt doch nichts über die Qualität aus !

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