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GründerszeneWarum Start-ups in Lissabon Inspiration für Kärnten sind

Kärntner Unternehmer und Gründer haben sich bei einer von Wirtschaftskammer und Land Kärnten organisierten Start-up-Reise nach Portugal Tipps und Anregungen geholt.

Meinrad Höfferer, Leiter der Abteilung Außenwirtschaft der Wirtschaftskammer Kärnten, Delegationsleiter Marc Gfrerer von der Jungen Wirtschaft, José Mota Leal vom Hub Criativo do Beato und Wirtschaftsreferent Ulrich Zafoschnig © Jäger
 

José Mota Leal führt die Gruppe aus Kärnten durch ein ehemaliges Fabriksgelände in Lissabon. Dort, wo bis vor einigen Jahren in den jetzt verfallenen Gebäuden noch Maschinen standen und produziert wurde, soll in drei bis vier Jahren ein Zentrum für Start-ups entstanden sein – der Hub Criativo do Beato. 50 Millionen Euro sollen investiert werden.
Es gebe, so Leal, zahlreiche Anfragen von Investoren. Auf 35.000 Quadratmetern sollen sich in den 20 renovierten Gebäuden nationale und internationale Firmen und Start-ups ansiedeln – unter anderem der neue digitale Hub von Mercedes. Restaurants und Cafés sollen Treffpunkt und Orte der Kommunikation und des Austauschs sein. Der von der Stadt Lissabon unterstützte Hub hat das Ziel, Jungunternehmen in der Gründerphase zu unterstützen.

Corina Schmiedt von der Klagenfurter Firma Mediapool hat sich von der Start-up-Szene in Portugal inspirieren lassen Foto © Jäger

Überhaupt hat sich die Hauptstadt von Portugal nach der Wirtschaftskrise immer mehr zu einem Zentrum der Kreativszene entwickelt, die das Jungunternehmertum fördert. Ein Erfolgsmodell, von dem sich auch Kärntner Unternehmer im Rahmen einer Start-up-Reise, die von der Wirtschaftskammer und vom Land Kärnten unterstützt wird, inspirieren lassen wollen. Delegationsleiter seitens der Wirtschaftskammer ist der Villacher Unternehmer Marc Gfrerer, der Vorsitzende der Jungen Wirtschaft in Kärnten. Für das Land Kärnten wandelt Wirtschaftsreferent Ulrich Zafoschnig auf den Spuren der Start-up-Szene in Lissabon. „Es geht unter anderem auch darum, Ideen für den Makerspace zu sammeln“, sagt Meinrad Höfferer, Leiter der Abteilung Außenwirtschaft der Wirtschaftskammer Kärnten und Organisator der Reise. „Zu mir kommen oft Leute mit Ideen, die gerne hätten, dass ich ihnen bei der Umsetzung helfe. Ich will jetzt sehen, wie Start-ups in Lissabon auf die Beine kommen“, beschreibt Robert Ragogna, Chef der CT Engineering GmbH den Grund seiner Teilnahme.

In der LX-Factory, einem ehemaligen Industriegelände in Lissabon, gibt es eine Reihe von Co-Working-Spaces Foto © Jäger

Generell ist die Frage, wie sich Start-ups in Lissabon finanzieren, ein dominantes Thema – auch für Anja Silberbauer von Harmony & Care, den Datenschutzexperten Walter Wratschko, Walter Prutej von der PDCP GmbH, Unternehmensberaterin Mujde Mick, Martina Uster von der Weiss GmbH oder Peter Kreiner von der Plan B Consulting GmbH. Ein Beispiel in dem Zusammenhang ist das Business-Inkubationsprogramm des portugiesischen Energieversorgers EDP. Start-ups, die Ideen im Energiebereich umsetzen wollen, werden vom Energieversorger unterstützt. EDP macht sich dann deren Wissen und Ideen zunutze, um auch das eigene Unternehmen voranzubringen. Einige der Innovationen kommen aus diesem Start-up-Programm. Unter anderem die „Egg-Powerstation“, Steckdosen für die Tischplatte mit unterschiedlichen Designs. Größter Markt dafür ist Deutschland.

Im Hub Criativo do Beato - einem ehemaligen Fabriksgelände - sollen in den kommenden vier Jahren Start-ups einziehen Foto © Jäger

Ein bunter Mix aus Start-ups findet sich in Lissabon außerdem in der LX Factory. Auch hier wurde ein ehemaliges Industriegelände von der Kreativszene zu neuem Leben erweckt. Ein Gründer, der es geschafft hat, ist Anthony Douglas, Chef des erfolgreichen portugiesischen Start-ups „Hole19“, einer App für Golfspieler. Er berichtet auf Einladung von Barbara Lehninger, der Wirtschaftsdelegierten in Lissabon, wie es ihm mit der Gründung und Entwicklung des Unternehmens, das heute 17 Mitarbeiter hat, ergangen ist. „In den ersten drei Jahren war alles über Investoren finanziert“, erzählt Douglas. Mittlerweile sei die App gut am Markt positioniert. Golfplätze auf der ganzen Welt finden sich über diese. „Während des Golfspiels kann man Schläge hinzufügen, Landungspositionen angeben, und so sehen, wo der Ball liegt, und wie weit dieser noch vom Green entfernt ist“, erklärt der Gründer von „Hole19“. Der Spieler kann auch sehen, wie gut er gespielt hat. Und die App des Start-ups funktioniert auch für Golfplätze in Kärnten und Osttirol.

Die Kärtner Delegation hat sich die Start-up-Szene in Lissabon angesehen Foto © Jäger

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